# Klimafahrplan der Deutschen Bundesbank 2026-2027 Der Klimawandel und der fortschreitende Naturverlust zählen zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Auswirkungen sind bereits heute spürbar: Häufigere und intensivere Extremwetterereignisse -- wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürren -- sowie ein Rückgang wichtiger Leistungen der Natur -- wie ausreichend sauberes Wasser oder fruchtbare Böden -- belasten die gesamtwirtschaftliche Entwicklung von Volkswirtschaften weltweit. Zu erwarten ist, dass sich die Auswirkungen des Klimawandels zukünftig weiter verstärken. Auch in Deutschland nehmen die klimabedingten wirtschaftlichen Schäden zu.[\[1\]](#_ftn_root_1) Gleichzeitig erfordert der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft weitreichende Anpassungen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen und bringt ganz eigene Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich.[\[2\]](#_ftn_root_2) {#par-auu878} Warum befasst sich die Deutsche Bundesbank mit Klimawandel und Naturverlust? ---------------------------------------------------------------------------- Die makroökonomischen Auswirkungen der Transition und des Klimawandels sind für die Mandatserfüllung der Deutschen Bundesbank unmittelbar relevant. Als Teil des Eurosystems ist ihr vorrangiges Ziel die Gewährleistung von Preisstabilität. Gemäß der geldpolitischen Strategie des Eurosystems berücksichtigt sie klimabezogene Inflations- und Wachstumswirkungen in ihren makroökonomischen Analysen. Auch darüberhinausgehende naturbezogenen Risiken, wie etwa Wasserknappheit, können gesamtwirtschaftliche Wirkungen entfalten, die die Bundesbank mit Blick auf das Preisstabilitätsziel beachtet. Im Rahmen ihres Mandats befasst sich die Bundesbank daher mit den Auswirkungen des Klimawandels, des Naturverlustes und der Politikmaßnahmen zur Eindämmung dieser Entwicklungen auf Inflation und Wachstum. {#par-u9i13o} Klimawandel und Naturverlust betreffen nicht nur die Realwirtschaft, sondern wirken sich auch auf das Finanzsystem aus. Zum einen entstehen physische Risiken, wenn beispielsweise Unternehmen oder Vermögenswerte durch Extremwetterereignisse geschädigt werden. Zum anderen ergeben sich Transitionsrisiken im Zuge des Übergangs zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft. So dürften Maßnahmen wie die erhebliche Verteuerung des Ausstoßes von Treibhausgasen weitgehende wirtschaftliche Anpassungsprozesse in Gang bringen.[\[3\]](#_ftn_root_3) {#par-o12a6e} Indem das Eurosystem sein geldpolitisches Mandat erfüllt, trägt es zu verlässlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei, die auch für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft von Bedeutung sind. So trägt Preisstabilität dazu bei, dass relative Preise und damit auch klimabezogene Preissignale ihre Lenkungswirkung entfalten können. {#par-eu67a9} Die Bundesbank setzt sich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben dafür ein, dass klima- und naturbezogene Risiken für die Preis- und Finanzstabilität angemessen erfasst, bewertet und offengelegt werden. Im Inland trägt sie im Rahmen ihres Mandats als Mitglied im Ausschuss für Finanzstabilität zur Wahrung der Finanzstabilität bei. Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht () sowie im Rahmen des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus () erfüllt die Bundesbank ihr bankenaufsichtliches Mandat. Risiken aus dem Klimawandel und dem Naturverlust sowie der Transition können die Stabilität einzelner Finanzinstitute und des Finanzsystems insgesamt beeinträchtigen. Die Materialisierung dieser Risiken kann das gesamtwirtschaftliche Wachstum schwächen, die Bewertung von Vermögenswerten verändern oder die Funktionsfähigkeit von Finanzmärkten beeinträchtigen.[\[4\]](#_ftn_root_4) Die Bundesbank berücksichtigt diese Risiken daher in ihrer Finanzstabilitätsanalyse und wirkt in der Bankenaufsicht darauf hin, dass Institute wesentliche klima- und naturbezogene Risiken in ihrer Geschäftsstrategie, Governance, ihrem Risikomanagement und ihrer Offenlegung angemessen berücksichtigen.{#par-i3e912} Auch in ihrer eigenen Bilanz ist die Bundesbank mit Risiken aus dem Klimawandel und Naturverlust sowie der Transition konfrontiert. Die Bundesbank strebt an, diese Aspekte in ihren eigenen Anlageentscheidungen zu berücksichtigen, um damit finanzielle Risiken für die eigene Bilanz angemessen zu erfassen und zu begrenzen. Zugleich trägt sie mit der Berücksichtigung dieser Aspekte zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und der Ziele der Treibhausgasneutralität der und der Bundesrepublik Deutschland bei. Im Management ihres nicht-geldpolitischen Eigenportfolios berücksichtigt sie neben den vorrangigen Anlagekriterien Sicherheit, Liquidität und Rendite im Einklang mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz auch Nachhaltigkeitsaspekte.{#par-e93e4i} Auch durch ihre Analysen, Aufsichtstätigkeit, Beratung und internationale Zusammenarbeit trägt die Bundesbank zur Schaffung stabiler Rahmenbedingungen bei, die eine zentrale Voraussetzung für die Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft bilden. Im Rahmen der doppelten Materialität betrachtet die Bundesbank auch den eigenen Geschäftsbetrieb. Sie veröffentlicht hierzu Informationen und Daten regelmäßig in ihrem Umweltbericht.[\[5\]](#_ftn_root_5){#par-e11i82} Eine bankweite Nachhaltigkeitsvision und -mission soll allen Mitarbeitenden der Bundesbank Orientierung geben und zu einem nachhaltigen Handeln anregen:{#par-a4a53e} **Unsere Nachhaltigkeitsvision**{#par-ei6eu3} „Wir handeln nachhaltig und treten für ein nachhaltiges Wirtschafts- und Finanzsystem ein."{#par-ui5ia6} **Unsere Nachhaltigkeitsmission**{#par-uao413} „Wir berücksichtigen Nachhaltigkeit systematisch bei der Erfüllung unseres Mandats und integrieren diese in unser Handeln: Wir verbessern durch unsere Analysen und unser aktives Mitwirken in Gremien das Verständnis von Nachhaltigkeitsrisiken. So tragen wir zu einem nachhaltigen Strukturwandel bei." Im vorliegenden Klimafahrplan setzt die Bundesbank in ihrer Betrachtung von Nachhaltigkeit bewusst einen Fokus auf klima- und naturbezogene Faktoren[\[6\]](#_ftn_root_6) im Kontext ihrer Kernaufgaben.[\[7\]](#_ftn_root_7) Diese Schwerpunktsetzung spiegelt zugleich die Relevanz wider, die diese Risiken für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung haben.{#par-a53io1} Wie steuert und koordiniert die Deutsche Bundesbank ihre Arbeiten zu Klimawandel und Naturverlust? -------------------------------------------------------------------------------------------------- Die Deutsche Bundesbank befasst sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Risiken aus dem Klimawandel, die sich für die Volkswirtschaft und den Finanzsektor ergeben. Um die bankinterne Expertise zu bündeln und die Arbeiten in diesem Bereich zu intensivieren, wurde im Jahr 2019 die bereichsübergreifende Expertinnen- und Expertengruppe Green Finance gegründet. Im Jahr 2021 wurde der Lenkungsausschuss Green Finance () als bankweites, zentrales Steuerungsgremium eingerichtet. Der steuert das Arbeitsprogramm zu den Auswirkungen des Klimawandels, des Naturverlusts sowie der Klimapolitik auf die Mandatserfüllung der Bundesbank und gibt strategische Impulse. Die Kernleistungen und Funktionen der Bundesbank sind im durch ihre jeweiligen Ressort-Leitungen vertreten.[\[8\]](#_ftn_root_8) Die Sitzungen werden von der Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, Dr. Sabine Mauderer, geleitet. Weitere Mitglieder des Vorstands nehmen ebenfalls regelmäßig an den Sitzungen teil.{#par-eeeo91} Seit dem Jahr 2023 berichtet eine eigene Abteilung Nachhaltigkeit unmittelbar an die Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank. Die Abteilung koordiniert und fördert die bankweiten Aktivitäten zu den Auswirkungen des Klimawandels, des Naturverlustes sowie der Klimapolitik. Sie dient als zentrale Anlaufstelle für bereichsübergreifende Fragestellungen, Projekte und Analysen und trägt zur Sichtbarkeit der bankweiten Aktivitäten bei. Die originären Zuständigkeiten verbleiben dabei in den Kernleistungen und Funktionen. So wird sichergestellt, dass Nachhaltigkeitsaspekte, soweit sie für die jeweilige Aufgabe relevant sind, wirksam in die verschiedenen Prozesse integriert werden, während gleichzeitig Synergien aus der Koordination und dem interdisziplinären Austausch zwischen den Kernleistungen und Funktionen gehoben werden.{#par-e9u2o3} Für den laufenden Strategiezyklus wurden vier übergeordnete klima- und naturbezogene Ziele definiert (siehe Folgeseite), die eine konsistente und langfristige Orientierung bieten sollen. Aufbauend auf diesen Schwerpunkten hat die Bundesbank im Rahmen ihres Klimafahrplans fachspezifische Ziele und Maßnahmen formuliert, sodass diese systematisch, effizient umgesetzt werden können.{#par-e8i91i} Welche Ziele verfolgt die Deutsche Bundesbank im Umgang mit Klimawandel und Naturverlust? ----------------------------------------------------------------------------------------- Gemeinsame Zielvorstellungen im Umgang mit Klimawandel und Naturverlust schaffen eine klare Orientierung und stärken gemeinsame Verantwortlichkeit. Die vier klima- und naturbezogenen Ziele stellen sicher, dass klima- und naturbedingte Risiken nicht isoliert betrachtet, sondern ganzheitlich adressiert werden, soweit sie für die Erfüllung des Mandats der Bundesbank relevant sind.{#par-u6ua53} Die klima- und naturbezogenen Ziele der Bundesbank -------------------------------------------------- 1. Durch ihre qualitativ hochwertigen Analysen trägt die Bundesbank als unabhängige und glaubwürdige Stimme zum wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Diskurs bei und ist insbesondere eine wichtige Stimme zu Fragen der Finanzierung der Transformation zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft. 2. Die Bundesbank fördert und fordert das Management von klima- und naturbedingten Risiken, insbesondere bei Finanzinstitutionen, und trägt im Rahmen ihres Mandats zu einem Übergang zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft bei. 3. (a) Im Rahmen ihres Mandats bezieht die Bundesbank das Abkommen von Paris ein und setzt sich für dessen Berücksichtigung im Eurosystem ein. (b) Die Bundesbank berücksichtigt Nachhaltigkeitsaspekte im eigenen Geschäftsbetrieb, insbesondere bei der Reduktion des eigenen ökologischen Fußabdruckes.[\[9\]](#_ftn_root_9) 4. Die Bundesbank befähigt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein fundiertes Verständnis für die Bedeutung von Klima- und Umweltaspekten im Kontext ihrer Tätigkeit zu entwickeln. Welche klima- und naturbezogenen Schwerpunktthemen sind für die Deutschen Bundesbank relevant? ---------------------------------------------------------------------------------------------- Die Deutsche Bundesbank fokussiert sich in ihren klima- und naturbezogenen analytischen Arbeiten derzeit auf drei zentrale Schwerpunktthemen: (i) die Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft, (ii) naturbedingte Risiken sowie (iii) physische Klimarisiken, insbesondere die Anpassung an Klimawandelfolgen. Während die vier übergreifenden klima- und naturbezogenenZiele der Bundesbank die strategische Richtung für die entsprechenden Arbeiten der Bank vorgeben, bilden die Schwerpunktthemen die Grundlage für die Ableitung fachspezifischer Ziele und Maßnahmen in den Kernleistungen und Funktionen der Bundesbank und gewährleisten so eine zielgerichtete und abgestimmte Umsetzung des Klimafahrplans in der Gesamtbank.{#par-ie3o6i} **Schwerpunkt 1: Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft**{#par-a94928} Die Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft, die Gegenstand des Europäischen Klimaschutzgesetzes[\[10\]](#_ftn_root_10) und des Bundes-Klimaschutzgesetzes[\[11\]](#_ftn_root_11) ist, impliziert weitreichende wirtschaftliche Veränderungen. Das Finanzsystem ist dabei Betroffener und Akteur zugleich -- sowie Scharnier der Klimapolitik: so ermöglicht es beispielsweise die Mobilisierung von Kapital für benötigte Projekte und Investitionen. Die Verbreitung neuer Technologien und die Umsetzung der klima- und energiepolitischen Ziele, einschließlich der Transition der Energieinfrastruktur, führen dabei zu strukturellen Veränderungen in der gesamten Wirtschaft und im Finanzsystem, aus denen sich Risiken ergeben können. Die Bundesbank beobachtet die technologischen, regulatorischen und Marktentwicklungen genau und analysiert Risiken und Auswirkungen auf Geldpolitik, Finanzstabilität und Finanzaufsicht. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, die Bundesbank durch ein umfassendes Verständnis, insbesondere der Entwicklungen der Energiemärkte als auch der Klimapolitik und -regulierung, mit Blick auf die Preis- und Finanzstabilität angemessen aufzustellen.{#par-a43o66} **Schwerpunkt 2: Naturbedingte Risiken**{#par-ua5e18} Der Verlust an natürlichen Ressourcen und Ökosystemdienstleitungen sowie die Gefahr zunehmender Wasserknappheit gehen mit wirtschaftlichen und finanziellen Folgen einher. In den kommenden Jahren wird die Bundesbank naturbedingte Risiken und ihre möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft und das Finanzsystem in Deutschland verstärkt analysieren. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Verbesserung der Datenverfügbarkeit und -qualität, um naturbedingte Risiken messbar und vergleichbar zu machen. Darüber hinaus werden Methoden zur Identifizierung sowie Bewertung dieser Risiken weiterentwickelt und in die ökonomische Analyse, Aufsicht und Regulierung integriert. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche naturbedingten Risiken, wie beispielsweise Wasserknappheit, schwerwiegende Auswirkungen auf Wirtschaft und die Stabilität des Finanzsystems haben können und inwieweit solche Risiken regional variieren. Dieses Wissen kann entscheidend sein, um die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems gegenüber naturbedingten Risiken zu stärken.{#par-u214oe} **Schwerpunkt 3: Physische Risiken und insbesondere die Anpassung an Klimawandelfolgen**{#par-i337i7} Physische Auswirkungen des Klimawandels, wie extreme Wetterereignisse, dürften an Häufigkeit und Schwere zunehmen. Diese Entwicklungen stellen wachsende Herausforderungen sowohl für die Realwirtschaft als auch für das Finanzsystem dar -- in Deutschland, Europa und global. Gleichzeitig wird bereits heute Kapital für gezielte Anpassungsinvestitionen benötigt, um die Resilienz von Infrastruktur und Lieferketten zu erhöhen. Die Bundesbank vertieft daher ihr Verständnis physischer Klimarisiken, ihrer Transmissionskanäle und der Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Dies ist Grundlage dafür, um die Resilienz des deutschen Finanzsystems gegenüber Klimarisiken zu stärken, eine hinreichende Transmission der Geldpolitik sicherzustellen und die Informationslage für Entscheiderinnen und Entscheider sowie Marktteilnehmende zu verbessern.{#par-a1e888} {#par-u2ou69} ![Schwerpunkte und Querschnittsaufgaben: Kommunikation, Finanzierung, Verfügbarkeit und Qualität von Daten](https://publikationen.bundesbank.de/resource/blob/1002154/97a7776159bb880cc4fe0ce0996d4f64/472B63F073F071307366337C94F8C870/2026-2-01-data.svg)
Die Querschnittsthemen „Verfügbarkeit und Qualität von Daten", „Finanzierung" und „Kommunikation" sind in allen drei Schwerpunkten berücksichtigt (siehe Abbildung 1).{#par-i53651} **Verfügbarkeit und Qualität von Daten:** Nur ausreichend verfügbare und qualitativ hochwertige Datenermöglichen eine adäquate Bewertung von klima- und naturbedingten Risiken und Chancen. Sie sind notwendig, um fundierte Entscheidungen zu treffen und den notwendigen Investitionsbedarf zu quantifizieren. Neben Informationen, die bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Auswirkung von Klimapolitik unterstützen, ist es aus Sicht der Bundesbank besonders wichtig, Daten zu physischen und naturbedingten Risiken zu vervollständigen und zu verbessern. Die Nutzung neuer Technologien und innovativer Datenquellen sollen die Datenqualität und -verfügbarkeit zukünftig gezielt verbessern.{#par-o99e34} **Finanzierung:** Die Bundesbank analysiert die Finanzierung der Transformation. Diese *Finanzierung* ist entscheidend, um notwendige Investitionen in grüne Technologien, naturbasierte Lösungen[\[12\]](#_ftn_root_12) und Infrastruktur zu ermöglichen. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Risikominderung und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels, indem sie privaten Akteuren ermöglicht, sich auf veränderte Umweltbedingungen einzustellen und resilienter zu werden.[\[13\]](#_ftn_root_13) Eine ausreichende Finanzierung ist zudem erforderlich, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung für ausreichende Finanzierung ist auch die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte, insbesondere Finanzstabilität. Die Finanzierung der Transformation erfordert erhebliche, vor allem private Investitionen. Gezielte staatliche Maßnahmen können die Transformation fördern.{#par-oo3664} **Kommunikation:** Neben den drei inhaltlichen Schwerpunkten legt die Bundesbank besonderen Wert auf eine faktenbasierte Kommunikation der ökonomischen und finanziellen Auswirkungen des Klimawandels und des Naturverlusts. Dieses Wissen ist von zentraler Bedeutung, um fundierte Entscheidungen in Politik und Gesellschaft zu treffen, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen, Risiken effektiv zu managen, internationale Zusammenarbeit zu fördern und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.{#par-a2u13u} Die fachspezifischen Ziele und Maßnahmen des Klimafahrplans 2026‑2027 --------------------------------------------------------------------- | **2026‑2027** || | Fachspezifische Ziele und Maßnahmen der Kernleistungen **Geldpolitik** , **Geld** , **Finanzaufsicht und -stabilität** und **Finanzmarktdienstleistungen und Statistik** || |-----------------------------------------------|--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------| | **Geldpolitik** | Begleitung der geldpolitischen Entscheidungsprozesse durch vertiefte Analyse der Wechselwirkungen zwischen Geldpolitik, Gesamtwirtschaft und Transformationsprozessen, einschließlich der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Deutschland. | | **Geldpolitik** | Konstruktive Mitwirkung und gestaltende Impulse in der Gremienarbeit des Eurosystems zur Berücksichtigung klimabezogener Aspekte. | | **Geldpolitik** | Ausbau und Vertiefung des institutionellen Wissens zu Markt- und Regulierungsentwicklungen, zum Finanzplatz Deutschland sowie zu Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken durch die Etablierung eines aktiven Stakeholder-Dialogs. | | **Geld** | Untersuchungen und Initiativen, um den ökologischen Fußabdruck des Bargeldkreislaufs zu reduzieren. | | **Geld** | Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der technischen Entwicklung und dem zukünftigen Betrieb des digitalen Euro sowie bei der Abwicklung des baren Zahlungsverkehrs. | | **Geld** | Aktive Mitwirkung in internationalen Gremien und an Studien des Eurosystems zur Förderung der Nachhaltigkeit im Zahlungsverkehr und in der Wertpapierabwicklung. | | **Geld** | Umfassende Analyse zur Identifikation potenzieller Anwendungsfelder für Nachhaltigkeit im Zahlungsverkehr und in der Wertpapierabwicklung sowie die konsequente Abschaffung des Schecks als Zahlungsinstrument im deutschen Zahlungsverkehr. | | **Finanzaufsicht** **und -stabilität** | Verbesserung und Erweiterung der Methoden und Modelle für die nachhaltigkeitsbezogene Finanzstabilitätsanalyse unter Erschließung und Nutzung neuer Datenquellen. Finanzstabilitätsindikatoren mit Nachhaltigkeits-Bezug werden um vorwärtsgerichtete Indikatoren ergänzt und neue Technologien sind fester Bestandteil der Datengewinnung und Auswertung im Bereich Nachhaltigkeit. | | **Finanzaufsicht** **und -stabilität** | Risiken aus dem Klimawandel werden weiter stärker in den Aufsichtsprozess integriert. Die laufende Aufsicht erhält zielgenau zentral bereitgestellte Informationen zur Verwendung in ihrer täglichen Arbeit. Zudem werden laufende Aufseherinnen und Aufseher sowie bankgeschäftliche Prüferinnen und Prüfer im Hinblick auf die vorgenannten Risiken weiter ausgebildet. | | **Finanzmarktdienstleistungen und Statistik** | Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitskonzepts für das Eigenportfolio der Bundesbank unter Einbeziehung der Ziele des Pariser Klimaabkommens. | | **Finanzmarktdienstleistungen und Statistik** | Fortgesetzte Unterstützung von Nachhaltigkeitsstrategien und Erstellung klimabezogener Portfolioberichte für die Kundinnen und Kunden im Rahmen der Vermögensverwaltung für Bund, Länder und öffentliche Institutionen. | | **Finanzmarktdienstleistungen und Statistik** | Bereitstellung eines nutzerorientierten Angebots an Nachhaltigkeitsdaten für interne und externe Anwenderinnen und Anwender, um bestehende Datenlücken gezielt zu schließen. | {#par-u8ei6a} | **2026‑2027** || | Fachspezifische Ziele und Maßnahmen für die Funktionen **Kommunikation, Politikberatung und Forschung** und **Nachhaltigkeit** || |------------------------------------------------------|-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------| | **Kommunikation, Politikberatung** **und Forschung** | Stärkung der wissenschaftlichen Reputation der Bundesbank durch qualitativ hochwertige Forschung zu Nachhaltigkeitsthemen und aktive Teilnahme am internationalen wissenschaftlichen Austausch. Das Thema Nachhaltigkeit ist im Forschungsprogramm konsequent verankert und wird im Rahmen einzelner Forschungsprojekte bearbeitet. | | **Kommunikation, Politikberatung** **und Forschung** | Veröffentlichung von Forschungsarbeiten der Bundesbank zu Klimawandel, Klimapolitik und Naturverlust. Darauf aufbauend regelmäßige interne und externe Kommunikation zu Forschungsergebnissen sowie deren politischen Implikationen. | | **Nachhaltigkeit** | Stärkung der Wahrnehmung der Bundesbank als kompetente Ansprechpartnerin zu den Themen Klima- sowie Umweltrisiken, Transformation und nachhaltigen Strukturwandel durch gezielten Ausbau des Dialogs und der Zusammenarbeit mit relevanten Interessengruppen im Bereich Nachhaltigkeit. | | **Nachhaltigkeit** | Aktive Mitgestaltung strategischer Nachhaltigkeitsthemen im Rahmen der Gremienarbeit ( , , ). | | **Nachhaltigkeit** | Systematische Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in allen Bereichen der Bundesbank sowie kontinuierlicher Ausbau des Wissensstands der Mitarbeitenden zu Nachhaltigkeitsthemen. | {#par-o94u5u} Annex: Aktivitäten der Bundesbank --------------------------------- Bereits in den vergangenen Jahren hat die Deutsche Bundesbank ihre Aktivitäten aufgenommen, um klima- und naturbedingte Risiken umfassender zu analysieren und im Rahmen ihres Mandats einen Beitrag zur Transformation zu einer klimaneutralen und ressurcenschonenden Wirtschaft zu leisten. Hier verweisen wir auf wesentliche Gremien, auf Arbeiten und Ergebnisse der Bundesbank sowie auf relevante geldpolitische Beschlüsse des zurückliegenden Jahres.{#par-oa9941} **Dashboard Green Finance** : Das öffentlich verfügbare Indikatorensystem „[Dashboard Green Finance](https://www.bundesbank.de/de/statistiken/nachhaltigkeit/dashboard-green-finance--862660)" der Bundesbank nutzt eine Reihe von überwiegend frei verfügbaren Kennzahlen, um einen schnellen Überblick über das Themengebiet Green Finance in Deutschland zu geben. **Daten** : Zwischen Januar 2025 und April 2026 beschafften das Eurosystem und weitere interessierte ‑Zentralbanken erneut klimabezogene Socially Responsible Investment ()-Daten von bis zu zwei Datenanbietern. Diese Daten liefern Informationen zu Emittenten, Entitäten und Finanzanlagen mit Fokus auf Treibhausgasemissionen und deren Klima- und Transitionsrisiken. Sie werden für klimabezogene Offenlegungen, die Integration von Klimarisiken in den geldpolitischen Handlungsrahmen, Klimastresstests und Forschungsprojekte genutzt. Die Deutsche Bundesbank übernahm die zentrale Rolle bei der Konzeption, fachlichen und rechtlichen Steuerung des Beschaffungsprozesses. **Makroökonomische Analyse** : Mit der Entwicklung des Environmental Multi-Sector dynamic stochastic general equilibrium model ([](https://www.bundesbank.de/en/publications/reports/technical-papers/the-environmental-multi-sector-dsge-model-emuse-a-technical-documentation-914846)) hat die Bundesbank beispielsweise ein makroökonomisches Modell entwickelt, das die Auswirkungen von Klimarisiken und -politik differenziert nach Regionen und Sektoren analysieren kann. ermöglicht es, Anpassungsprozesse und Übertragungsmechanismen von Klimaereignissen und -maßnahmen, wie etwa Extremwetter oder CO₂-Bepreisung, abzubilden und so fundierte Einschätzungen zu den sektorspezifischen sowie gesamtwirtschaftlichen Folgen zu liefern. Die öffentliche Bereitstellung des Modells ermöglicht den wissenschaftlichen Austausch und unterstützt die Weiterentwicklung von Methoden zur Analyse klimabedingter Risiken.[\[14\]](#_ftn_root_14) **Bond Monitor** : Der regelmäßig erscheinende [Bond Monitor](https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/green-finance/esg-bond-monitor-januar-2026-erschienen-987852) gibt einen Marktüberblick über grüne und nachhaltige Anleihen, berichtet über Trends, Sonderthemen und vertiefende Analysen, wie zum Beispiel im Mai 2025 zu [Rüstungsinvestitionen und Sentiment Scores](https://www.bundesbank.de/resource/blob/959426/dde5a4b54b28761a83653b484e1a08b3/472B63F073F071307366337C94F8C870/2025-05-27-esg-bond-moitor-data.pdf). **Forschung** : Die analytischen Arbeiten in den Kernleistungen und Funktionen der Bundesbank werden durch wissenschaftliche Untersuchungen zu den Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Finanzmärkten ergänzt. Das Thema Nachhaltigkeit ist ein Bestandteil des Forschungsprogramms der Deutschen Bundesbank. Zahlreiche [Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen](https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/green-finance/klimabezogene-forschungspapiere-der-deutschen-bundesbank-894770) mit Bezug zu Nachhaltigkeitsthemen tragen zur Erhöhung der Sichtbarkeit und Positionierung der Bundesbank bei. **Geldpolitische Beschlüsse** : Im Jahr 2025 standen zwei klimabezogene [Beschlüsse des ‑Rats](https://www.ecb.europa.eu/press/govcdec/html/index.de.html) besonders im Fokus. Der ‑Rat bekräftigte im Juni 2025 das Ziel, die Treibhausgas-Emissionsintensität der - und ‑Unternehmensanleiheportfolios nach dem Ende der Reinvestitionsphase weiterhin jährlich um durchschnittlich 7 % zu senken.[\[15\]](#_ftn_root_15) Damit sollen die klimabedingten Risiken für die Bilanz des Eurosystems weiter reduziert werden. Zudem beschloss der ‑Rat im Juli 2025 die Einführung eines Klimafaktors im Sicherheitenrahmen.[\[16\]](#_ftn_root_16) Diese Maßnahme, die am 15. Juni 2026 umgesetzt wurde, zielt darauf ab, klimabedingte Unsicherheiten zu adressieren, die bislang vom bestehenden Rahmenwerk nicht ausreichend erfasst wurden. Im Juli 2026 hat der ‑Rat zudem beschlossen, Klimafaktoren auch auf Kreditforderungen an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften auszuweiten, um das Eurosystem vor potenziellen Wertverlusten bei Sicherheiten im Falle klimabezogener Transitionsschocks zu schützen. Die Einführung ist frühestens Ende 2027 geplant.[\[17\]](#_ftn_root_17) **Gremien** : Die Bundesbank ist Mitglied in zahlreichen formellen Ausschüssen des Europäischen Systems der Zentralbanken [()](https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/escb/html/index.de.html) und des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus[()](https://www.bankingsupervision.europa.eu/about/html/index.en.html), die sich mit den Implikationen des Klimawandels für die Aufgaben der europäischen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden befassen.[\[18\]](#_ftn_root_18) Zudem ist die Bundesbank in verschiedenen informelleren Arbeitsgruppen des aktiv: Dazu zählen das Eurosystem Climate Change Forum (), das Research Cluster on Climate Change sowie der Exchange on Climate Data -- Foren, die den Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie eine effektive Zusammenarbeit in Bezug auf klimabezogenes Wissen, Aktivitäten und Prioritäten fördern. In Gremien des Basler Ausschuss für Bankenaufsicht [()](https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/bankenaufsicht/bundesbank/basel) und der European Banking Authority [()](https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/bankenaufsicht/bundesbank/eba/european-banking-authority-eba--597796) wird der Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken unter Mitwirkung der Bundesbank aus Aufsichtsperspektive betrachtet sowie analytische Arbeit geleistet. Unter anderem wurden bei der abschließenden Umsetzung von Basel III in -rechtliche Vorgaben ( und ) die Anforderungen an die Berücksichtigung von ‑Risiken, etwa durch strengere Anforderungen an das Risikomanagement der Institute, stärkere Befugnisse für die Aufsicht sowie durch erweiterte Offenlegungspflichten der Institute, weiter erhöht. Im Financial Stability Board [()](https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/finanz-und-waehrungssystem/internationale-zusammenarbeit/fsb/financial-stability-board-fsb--601982) wirkte die Bundesbank an der Entwicklung eines analytischen Rahmenwerks mit, das dem und seinen Mitgliedern ermöglicht, klimabedingte Verwundbarkeiten im globalen Finanzsystem systematisch zu erfassen.[\[19\]](#_ftn_root_19) Ein darauf basierendes Toolkit mit zukunftsorientierten Kennzahlen unterstützt die Identifikation und Quantifizierung von Klimarisiken und deren finanziellen Auswirkungen. Darüber hinaus lag ein Schwerpunkt der klimabezogenen Arbeiten des zuletzt auf den Auswirkungen von Extremwetterereignissen auf die Finanzstabilität. Der Ausschuss für Finanzstabilität ([AFS](https://www.afs-bund.de/afs/DE/Home/home.html)) überwacht als zentrales Gremium der makroprudenziellen Aufsicht in Deutschland systemische Risiken, einschließlich Klimarisiken, um die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems zu stärken. Im arbeiten Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ([Bafin](https://www.bafin.de/DE/home_node.html)), der Bundesbank und des Bundesministeriums der Finanzen ([BMF](https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Home/home.html)) zusammen. Gemeinsam mit dem vertritt die Bundesbank zudem Deutschland in der Sustainable Finance Working Group ([SFWG](https://g20sfwg.org/)), die sich 2025 unter anderem damit befasste, wie Unternehmen Investitionen zur Anpassung an den Klimawandel in ihre Transitionspläne integrieren können und wie die Datenstandardisierung im globalen Handel mit CO~2~-Ausgleichszertifikaten verbessert werden kann. Ebenfalls zusammen mit dem ist die Bundesbank Mitglied der 2025 neu eingerichteten Working Party on Sustainable Finance () der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ([OECD](https://www.oecd.org/en.html)). Die bringt Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Finanzministerien aus 39 Jurisdiktionen zusammen, um faire, effiziente, offene und solide Finanzmärkte zu fördern, die auch Nachhaltigkeitsaspekte betrachten. **Klimabericht** : Seit 2022 veröffentlicht die Bundesbank jährlich einen [Klimabericht](https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/klimabericht-2026-bundesbank-erweitert-klima-und-naturbezogene-aktivitaeten-999308), in dem insbesondere die Klimabilanz der eigenen Finanzanlagen betrachtet wird. Zuletzt wurde der Klimabericht um eine Betrachtung der finanzierten Treibhausgasemissionen von Geschäftsbanken, deren Anleihen die Bundesbank in ihrem Euro-Portfolio hält, erweitert. : Das Network for Greening the Financial System ([](https://www.ngfs.net/en)) wurde im Jahr 2017 als Netzwerk von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden gegründet. Als freiwilliger Zusammenschluss dient das Netzwerk dem internationalen Erfahrungsaustausch zur Identifikation und zum besseren Management finanzieller Klima- und Naturrisiken. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gehören dem  152 Mitglieder und 24 Beobachter an. Die Deutsche Bundesbank ist Gründungsmitglied und engagiert sich aktiv in zahlreichen Arbeitsgruppen des . Von Januar 2024 bis Juni 2026 leitete Bundesbank Vizepräsidentin Dr. Sabine Mauderer das , nachdem sie zuvor bereits zwei Jahre die Rolle als stellvertretende Vorsitzende innehatte. In diesem Zeitraum ist das Netzwerk um 25 Mitglieder angewachsen und hat seine Governance-Struktur umfassend weiterentwickelt, um der gestiegenen Bedeutung und Größe des Netzwerks Rechnung zu tragen. So wurden unter anderem regionale Gruppen eingerichtet, um die Mitglieder stärker einzubinden und auf deren spezifische regionale Anforderungen und Bedürfnisse besser einzugehen. Mit dem 2025 neu gegründeten Expert Network on Capacity Building wird das künftig noch gezielter den Bedarf neuer Mitglieder im Bereich Kapazitäts- und Wissensaufbau adressieren. In den Jahren 2024 und 2025 hat das zudem seine Rolle als analytisches Kompetenzzentrum mit insgesamt 26 Veröffentlichungen weiter gefestigt.[\[20\]](#_ftn_root_20) Die gestiegene internationale Sichtbarkeit und Anerkennung des Netzwerks wurde durch die aktive Teilnahme an hochrangigen Veranstaltungen wie der 29. und 30. Vertragsstaatenkonferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel ( Conference of the Parties, kurz COP) sowie durch die Initiierung eines Dialogs mit der „[Coalition of Finance Ministers for Climate Action](https://www.financeministersforclimate.org/)" () weiter ausgebaut. Neben einem Inputpapier für die französische ‑Präsidentschaft zum Thema physische Risiken von Extremwetterereignissen wurde im Jahr 2025 erstmals auch ein Inputpapier für die vorgelegt, das die Integration von Klima-Anpassung und -Resilienz in Transitionspläne behandelt. **Stress Tests** : Bereits in den Finanzstabilitätsberichten der Jahre 2021, 2023 und 2024 wurde ein Rahmenwerk zur Untersuchung systemischer Verwundbarkeiten entwickelt und diese finanzsystemweit im Banken-, Fonds- und Versicherungssektor sowohl in Langfrist- als auch in Kurzfristszenarien analysiert. Dieses Rahmenwerk legte die Grundlage für Modelle, die für die Durchführung von Stresstests notwendig sind und unter anderem den Finanzsektor detailliert abbilden. Im Jahr 2025 wurde auf Basis dieser Vorarbeiten ein spezifischer [Bankenstresstest](https://www.bundesbank.de/en/publications/research/discussion-papers/climate-stress-test-for-the-german-banking-sector-impact-of-the-green-transition-on-corporate-loan-portfolios-925556) durchgeführt, der sich auf Klimarisiken im deutschen Bankensektor konzentriert. Ziel des Stresstests war es, die Verwundbarkeiten einzelner Banken sowie des gesamten Systems gegenüber transitorischen Risiken im Zuge der grünen Transformation zu analysieren. Damit leistet die Bundesbank einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Risikomanagements und zur Stärkung der Finanzstabilität im Kontext des Klimawandels. **Website** : Die Bundesbank veröffentlicht regelmäßig Reden, Gastbeiträge, Forschungsarbeiten sowie weitere aktuelle Informationen zu Green Finance auf ihrer [Internetseite](https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/green-finance). Dort stehen auch verschiedene Videoformate zur Verfügung, die die Rolle der Bundesbank im Bereich Nachhaltigkeit erläutern. Darüber hinaus bietet die Bundesbank in den sozialen Medien zielgruppenspezifische Formate an, die insbesondere einem jüngeren Publikum die Bedeutung und Aufgaben der Bundesbank im Themenfeld Nachhaltigkeit näherbringen -- wie zum Beispiel das Format „[Finance Flash](https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/finance-flash)". 1. {#_ftn_root_1} Eine Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Prognos und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung () kommt zu dem Ergebnis, dass die zu erwartenden jährlichen Folgekosten aus dem Klimawandel für den Zeitraum von 2022 bis 2050 im Zeitverlauf immer stärker ansteigen und sich am Ende auf 280 bis 900 Milliarden Euro summieren könnten (Quelle: [Was uns die Folgen des Klimawandels kosten -- Zusammenfassung](https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/BILDER_und_Downloaddateien/Publikationen/2023/BMWK-Merkblatt-Klimawandelfolgen_Zusammenfassung.pdf)). 2. {#_ftn_root_2} Die Herstellung von Klimaneutralität ist bereits im verfassungsrechtlichen Schutzauftrag des Art. 20a angelegt, wobei Art. 20a keinen unbedingten Vorrang gegenüber anderen Belangen genießt, sondern im Konfliktfall in einen Ausgleich mit anderen Verfassungsrechtsgütern und Verfassungsprinzipien zu bringen ist (vgl. [BVerfG, Beschluss v. 24.3.2021, 1 BvR 2656/18 u.a., Rn. 198](https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/03/rs20210324_1bvr265618.html)). Art. 143h greift dieses Ziel auf und benennt die Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 als verfassungsrechtlichen Zweck der darin vorgesehenen zusätzlichen Investitionen. 3. {#_ftn_root_3} Vgl. hierzu: Deutsche Bundesbank (2022), [Klimawandel und Klimapolitik: Analysebedarf und -optionen aus Notenbanksicht](https://www.bundesbank.de/resource/blob/884240/552ff52a08a00f711c038c4b8ef69dd5/472B63F073F071307366337C94F8C870/2022-01-klimawandel-klimapolitik-data.pdf), Monatsbericht, Januar 2022. 4. {#_ftn_root_4} Die Bundesbank befasste sich bereits im [Finanzstabilitätsbericht 2021](https://www.bundesbank.de/resource/blob/879732/ce21f3162cbac988167d9364dbd37f7d/472B63F073F071307366337C94F8C870/2021-finanzstabilitaetsbericht-data.pdf)mit transitorischen Klimarisiken für das deutsche Finanzsystem, im Monatsbericht 1/2022 mit den Implikationen für Notenbanken im allgemeinen ([Klimawandel und Klimapolitik: Analysebedarf und -optionen aus Notenbanksicht \| Deutsche Bundesbank t](https://www.bundesbank.de/resource/blob/884240/552ff52a08a00f711c038c4b8ef69dd5/mL/2022-01-klimawandel-klimapolitik-data.pdf)) und im Monatsbericht 4/2023 mit den Implikationen für die Bankenaufsicht im speziellen ([Monatsbericht: Wie der Klimawandel die Bankenaufsicht herausfordert \| Deutsche Bundesbank](https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/monatsbericht-wie-der-klimawandel-die-bankenaufsicht-herausfordert-885276)).Der Monatsbericht 4/2026 befasst sich detailliert mit den Auswirkungen naturbedingter Risiken auf den deutschen Bankensektor ([Monatsbericht: Nachhaltigkeitsrisiken rücken stärker in den Fokus der Bankenaufsicht \| Deutsche Bundesbank](https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/monatsbericht-nachhaltigkeitsrisiken-ruecken-staerker-in-den-fokus-der-bankenaufsicht-993752)). Eine Studie von Forschenden des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und der Europäischen Zentralbank () schätzt, dass steigende Temperaturen die globale Nahrungsmittelinflation bis 2035 jährlich um 0,92 bis 3,2 Prozentpunkte und die Gesamtinflation um 0,32 bis 1,18 Prozentpunkte antreiben könnten (Quelle: Kotz, M., Kuik, F., Lis, E. et al. Global warming and heat extremes to enhance inflationary pressures. Commun Earth Environ 5, 116 (2024), [Global warming and heat extremes to enhance inflationary pressures \| Communications Earth \& Environment](https://www.nature.com/articles/s43247-023-01173-x). Die Ergebnisse aus Faccia et al. (2026), Feeling the Heat: Extreme Temperatures and Price Stability, [Working Paper No. 2021/2626](https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3981219) zeigen, dass auch extreme Temperaturen Einfluss auf Preisstabilität haben können. 5. {#_ftn_root_5} Siehe auch [Umweltberichterstattung der Deutschen Bundesbank 2024\| Deutsche Bundesbank](https://www.bundesbank.de/resource/blob/988622/f8cda60bfca7100c72b8ad7e01c56fd9/472B63F073F071307366337C94F8C870/2024-umweltbericht-data.pdf) 6. {#_ftn_root_6} Der Nachhaltigkeitsbegriff ist jedoch breiter. In der Praxis wird mit Blick auf Nachhaltigkeitskriterien zumeist von ‑Kriterien gesprochen, die sich auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance) beziehen. 7. {#_ftn_root_7} Siehe hierzu: [Aufgaben \| Deutsche Bundesbank](https://www.bundesbank.de/de/aufgaben) 8. {#_ftn_root_8} Die Bundesbank hat im Rahmen der Strategie 2027 ihren Strategie- und Steuerungsprozess überprüft und leistungs- sowie wirkungsorientiert neu aufgestellt. Siehe auch: [Die Strategie der Bundesbank \| Deutsche Bundesbank](https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/organisation/leitbild-und-strategie/die-strategie-der-bundesbank-604104) 9. {#_ftn_root_9} Das Ziel 3b zielt auf Nachhaltigkeitsaspekte im eigenen Geschäftsbetrieb ab und ist nicht Fokus dieses Dokuments. Informationen dazu sind in der regelmäßig veröffentlichten Umweltberichterstattung der Deutschen Bundesbank sowie in der [Umweltleitlinie](https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/organisation/leitbild-und-strategie/umweltleitlinie-der-bundesbank-604162) Deutsche Bundesbank nachzulesen. 10. {#_ftn_root_10} Siehe [Europäisches Klimaschutzgesetz Verordnung () 2021/1119](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32021R1119). 11. {#_ftn_root_11} [-- nichtamtliches Inhaltsverzeichnis](https://www.gesetze-im-internet.de/ksg/index.html) 12. {#_ftn_root_12}\[1\] Naturbasierte Lösungen sind Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, Wiederherstellung, nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung natürlicher oder veränderter Land-, Süßwasser-, Küsten- und Meeresökosysteme, die soziale, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen wirksam und anpassungsfähig angehen und gleichzeitig menschliches Wohlergehen, Ökosystemdienstleistungen, Widerstandsfähigkeit und Biodiversität fördern. Siehe auch [Naturbasierte Lösungen für den Klima- und Biodiversitätsschutz \| Umweltbundesamt](https://www.umweltbundesamt.de/naturbasierte-loesungen-fuer-den-klima#definition-von-naturbasierten-lsungen). 13. {#_ftn_root_13} Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung () kommt in einer Analyse wissenschaftlicher Entwicklungen der Klimakostenforschung der vergangenen 20 Jahre zu dem klaren Ergebnis, dass Klimaschutz volkswirtschaftlich vorteilhaft sei, weil die vermiedenen Klimaschäden die Kosten für Klimaschutz deutlich übersteigen. (Quelle: [Wochenbericht 38+39 (2025): Zwei Jahrzehnte Klimakostenforschung: Präventiver Klimaschutz als volkswirtschaftlicher Vorteil](https://www.diw.de/de/diw_01.c.974540.de/publikationen/wochenberichte/2025_38_3/zwei_jahrzehnte_klimakostenforschung__praeventiver_klimaschutz_als_volkswirtschaftlicher_vorteil.html)). Ein Working Paper des Internationalen Währungsfonds kommt zum Schluss, dass es bis 2100 einen globalen Kostenvorteil von Klimaschutz gegenüber keinem Klimaschutz in Höhe von (mindestens) 85 Billionen gibt (Quelle: Adrian et.al. [The Great Carbon Arbitrage, /22/107, May 2022](https://www.imf.org/-/media/files/publications/wp/2022/english/wpiea2022107-print-pdf.pdf)). 14. {#_ftn_root_14} Siehe auch [The Environmental Multi-Sector DSGE model EMuSe: A technical documentation \| Deutsche Bundesbank](https://www.bundesbank.de/en/publications/reports/technical-papers/the-environmental-multi-sector-dsge-model-emuse-a-technical-documentation-914846). 15. {#_ftn_root_15} Siehe [Pressemeldung der am 12.Juni.2025.](https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2025/html/ecb.pr250612~484d529368.en.html) 16. {#_ftn_root_16} Siehe [Pressemeldung der EZB am 29.Juni 2025](https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2025/html/ecb.pr250729_1~02d753a029.en.html). 17. {#_ftn_root_17} Vgl. [weitet Anwendung von Klimafaktoren im Sicherheitenrahmen des Eurosystems auf Kreditforderungen an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften aus](https://www.bundesbank.de/resource/blob/1004030/6b6e4576787399f6491f2e9c636d2021/472B63F073F071307366337C94F8C870/2026-07-24-klimafaktoren-download.pdf) 18. {#_ftn_root_18} Darunter fallen zum Beispiel: (Banknote Committee), das sich auch mit Umweltauswirkungen von Euro-Banknoten beschäftigt, (Financial Stability Committee), das unter Anderem Klimarisiken unter Berücksichtigung von makroprudenziellen Aspekten analysiert, (Market Operations Committee), das sich auch mit Klimaaspekten in den geldpolitischen Instrumenten und den Wertpapierportfolios des Eurosystems beschäftigt und (Risk Management Committee), das klimabezogene Risiken, die die Bilanz der und des Eurosystems betreffen, untersucht. 19. {#_ftn_root_19} Siehe [Pressemeldung des FSB am 16. Januar 2025](https://www.fsb.org/2025/01/fsb-develops-analytical-framework-and-toolkit-to-assess-climate-related-vulnerabilities/#:~:text=Building%20on%20the%20FSB%20Financial%20Stability%20Surveillance%20Framework,vulnerabilities%2C%20particularly%20from%20a%20cross-border%20and%20cross-sectoral%20perspective.). 20. {#_ftn_root_20} Darunter fallen das [Transition Plan Package](https://www.ngfs.net/en/publications-and-statistics/publications/ngfs-transition-plan-package), Berichte zu den [makroökonomischen Auswirkungen des Klimawandels](https://www.ngfs.net/en/what-we-do/monetary-policy), die [fünfte Phase der Langfristszenarien](https://www.ngfs.net/system/files/import/ngfs/medias/documents/ngfs_scenarios_main_presentation.pdf) sowie die erstmalige Veröffentlichung von [Kurzfristszenarien](https://www.ngfs.net/en/press-release/ngfs-publishes-first-vintage-short-term-climate-scenarios). *[APP]: asset purchase programme *[UNFCCC]: United Nations Framework Convention on Climate Change) *[Bafin]: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht *[G20]: Gruppe der Zwanzig *[WPSF]: Working Party on Sustainable Finance *[EBA]: European Banking Authority *[CRD VI]: Capital Requirements Directive VI *[SRI]: Solar Reflectance Index *[BCBS]: Basel Committee on Banking Supervision *[EMuSe]: environmental multi-sector *[CRR III]: Capital Requirements Regulation III *[AFS]: Ausschuss für Finanzstabilität *[G7]: Gruppe der Sieben *[PEPP]: pandemic emergency purchase programme *[FSB]: Financial Stability Board *[FSC]: Financial Stability Committee *[ESG]: Environmental, Social and Governance *[WP]: working paper *[BMF]: Bundesministerium der Finanzen *[BANCO]: Banknote Committee *[LAGFin]: Lenkungsausschuss Green Finance *[**NGFS**]: Network for Greening the Financial System *[u. a.]: unter anderem *[KSG]: Bundes-Klimaschutzgesetz *[GG]: Grundgesetz *[MOC]: Market Operations Committee *[NGFS]: Network for Greening the Financial System *[GWS]: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung *[e. V.]: eingetragener Verein *[ECB]: European Central Bank *[CCF]: credit conversion factor *[USD]: United States dollar *[RMC]: Risk Management Committee *[SSM]: Single Supervisory Mechanism *[EZB]: Europäische Zentralbank *[ESCB]: European System of Central Banks *[EU]: Europäische Union *[DIW]: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung *[ESZB]: Europäisches System der Zentralbanken *[CFMCA]: Coalition of Finance Ministers for Climate Action *[**ESG**]: Environmental, Social and Governance