# Konjunkturlage
* [*1 Deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal auf Erholungskurs*](#tar-1 "1 Deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal auf Erholungskurs")
* *[*2 Exporte im Plus, temporärer Impuls vom Bau*](#tar-2 "2 Exporte im Plus, temporärer Impuls vom Bau")*
* **[*3 Arbeitsmarkt weiter abgeschwächt*](#tar-3 "3 Arbeitsmarkt weiter abgeschwächt")**
* ***[*Umfang und Struktur des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe*](#tar-4 "Umfang und Struktur des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe")***
* ***[*4 Tariflöhne stiegen im Frühjahr schwächer*](#tar-5 "4 Tariflöhne stiegen im Frühjahr schwächer ")***
* ***[*5 Inflationsrate stieg im Frühjahr vor allem aufgrund höherer Energiepreise merklich*](#tar-6 "5 Inflationsrate stieg im Frühjahr vor allem aufgrund höherer Energiepreise merklich")***
* ***[*6 Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen*](#tar-7 "6 Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen")***
* ***[*Literaturverzeichnis*](#tar-8 "Literaturverzeichnis")***
***1 Deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal auf Erholungskurs*** {#tar-1}
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*****Die deutsche Wirtschaft legte im zweiten Quartal 2026 erneut merklich zu.** Gemäß der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes stieg das reale gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt[\[1\]](#_ftn_root_1) um 0,2 %. Bereits im Vorquartal hatte sich die Wirtschaftsleistung recht kräftig um 0,4 % erhöht. Dies wurde allerdings erst mit der Revision der ‑Daten Ende Juli bekannt und konnte so nicht in die Deutschland-Prognose vom Juni einfließen. Damit zeigte sich die deutsche Wirtschaft nun vor dem Hintergrund zahlreicher Belastungsfaktoren robuster als damals erwartet.[\[2\]](#_ftn_root_2) Dazu passen auch die jüngsten Revisionen des Statistischen Bundesamtes, die nahelegen, dass die wirtschaftliche Dynamik bereits seit Ende 2023 günstiger ausfiel als bisher angenommen.[\[3\]](#_ftn_root_3) Zusammen spricht dies für eine etwas stärkere konjunkturelle Grundtendenz am aktuellen Rand. Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft nunmehr deutlich erkennbar auf einem Erholungskurs, den auch der Krieg im Nahen Osten nicht ausbremsen konnte. Im zweiten Quartal dürften vor allem die Exporte zum ‑Anstieg beigetragen haben. Die anhaltend solide Nachfrage aus dem Ausland stützte auch die deutsche Industrie. So nahmen sowohl deren Produktion als auch ihre Umsätze leicht zu. Sie erwies sich damit als recht widerstandsfähig gegenüber erhöhten Energiepreisen und Lieferkettenproblemen. Für einen positiven Impuls bei den privaten Ausrüstungsinvestitionen dürfte die Belebung jedoch nicht gesorgt haben. Die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe verharrte weiterhin auf niedrigem Niveau, und die mit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten gestiegene Unsicherheit sowie die gestiegenen Zinsen bremsten zusätzlich. Die Bauwirtschaft dürfte infolge temporärer Auf- und Nachholeffekte nach der witterungsbedingt gedrückten Produktion im ersten Quartal trotz schwacher Wohnungsnachfrage und hoher Baukosten noch positiv zum ‑Wachstum beigetragen haben. Bei den Dienstleistern blieb die Entwicklung heterogen. Den bis Mai verfügbaren Daten zufolge trugen vor allem konsumferne Dienstleistungsbereiche, wie die Informations- und Kommunikations-Dienste, zum ‑Anstieg bei. Der private Konsum und damit verbundene Bereiche dürften dagegen durch die verschlechterte Lage am Arbeitsmarkt und die infolge des Krieges im Nahen Osten deutlich erhöhten Verbraucherpreise lediglich verhalten gewachsen sein.***{#par-o8ua79}
{#par-e9e216}
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**2 Exporte im Plus, temporärer Impuls vom Bau** {#tar-2}
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****Die deutsche Industrie und vor allem die Exportaktivität zeigten sich im zweiten Quartal 2026 robust.** Die preisbereinigten Industrieumsätze lagen erneut über dem Vorquartal, wenn auch nur geringfügig. Vor allem die Umsätze von Vorleistungsgütern wuchsen kräftig, besonders deutlich in der Chemieindustrie. Hierzu trugen wohl Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten bei. So könnte die Chemiebranche an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben, weil sie wohl geringer von Lieferkettenengpässen infolge des Krieges im Nahen Osten betroffen war als einige internationale Konkurrenten. Bei einigen Vorleistungsgütern könnten zudem Vorzieheffekte eine Rolle gespielt haben, etwa in Erwartung weiterer Knappheiten und steigender Preise. Besonders schwungvoll zeigten sich die Umsätze im Bereich der elektrischen Ausrüstungen. Hier dürfte sich die global erhöhte Nachfrage nach Gütern mit Bezug zur künstlichen Intelligenz niederschlagen. Der Umsatzanstieg in der Industrie insgesamt war maßgeblich auf kräftige Auslandsumsätze zurückzuführen. Auch die preisbereinigten Warenexporte legten im zweiten Quartal spürbar zu, vor allem durch stärkere Exporte in den Euroraum. Die Industrieproduktion lag im Juni auf dem Niveau des Vormonats und damit im Quartalsmittel leicht über dem Vorquartal. Damit signalisieren sowohl die Umsätze als auch die Produktion für das zweite Quartal eine leichte Expansion in der Industrie.**{#par-a32939}
{#par-iaa5a7}
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****Die privaten Ausrüstungsinvestitionen dürften auch weiterhin keine positiven Impulse geliefert haben.** Gemäß Umfragen des ifo Instituts erhöhte sich die Kapazitätsauslastung im zweiten Quartal zwar zum zweiten Mal in Folge leicht, blieb jedoch weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Dies dämpft weiterhin die Anreize für Erweiterungsinvestitionen. Den bis Mai verfügbaren Daten zufolge wurden zwar mehr Investitionsgüter importiert. Auf eine weiterhin schwache Investitionsneigung deuten jedoch die erneut leicht gesunkenen Inlandsumsätze der Investitionsgüterproduzenten -- mit und ohne Kraftfahrzeuge -- sowie die rückläufigen gewerblichen Kraftfahrzeugzulassungen hin. Insgesamt dürften die privaten Ausrüstungsinvestitionen damit weiterhin schwach geblieben sein.**{#par-ua5oi6}
****Die Bauproduktion legte trotz schwächerer Nachfrage zu.** Die Bauproduktion stieg im zweiten Quartal kräftig an, und auch die Bauinvestitionen dürften ausgeweitet worden sein. Nachdem die Bautätigkeit im Januar und Februar durch die ungünstige Witterung deutlich beeinträchtigt worden war, normalisierte sie sich ab März. Zudem wurden seither wohl einige Aufträge nachgeholt. Denn sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau stieg die Produktion im zweiten Quartal nicht nur über das Niveau des ersten Quartals, sondern auch über dasjenige des vierten Quartals an. Das weniger witterungsanfällige Ausbaugewerbe legte dagegen nur geringfügig zu. Den positiven Nachholeffekten standen jedoch deutlich gestiegene Baupreise sowie eine eingetrübte Nachfrage gegenüber. Laut Bank Lending Survey vom Juli ging die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnungsbaukrediten im zweiten Quartal so stark zurück wie zuletzt vor drei Jahren.[\[4\]](#_ftn_root_4) Insbesondere die gestiegenen Kreditzinssätze wurden als dämpfender Faktor für die Kreditnachfrage in diesem Segment genannt. Die höheren Kreditzinsen dürften auch die Bauinvestitionen dämpfen. So entwickelte sich der Auftragseingang im Wohnungsbau insbesondere im Mai deutlich rückläufig.**{#par-u3eea9}
****Kaufkraftverluste belasteten den privaten Konsum und die damit verbundenen Dienstleistungsbereiche.** Zwar stiegen die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel im zweiten Quartal leicht an. Die bis Mai verfügbaren Daten zum Gastgewerbe deuten jedoch auf ein schwaches Quartal hin. Auch innerhalb des Dienstleistungssektors konnten vor allem die konsumnahen Bereiche nicht an der verbesserten konjunkturellen Grundtendenz teilhaben. Die Dienstleistungsproduktion insgesamt legte dagegen im April und Mai deutlich zu. Ursächlich für die Konsumzurückhaltung dürften Kaufkraftverluste und eine weiterhin schwache Arbeitsmarktentwicklung gewesen sein. Darauf weist auch das im zweiten Quartal deutlich gefallene -Konsumklima hin, das durch pessimistische Einkommens- und Konjunkturerwartungen sowie steigende Preiserwartungen belastet wurde. Lediglich vermehrte Käufe von Kraftfahrzeugen dürften den Konsum nennenswert gestützt haben. Hinter den -- gemäß Angaben des -- gestiegenen Kraftfahrzeugzulassungen dürften jedoch eher Sonderfaktoren als eine breitere konjunkturelle Konsumdynamik stehen. So war der Anstieg vor allem auf deutlich höhere Zulassungen von Elektroautos zurückzuführen, wozu die Elektroauto-Prämie der Bundesregierung beigetragen haben dürfte.[\[5\]](#_ftn_root_5)**{#par-e8696o}
**3 Arbeitsmarkt weiter abgeschwächt** {#tar-3}
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****Der Arbeitsmarkt profitierte nicht vom Wirtschaftswachstum und verschlechterte sich auch im Frühjahr.**Die Erwerbstätigkeit nahm weiter ab, und zwar ähnlich schnell wie seit Mitte 2025. Im Rahmen der üblichen Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen () stellt sich nun auch die Entwicklung der Gesamtbeschäftigung in den vergangenen zwei Jahren etwas ungünstiger dar als zuletzt berichtet. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich jedoch nur minimal. Frühindikatoren geben kaum Hinweise auf eine bevorstehende Verbesserung.**{#par-ei495e}
****Die Zahl der Erwerbstätigen sank im zweiten Quartal des laufenden Jahres etwas.** Im Durchschnitt der Monate April bis Juni waren saisonbereinigt 45,70 Millionen Personen erwerbstätig. Das waren 52 000 Personen weniger als ein Quartal zuvor. Dies entspricht einem Rückgang von rund 0,1 %, wie bereits in den vier Quartalen zuvor. Zudem wurde bei der Überarbeitung der die Beschäftigungsentwicklung in den letzten vier Jahren nach unten korrigiert. Am aktuellen Rand ist das Beschäftigungsniveau 0,3 % niedriger als zuvor veröffentlicht. Insbesondere für das erste Halbjahr 2025 stellt sich die Beschäftigungsdynamik nun ungünstiger dar als damals berichtet. Der aktuelle Rückgang der Erwerbstätigkeit geht vor allem darauf zurück, dass es weniger ausschließlich geringfügig Beschäftigte und weniger Personen in Selbstständigkeit gab. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sank dagegen bis Mai -- weitere Angaben liegen noch nicht vor -- nur sehr wenig.**{#par-eo6751}
{#par-i8ooa3}
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****Die Beschäftigung entwickelte sich in den einzelnen Wirtschaftsbereichen weiterhin unterschiedlich.**Im Verarbeitenden Gewerbe werden monatlich 12 000 bis 15 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze abgebaut. Weitere Informationen zur Beschäftigungssituation in diesem Wirtschaftsbereich und zu ihrer Einordnung enthält der Exkurs „[Umfang und Struktur des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe](#Umfang-und-Struktur-des-Stellenabbaus-im-Verarbeitenden-Gewerbe)". Auch im Handel sowie in der Informations- und Kommunikationsbranche hielt der Stellenabbau an. Dagegen blieb die Beschäftigung im Baugewerbe im Frühjahr stabil. Allerdings wächst die Zahl der Stellen, anders als es angesichts des Infrastrukturfonds der Bundesregierung zu erwarten wäre, bislang auch nicht nennenswert. In den meisten Dienstleistungsbranchen ist der Beschäftigungsstand stabil oder hat sich geringfügig erhöht. Im Gesundheits- und Sozialwesen nimmt die Beschäftigung wie schon seit längerem mit der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung in Deutschland erheblich zu.**{#par-a19ei9}
****Die registrierte Arbeitslosigkeit stieg im Frühjahr minimal an.** Im Durchschnitt des zweiten Quartals 2026 waren saisonbereinigt rund 12 000 Personen mehr arbeitslos als im Winter. Die Arbeitslosenquote stieg rundungsbedingt um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 %. Auch im Juli waren -- wie bereits im Durchschnitt der Monate April bis Juni -- in saisonbereinigter Rechnung 2,99 Millionen Personen bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitslos registriert. Im Verlauf der vergangenen Monate stieg die Arbeitslosigkeit im Versicherungssystem des III, das stark auf aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen reagiert. Dagegen sank die Arbeitslosigkeit im Grundsicherungssystem des II ein wenig. Obwohl die Chancen, aus der Grundsicherung heraus eine Arbeit aufzunehmen und die Arbeitslosigkeit zu beenden, deutlich geringer sind als im Versicherungssystem, sinkt hier die Arbeitslosigkeit. Dies liegt jedoch auch an -- im Vergleich zum Versicherungssystem -- nur moderat erhöhten Zugangszahlen in die Grundsicherung. Neu zugewanderte Personen erhalten wegen fehlender Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung zunächst Grundsicherungsleistungen, wenn sie eine Arbeit aufnehmen möchten und nicht direkt wegen eines konkreten Arbeitsplatzangebots nach Deutschland ziehen. Insofern könnte auch die zuletzt niedrige Zuwanderung ein Grund für die sinkende Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung der vergangenen Monate sein.**{#par-e5o5oo}
****Die Frühindikatoren des Arbeitsmarktes senden bislang kaum Signale einer bevorstehenden Verbesserung.** Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich im Niveau kaum verändert. Es liegt weiterhin auf einem sehr niedrigen Stand, bei allerdings deutlichen monatlichen Schwankungen. Das Barometer ermittelt die Einstellungspläne der gewerblichen Wirtschaft für die nächsten drei Monate. Dabei überwiegen im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel wie bereits seit längerem die Pläne zum Personalabbau. Die Beschäftigungspläne einiger Dienstleistungssektoren hatten sich nach Ausbruch des Konflikts mit dem Iran erheblich verdüstert. Dieser Effekt hat sich inzwischen überwiegend zurückgebildet. Das ‑Beschäftigungsbarometer, das zusätzlich die öffentlich finanzierten Dienstleistungsbereiche wie Gesundheit, Bildung und Verwaltung mit in den Blick nimmt, ging erneut zurück und befindet sich nun spürbar unterhalb der neutralen Schwelle. Daher dürfte die Gesamtbeschäftigung kurzfristig weiter zurückgehen. Die Zahl der bei der gemeldeten offenen Stellen blieb in den letzten Monaten saisonbereinigt weitgehend unverändert. Allerdings verschob sich die Arbeitsnachfrage leicht von den überwiegend öffentlich finanzierten Branchen hin zu stärker konjunkturabhängigen Sektoren wie dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und den unternehmensnahen Dienstleistungen. Der Kurzfristindikator für die Arbeitslosigkeit -- das ‑Barometer Arbeitslosigkeit -- verbesserte sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich leicht, befindet sich jedoch weiter unterhalb der neutralen Schwelle. Die Arbeitslosigkeit könnte demnach zunächst weiter, wenn auch nur wenig, steigen.**{#par-io14e2}
**Umfang und Struktur des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe** {#tar-4}
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****Seit Beginn des laufenden Jahrzehnts gingen große Teile der Beschäftigungsgewinne im Verarbeitenden Gewerbe verloren, die während des Wirtschaftsaufschwungs nach der Finanz- und Wirtschaftskrise entstanden waren****.** Bereits in der Coronavirus-Pandemie waren viele Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe verloren gegangen. Seit 2024 bauten weite Teile des Verarbeitenden Gewerbes erneut erheblich Beschäftigung ab.**{#par-eouie9}
****Vor allem in energieintensiven Bereichen und der Kraftfahrzeugindustrie fielen Stellen weg.** Seit 2019 bauten die häufig energieintensiven Vorleistungsgüterproduzenten, die ebenfalls eher energieintensive Metallbe- und -verarbeitung, der Maschinenbau sowie die Kraftfahrzeugherstellung überproportional Stellen ab. Aufgrund der Transformation der Kraftfahrzeugindustrie hin zur E-Mobilität ist ein gewisser Stellenabbau zu erwarten, da die Wertschöpfungstiefe bei der Herstellung von E-Fahrzeugen geringer als bei der Produktion von Personenkraftwagen mit Verbrennungsmotor ist. Hinzu kommen Absatzprobleme auf wichtigen Exportmärkten. Ausschlaggebend dafür war die schwache globale Nachfrage nach Automobilen mit Verbrennungsmotor und die wachsende Konkurrenz insbesondere chinesischer Anbieter.[\[1\]](#_ftn_4d56b8e1_1) Relativ stabil blieb die Beschäftigung in der konsumnahen Industrie und dem Bereich „Elektronik, Elektrotechnik". Über einen längeren Zeitraum nahm auch die Beschäftigung in den „sonstigen" Wirtschaftsabschnitten deutlich zu. Darunter wurden hier der sonstige Fahrzeugbau, die Medizintechnik sowie die Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen zusammengefasst, die allesamt spürbar gewachsen sind.**{#par-ou3583}
****Der Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe führte bislang nicht zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit.** Zudem wurden in den vergangenen zwei Jahren trotz des umfangreichen Stellenabbaus nur moderat mehr Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe arbeitslos als zuvor.[\[2\]](#_ftn_4d56b8e1_2) Dies spricht dafür, dass das Verarbeitende Gewerbe -- nach einer Phase des Labour Hoardings -- Stellen größtenteils über natürliche Fluktuation und Zurückhaltung bei Neueinstellungen abbaute und nicht über größere betriebsbedingte Entlassungen.**{#par-ea2825}
{#par-iuie97}
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****Das Verarbeitende Gewerbe verliert, abgesehen von konjunkturellen Schwankungen, seit längerem an Bedeutung.** Der Beschäftigungsanteil im Verarbeitenden Gewerbe aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank von gut 22 % im Jahr 2010 auf jüngst circa 18,5 %. Selbst in Zeiten des Stellenaufbaus während der 2010er Jahre war der Beschäftigungszuwachs in den Dienstleistungsbereichen deutlich kräftiger als in der Industrie. Der Strukturwandel weg von der Industrieproduktion und hin zur Dienstleistungswirtschaft hält seit Jahrzehnten an und ist kein neues Phänomen der aktuellen Transformation.**{#par-oi4459}
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****Der Strukturwandel in der Industrie geht mit sich wandelnden beruflichen und qualifikatorischen Anforderungen einher.** Bereits seit 2019 nahm die Zahl klassischer Fertigungsberufe in der Produktion ab. In den vergangenen zwei Jahren beschleunigte sich der Stellenabbau innerhalb der Fertigungsberufe zudem. Auf dieses Berufssegment entfällt damit ein Großteil des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe. Gleichzeitig stieg die Beschäftigung in einigen höherqualifizierten Tätigkeiten. Insbesondere ‑Spezialisten und Naturwissenschaftler wurden weiter eingestellt. Die Stellenzahl in fertigungstechnischen Berufen hielt sich relativ gut.[\[3\]](#_ftn_4d56b8e1_3) Dies veranschaulicht den Strukturwandel im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, in dem forschungs- und wissensintensive Tätigkeiten sowie Steuerungs- und Kontrollaufgaben gegenüber einfachen Fertigungsberufen mit reinen Produktionsarbeiten an Bedeutung gewinnen. Ein solcher Strukturwandel kann die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie stärken. Voraussetzung dafür sind jedoch investitions- und beschäftigungsfreundliche Rahmenbedingungen, die Anpassungen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten erleichtern.**{#par-aao874}
{#par-u94846}
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1. **{#_ftn_4d56b8e1_1} Vgl.: Deutsche Bundesbank (2025, 2026c).**
2. **{#_ftn_4d56b8e1_2} Die Übergangsrate von Beschäftigung in Arbeitslosigkeit (‑Rate) im Verarbeitenden Gewerbe lag durchweg unter der ‑Rate in der Gesamtwirtschaft, da Beschäftigungsverhältnisse im Verarbeitenden Gewerbe tendenziell stabiler sind als in vielen Dienstleistungsbereichen. Seit 2019 stieg die ‑Rate im Verarbeitenden Gewerbe jedoch relativ gegenüber der gesamtwirtschaftlichen ‑Rate an. Darin dürften sich auch die strukturellen Probleme des Verarbeitenden Gewerbes widerspiegeln.**
3. **{#_ftn_4d56b8e1_3} Dazu zählen Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe sowie technische Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufe, die meist höhere Anforderungs- und Qualifikationsmerkmale als Fertigungsberufe aufweisen. Fertigungsberufe sind in der Regel mit reinen Produktionsaufgaben verbunden (zum Beispiel Glas-, Keramik- und Kunststoffherstellung und -bearbeitung, Metallerzeugung und -bearbeitung, Metallbauberufe).**
**4 Tariflöhne stiegen im Frühjahr schwächer** {#tar-5}
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****Die Tarifverdienste stiegen im zweiten Quartal 2026 schwächer als zuvor.** Einschließlich der Nebenvereinbarungen nahmen sie im Frühjahr um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr zu, nach 2,8 % im Winter. Die Grundvergütungen, aus denen die Sonder- und Einmalzahlungen herausgerechnet werden, erhöhten sich im Frühjahr mit 2,6 % gegenüber dem Vorjahr deutlich schwächer als im Winter (3,3 %).**{#par-i21i9o}
****Die jüngst vereinbarten Tariflohnanhebungen fielen niedriger als in den Vorjahren aus.**Zum Beispiel einigten sich die Tarifparteien im Groß- und Außenhandel einschließlich der Nullmonate auf einen Lohnanstieg von etwa 2,5 % pro Jahr. Das entspricht dem langfristigen Branchendurchschnitt seit 2007. Gründe für dieses gemessen an den Lohnforderungen von 7 % für eine Laufzeit von zwölf Monaten eher niedrige Lohnergebnis sind unter anderem die schwache Industriekonjunktur und ungünstige Beschäftigungserwartungen. Die preisbereinigten Löhne der in dieser Branche Beschäftigten werden 2026 voraussichtlich sinken und 2027 leicht steigen.**{#par-a3u34a}
****Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass der Irankrieg über höhere Tariflöhne Zweitrundeneffekte auf die Inflationsrate auslöst.**Die Neuabschlüsse sehen vergleichsweise moderate Lohnsteigerungen vor, und die Lohnforderungen liegen nur wenig über ihrem historischen Durchschnitt. Die Gewerkschaften betonten zuletzt zwar häufiger die höhere Inflation. Dies führte aber bisher nicht zu deutlichen Lohnaufschlägen. Die Lohnforderungen liegen aktuell weiterhin zwischen 6 % und 11 % für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Im Einzelhandel steht eine Einigung weiter aus.**{#par-i26577}
****Die Effektivverdienste stiegen im Frühjahr wohl ähnlich stark wie im Winter.**Dies legt der Nominallohnanstieg um 4,0 % gegenüber dem Vorjahr für das zweite Quartal 2026 in der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes nahe.[\[6\]](#_ftn_root_6) Die Bruttoverdienste erhöhten sich demnach erneut deutlich stärker als die Tarifverdienste.**{#par-u6e8u8}
{#par-a1ai4i}
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**5 Inflationsrate stieg im Frühjahr vor allem aufgrund höherer Energiepreise merklich** {#tar-6}
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****Die Verbraucherpreise zogen im Frühjahr kräftig an.**Gegenüber dem Vorquartal stiegen die Verbraucherpreise () im zweiten Quartal 2026 saisonbereinigt um 0,9 %, nach 0,7 % im ersten Quartal. Infolge des Krieges im Nahen Osten verteuerten sich Energieprodukte weiterhin merklich, insbesondere Kraftstoffe und Heizöl. Bei Mineralölprodukten wirkten neben höheren Rohölpreisen auch gestiegene Raffineriemargen preistreibend. Die vorübergehend gesenkte Energiesteuer auf Benzin und Diesel (Tankrabatt") dämpfte den Preisanstieg zwar etwas. Sie glich den Einfluss der höheren Großhandelspreise jedoch nur teilweise aus. Bei Industriegütern ohne Energie verstärkte sich der Preisauftrieb dagegen nur etwas. Wegen der hohen Nachfrage nach Anwendungen der künstlichen Intelligenz verteuerten sich einzelne Güter und Dienstleistungen für die Informationsverarbeitung deutlich, vor allem Speichermedien und bestimmte Softwareprodukte.[\[7\]](#_ftn_root_7) Aufgrund des geringen Anteils am ‑Warenkorb war ihr Beitrag zur Teuerungsrate aber gering. Die Preise für Dienstleistungen stiegen ähnlich stark wie im Vorquartal und damit im historischen Vergleich weiterhin überdurchschnittlich. Besonders kräftig verteuerten sich Flugreisen. Hierzu dürften die höheren Kerosinpreise beigetragen haben. Bei Nahrungsmitteln schwächte sich der Preisauftrieb dagegen etwas ab, da der Preisdruck auf vorgelagerten Stufen nachließ. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise sanken im April, Mai und Juni deutlich. Niedrigere Preise für Obst, Gemüse und Molkereiprodukte glichen den kräftigen Preisanstieg bei Tabakwaren mehr als aus.**{#par-uuie98}
****Auch in der Vorjahresbetrachtung verstärkte sich der Preisauftrieb im zweiten Quartal 2026 merklich.**Die Inflationsrate stieg von 2,3 % im Winter auf 2,6 % im Frühjahr. Der Energiepreisschock unterbrach damit den bis dahin weit vorangeschrittenen Disinflationsprozess. Im Januar und Februar 2026 hatte die Vorjahresrate nahe 2 % gelegen. Im Gegensatz zur letzten Hochinflationsphase ist der erneute Teuerungsanstieg bislang aber nicht breit angelegt, sondern stark auf Energieprodukte konzentriert. Indirekte Effekte des Energiepreisschubs auf andere Komponenten des , insbesondere Nahrungsmittel und Industrieerzeugnisse ohne Energie, sind bisher begrenzt. Diese treten üblicherweise mit einer deutlichen Verzögerung auf.[\[8\]](#_ftn_root_8) Die Kerninflationsrate, gemessen am ohne Energie und Nahrungsmittel, sank im Gegensatz zur Gesamtrate leicht von 2,5 % im Vorquartal auf 2,4 %. Ausschlaggebend hierfür war vor allem die überraschend schwache Preisdynamik der Pauschalreisen. Ohne die volatilen Komponenten Bekleidung und Reisedienstleistungen lag die Kernrate unverändert bei 2,5 %.**{#par-i4a72o}
****Im Juli erhöhte sich die Inflationsrate, nach einem kurzen Rückgang im Juni, wieder deutlich auf 2,8 %.**[\[9\]](#_ftn_root_9)Vor allem Energie verteuerte sich merklich kräftiger als zuvor, insbesondere weil die vorübergehende Energiesteuersenkung für Benzin und Diesel auslief. Zusätzlich verstärkten höhere Raffineriemargen den Preisauftrieb. Auch die Nahrungsmittelpreise stiegen nach den Rückgängen in den Vormonaten wieder. Vor allem Käse und Gemüse verteuerten sich merklich. Bei Industriegütern ohne Energie verstärkte sich der Preisauftrieb ebenfalls deutlich. Hierzu trug insbesondere der kräftige Preisanstieg bei Arzneimitteln bei, der die Inflationsrate im Juli um 0,2 Prozentpunkte erhöhte. Dieser dürfte mit der Änderung der Apothekenverordnung zum 1. Juli zusammenhängen. Preisrückgänge gab es dagegen bei Bekleidung und Schuhen. Bei Dienstleistungen verringerte sich der Preisauftrieb. Dazu trugen niedrigere Flugpreise sowie ein abschwächender Basiseffekt bei. Bei den Mieten verstärkte sich der bereits zuvor im langfristigen Vergleich überdurchschnittliche Preisauftrieb dagegen im Juli nochmals. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel erhöhte sich von 2,5 % im Juni auf 2,6 % im Juli.**{#par-e12229}
{#par-u9432o}
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****Die Inflationsrate könnte in den kommenden Monaten vorübergehend noch weiter ansteigen.**Der Ausblick hängt dabei nach wie vor maßgeblich vom Verlauf des Krieges im Nahen Osten und von der Entwicklung der Energiepreise ab. Für die kurzfristige Entwicklung der Preise für Kraftstoffe und Heizöl sind neben den Rohölpreisen insbesondere die Raffineriemargen bedeutsam. Ein anhaltender oder eskalierender Krieg im Nahen Osten dürfte die Förderung und den Export von Rohöl weiter beeinträchtigen. Zudem verknappen bereits jetzt kriegsbedingte Schäden an Raffinerien dort und in Russland zusammen mit der Blockade der Straße von Hormus das Angebot an Mineralölerzeugnissen weltweit. Bleiben die Energiepreise auf vorgelagerten Stufen hoch oder steigen sie weiter, könnte sich der Kostendruck zunehmend auf die Verbraucherpreise anderer Waren und einzelner Dienstleistungen übertragen.**{#par-u5a8i6}
**6 Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen** {#tar-7}
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****Im dritten Quartal dürften die Folgen der niedrigen Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen die Erholung der deutschen Wirtschaft vorübergehend ausbremsen.** Die deutsche Wirtschaft startet zwar auch in die zweite Jahreshälfte mit einer recht kräftigen konjunkturellen Grundtendenz. Die robuste Auftragslage in der Industrie liefert gute Voraussetzungen für eine weiterhin positive Exportentwicklung. Auch von den staatlichen Ausgaben dürften fortgesetzte Impulse für die wirtschaftliche Dynamik ausgehen. Neben höheren Verteidigungsausgaben könnten sich nach und nach steigende Infrastrukturinvestitionen stärker bemerkbar machen. Denn im Mai stiegen die Bestellungen öffentlicher Auftraggeber im Bauhauptgewerbe kräftig an. Gleichzeitig bleiben jedoch mehrere Belastungsfaktoren bestehen, und durch die ausgeprägte Dürreperiode kommen vorübergehend weitere Einschränkungen hinzu. Nur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen Flüssen und kräftig steigende Transportkosten dürften die Industrieproduktion und den Exportanstieg deutlich beeinträchtigen. Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar.[\[10\]](#_ftn_root_10) Der grundsätzlich angelegte konjunkturelle Rückenwind durch die Auslandsnachfrage wird zunächst großenteils ausgebremst. Ferner dämpfen die immer noch niedrige Kapazitätsauslastung in der Industrie und die zuletzt gestiegenen Zinsen die Investitionen der Unternehmen. Zwar verbesserte sich das ifo Geschäftsklima bei den Investitionsgüterproduzenten im Juli leicht. Ein deutlicher Investitionsimpuls seitens der Unternehmen zeichnet sich aber noch nicht ab. Bei den Dienstleistern dürften die weniger konsumnahen Branchen wie vor allem die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen weiter expandieren. Dafür spricht, dass sich das ifo Geschäftsklima insbesondere in diesen Bereichen aufgehellt hat. Konsumnahe Dienstleister dürften jedoch unter Druck bleiben. Der private Konsum wird durch die anhaltend hohen Energiepreise belastet. Auch der schwache Arbeitsmarkt und pessimistische Einkommenserwartungen tragen zu einer weiterhin schwachen Konsumneigung der privaten Haushalte bei. Diese zeigt sich etwa in dem eingetrübten -Konsumklima. Schließlich dürfte die abgeschwächte Nachfrage im Wohnungsbau die Bauaktivität bremsen. Insgesamt wird die Erholung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal wohl vorübergehend deutlich an Schwung verlieren.**{#par-eu8534}
****Die deutsche Industrie zeigt sich resilient, sieht sich jedoch weiterhin erheblichen Risiken gegenüber.** Sie dürfte kurzfristig weiter von steigenden Exporten profitieren. Dafür spricht insbesondere die stabile Auslandsnachfrage. Der Auftragseingang aus dem Ausland lag im zweiten Quartal sowohl mit als auch ohne die volatilen Großaufträge deutlich über dem Vorquartal. Vor allem aus Ländern außerhalb des Euroraums war die Nachfrage weiterhin klar aufwärtsgerichtet. Insgesamt ging die Nachfrage nach Vorleistungsgütern zurück, zugleich nahm jedoch die Nachfrage nach Investitionsgütern sowie Konsumgütern zu. Dies könnte darauf hindeuten, dass die stützenden Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten allmählich auslaufen und zunehmend von einer breiter angelegten konjunkturellen Belebung abgelöst werden. Dazu passen auch die Stimmungsindikatoren. Die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe schätzten im Juli laut ifo Institut sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Geschäftserwartungen besser ein. Auch der Einkaufsmanagerindex von S\&P Global stieg für die Industrie zuletzt deutlich und liegt weiterhin klar über der Expansionsschwelle. Zwar befinden sich die ifo Exporterwartungen weiterhin im negativen Bereich, die Produktionspläne drehten zuletzt jedoch wieder ins Plus. Gleichzeitig verschlechterte sich allerdings laut die wahrgenommene Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowohl gegenüber den Ländern des Euroraums als auch gegenüber Drittstaaten. Auch die Belastungsfaktoren wie hohe Energiekosten und Lieferkettenstörungen durch den Krieg im Nahen Osten spielen weiterhin eine Rolle. So liegt die Materialknappheit im Verarbeitenden Gewerbe laut nach wie vor auf erhöhtem Niveau. Hinzu kommen neue Risiken durch die anhaltend niedrigen Pegelstände auf den deutschen Wasserstraßen, insbesondere durch den Rekordtiefstand des Rheins. Dadurch dürfte es zu zusätzlichen Lieferverzögerungen kommen, was die Materialknappheit weiter verschärft, Transportkosten erhöht und Produktion verzögert. Dies dürfte die sich gerade festigende Industriekonjunktur vorerst spürbar belasten.**{#par-o8e678}
{#par-ei2775}
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****Im Bau dürfte sich die Erholung im dritten Quartal fortsetzen, wenn auch mit gedämpfter Dynamik.**Die temporären Nachholeffekte aus der im ersten Quartal entfallenen Produktion dürften schrittweise nachlassen. Zudem dürfte sich die gedämpfte Nachfrage im Wohnungsbau stärker bemerkbar machen. Diese zeigte sich in den Baugenehmigungen, die im Quartalsdurchschnitt deutlich abnahmen. In der eingetrübten Nachfrage spiegeln sich die Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten in Form von Kaufkraftverlusten und gestiegenen Hypothekenzinsen wider. Zudem stiegen die Baupreise kräftig an, auch weil die Branche aufgrund des Krieges im April und Mai unter Materialknappheit infolge gestörter Lieferketten litt. Für Auftrieb im Bausektor sorgen hingegen vermehrte öffentliche Aufträge -- vermutlich für Infrastrukturprojekte. Insgesamt spricht die Indikatorenlage für eine weitere, wenn auch verhaltene, Erholung der Bauwirtschaft. Die Kapazitätsauslastung lag in der Branche laut ifo Institut im Juli auf dem höchsten Niveau seit über zwei Jahren. Zudem verbesserten sich zuletzt laut ifo Institut sowohl die Lageeinschätzung als auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen etwas.**{#par-i5o387}
***In diesem Beitrag wurden Daten bis zum 19. August 2026, 11:00 Uhr berücksichtigt.***{#par-oau9a9}
**Literaturverzeichnis** {#tar-8}
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**Ademmer, M., N. Jannsen und S. Meuchelböck (2023), [Extreme Weather Events and Economic Activity: The Case of Low Water Levels on the Rhine River](https://doi.org/10.1515/ger-2022-0077), German Economic Review, Vol. 24(2), S. 121 -- 144.**{#par-u52o16}
**Deutsche Bundesbank (2026a), [Bank Lending Survey für Deutschland](https://www.bundesbank.de/content/602486).**{#par-eii71o}
**Deutsche Bundesbank (2026b), [Deutschland-Prognose: Energiepreisschock treibt Teuerung an und bremst die Konjunkturerholung](https://publikationen.bundesbank.de/content/998836), Monatsbericht, Juni 2026.**{#par-ooeiao}
**Deutsche Bundesbank (2026c), [Die deutsche Zahlungsbilanz für das Jahr 2025](https://publikationen.bundesbank.de/content/988552), Monatsbericht, März 2026.**{#par-uea45a}
**Deutsche Bundesbank (2026d), [Monatsbericht -- Juni 2026](https://publikationen.bundesbank.de/content/998608), Juni 2026.**{#par-i29aa7}
**Deutsche Bundesbank (2025), [Was steckt hinter dem mehrjährigen Rückgang der deutschen Exportmarktanteile?](https://publikationen.bundesbank.de/content/960342), Monatsbericht, Juli 2025.**{#par-iee57e}
**Statistisches Bundesamt (2026), [Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2026 um 0,2 % höher als im Vorquartal (+ 0,9 % zum Vorjahresquartal)](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_269_811.html), Pressemitteilung Nr. 269.**{#par-ao9964}
**Verband der Automobilindustrie (2026), [Pkw-Produktion in Deutschland im Juni 2026](https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2026/260703_PM_Nationale_PM_Pkw-Produktion_in_Deutschland_im_Juni_2026), Pressemitteilung vom 3. Juli 2026.**{#par-e26a35}
1. **{#_ftn_root_1} Die Saisonbereinigung umfasst hier und im Folgenden auch die Ausschaltung von Kalendereinflüssen, sofern sie nachweisbar und quantifizierbar sind.**
2. **{#_ftn_root_2} Vgl.: Deutsche Bundesbank (2026d).**
3. **{#_ftn_root_3} Vgl.: Statistisches Bundesamt (2026).**
4. **{#_ftn_root_4} Vgl.: Deutsche Bundesbank (2026a).**
5. **{#_ftn_root_5} Vgl.: Verband der Automobilindustrie () (2026). Auch die gestiegenen Kraftstoffpreise könnten zu einer erhöhten Attraktivität von Elektromobilität geführt haben.**
6. **{#_ftn_root_6} Die Effektivverdienste liegen erst mit der Veröffentlichung der ‑Detailergebnisse zum zweiten Quartal 2026 am 25. August 2026 vor. In die vorläufigen Berechnungen auf Basis der Verdiensterhebung gehen -- im Unterschied zu den Effektivverdiensten aus den -- die Nominallöhne ein. Sie liegen nur für die Wirtschaftsabschnitte A bis S vor.**
7. **{#_ftn_root_7} Der Anteil von Gütern und Dienstleistungen für die Informationsverarbeitung im ist aktuell relativ gering, mit rund 0,1 % für Software und 1,6 % für Informationsgüter. Die Teuerungsrate von Software unterliegt generell starken Schwankungen. Unter den Informationsgütern stieg die Teuerungsrate für Speichermedien, für deren Herstellung Halbleiter eine entscheidende Rolle spielen, besonders stark.**
8. **{#_ftn_root_8} Vgl.: Deutsche Bundesbank (2026b).**
9. **{#_ftn_root_9} Die Vorjahresrate des nationalen Verbraucherpreisindex () erhöhte sich von 2,3 % im Juni auf 2,8 % im Juli.**
10. **{#_ftn_root_10} Diese Einschätzung basiert auf Analysen der Niedrigwasserperiode 2018, vgl.: Ademmer et al. (2023).**
*[VGR]: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
*[VDA]: Verband der Automobilindustrie
*[ifo]: Institut für Wirtschaftsforschung
*[HVPI]: Harmonisierter Verbraucherpreisindex
*[BIP]: Bruttoinlandsprodukt
*[IAB]: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
*[IT]: Informationstechnologie
*[GfK]: market research institution
*[VPI]: Verbraucherpreisindex
*[SGB]: Sozialgesetzbuch
*[BA]: Bundesagentur für Arbeit