# Zusammenfassung Der Klimawandel und seine Folgen haben weitreichende Auswirkungen auf das Wirtschafts- und Finanzsystem: Sie können beispielsweise die Preisstabilität, die Wachstumsaussichten und die Stabilität des Banken- und Finanzsystems beeinflussen. Damit betreffen sie die Kernaufgaben einer Zentralbank. Die Bundesbank berücksichtigt daher im Rahmen ihres Mandats Klimarisiken. Auch der Verlust von Natur und Biodiversität kann sich negativ auswirken[\[1\]](#_ftn_root_1) und ist daher zunehmend Gegenstand der Arbeiten und Analysen der Bundesbank. {#par-u2e989} Das Kapitel [2 Governance](https://publikationen.bundesbank.de/content/931294) beschreibt, wie die Bundesbank ihre internen Ressourcen, die bankweite Steuerung und den fachbereichsübergreifenden Austausch dazu in den vergangenen Jahren gestärkt hat. Über den Lenkungsausschuss Green Finance () werden die Themen und Projekte zentral vom Vorstand gesteuert. Inhaltlich wird das Gremium durch die Expertengruppe Green Finance und organisatorisch durch die Abteilung Nachhaltigkeit flankiert.{#par-a93i22} Im Kapitel [3 Strategie](https://publikationen.bundesbank.de/content/955042) werden die klimabezogenen Fokusthemen der verschiedenen Fachbereiche der Bundesbank, sowie die nationale und internationale Gremienarbeit für ein nachhaltigeres Wirtschafts- und Finanzsystem, wie im Rahmen des Network for Greening the Financial System (), vorgestellt. Der Environmental, Social, Governance ()-Bond-Monitor dient als Einblick in die Marktanalysen der Bundesbank. Das Kapitel erläutert außerdem nachhaltigkeitsbezogene Aufgaben der Bundesbank als Fiskalagentin für Bund und Länder. Ferner stellt es die Nachhaltigkeitskonzepte der eigenen nicht-geldpolitischen Finanzanlagen[\[2\]](#_ftn_root_2) der Bundesbank vor. {#par-u77a19} Das Kapitel [4 Risikomanagement](https://publikationen.bundesbank.de/content/955044) skizziert die Überwachung, Messung, Analyse, interne Kommunikation und Steuerung der Risiken, die sich aus dem Klimawandel und der Transition zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft für die Bundesbank ergeben.{#par-u43391} Im Kapitel [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/955050) werden Treibhausgas- () und weitere Nachhaltigkeitskennzahlen offengelegt. Der Fokus liegt hierbei auf dem Euro-Portfolio und den Devisenreserven der Bundesbank. Erstmals werden zudem auch Kennzahlen zu den Anteilen der Bundesbank an den geldpolitischen Beständen des Eurosystems an Unternehmensanleihen und gedeckten Schuldverschreibungen (Covered Bonds) präsentiert. Bei der Darstellung der einzelnen Portfolios ist zu beachten, dass sie unterschiedlichen Parametern unterliegen und jeweils in ihrem spezifischen Kontext zu betrachten sind. Nachfolgend werden die wichtigsten Erkenntnisse im Bereich der klima-und nachhaltigkeitsbezogenen Kennzahlen dargestellt.{#par-eo4821} Das Euro-Portfolio enthält zum Jahresende 2024 ausschließlich Covered Bonds, die von Banken begeben werden. Somit sind deren -Emissionen maßgebend für die -Kennzahlen des Euro-Portfolios. Hier lässt sich mit Ausnahme der vorläufigen -Kennzahlen[\[3\]](#_ftn_root_3) für 2024 ein anhaltender Abwärtstrend ablesen. Das betrifft unter anderem die Weighted Average Carbon Intensity (), welche die -Intensität des Portfolios abbildet, und den Carbon Footprint, der die durch das Portfolio finanzierten ‑Emissionen in Relation zum Portfoliovolumen setzt (siehe Abbildung 1). Die Rückgänge dürften vor allem darin begründet sein, dass die Banken vermehrt Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen und infolgedessen ihre Scope 2-Emissionen reduzieren. Die vorliegenden -Kennzahlen sind jedoch nur bedingt aussagekräftig, da sie mit Scope 1 und Scope 2 lediglich betriebsbedingte Emissionen der Banken beinhalten.[\[4\]](#_ftn_root_4) Von größerer Bedeutung sind die von Banken finanzierten -Emissionen (Teil von Scope 3). Die Datenlage hierzu ist weiterhin unzureichend, dürfte sich mittelfristig aber weiter verbessern.{#par-i89653} {#par-e9i3aa} ![Euro-Portfolio: WACI und Carbon Footprint](https://publikationen.bundesbank.de/resource/blob/956914/d8b4faedccf3d16aa1d00764a72e23a4/472B63F073F071307366337C94F8C870/2025-0-01-data.svg)
Die Währungsreserven der Bundesbank bestehen aus Goldbeständen, Forderungen an den Internationalen Währungsfonds () und Devisen. Letztere umfassen unter anderem Anleihen von nationalen und supranationalen Förder- und Entwicklungsbanken sowie Staatsanleihen. Der vorliegende Bericht enthält klimabezogene Kennzahlen zu den Goldbeständen ( [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/955050)) sowie zu den Devisenreserven ( [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/955050) und [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/955050)).{#par-aa5118} Die Finanzierungsaktivitäten der Förder- und Entwicklungsbanken, deren Anleihen in den Devisenreserven gehalten werden, weisen 2024 mit 18,7 Prozent weiterhin einen hohen „grünen" (umweltschutzfördernden) Anteil auf. Darunter erfasste Geschäftsaktivitäten beinhalten vor allem Finanzierungen von erneuerbaren Energien, Energieeffizienzmaßnahmen und Infrastruktur für öffentliche Verkehrsmittel. {#par-e98953} Die der Anlagen in Staaten fällt geringer aus, falls der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft einbezogen wird. Dieser hat im Falle der in den Devisenreserven vertretenen Staaten größere -Mengen gebunden als ausgestoßen. Sowohl mit als auch ohne Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (land-use, land‑use change and forestry, ) betrachtet ist die seit 2015 fast kontinuierlich zurückgegangen (siehe Abbildung 2). Im Jahr 2024 trug die Aufnahme des Britischen Pfunds in die Währungsreserven, größtenteils angelegt in Anleihen des Vereinigten Königreichs, zu einem geringfügigen -Rückgang bei. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die in Relation zum Bruttoinlandsprodukt () nach Kaufkraftparität () abgebildet wird. Dessen inflationsbedingter Anstieg trägt somit zum ‑Rückgang bei. Inflationsbereinigt fällt die Reduktion der nur knapp halb so hoch aus (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/955050)).{#par-o5977i} {#par-ea471i} ![Staaten (Währungsreserven): WACI](https://publikationen.bundesbank.de/resource/blob/956870/37c22867b8c3fa84f79da8ea1a3d6b89/472B63F073F071307366337C94F8C870/2025-0-02-data.svg)
Zu den geldpolitischen Beständen des Eurosystems an Unternehmensanleihen und Covered Bonds veröffentlicht die Bundesbank im diesjährigen Bericht erstmals -Kennzahlen. Diese wurden von der Europäischen Zentralbank () einheitlich für das Eurosystem berechnet und den nationalen Zentralbanken bereitgestellt. Sie zeigen, dass zuletzt vor allem die und der Carbon Footprint nach Scope 1 und 2 zurückgegangen sind (vgl. Abbildung 3). {#par-o7o9a4} {#par-ea88a9} ![Geldpolitische Bestände des Eurosystems an Unternehmensanleihen: WACI und Carbon Footprint des Bundesbank-Anteils](https://publikationen.bundesbank.de/resource/blob/956868/5d2370085736198e0c054046a5428ebf/472B63F073F071307366337C94F8C870/2025-0-03-data.svg)
Das Kapitel [6 Ziele und Ausblick](https://publikationen.bundesbank.de/content/955052) beschreibt die künftigen Bestrebungen der Bundesbank in Bezug auf die Berücksichtigung klima‑ und nachhaltigkeitsbezogener Aspekte ihrer internen und externen Strategie-, Gremien- und Kommunikationsarbeit. Darunter zählt auch ihr Einsatz für eine verbesserte Verfügbarkeit und Qualität von Nachhaltigkeitsdaten im Finanzsystem sowie die Weiterentwicklung der eigenen Analyse- und Anlagekonzepte.{#par-uouae5} 1. {#_ftn_root_1} Vgl. beispielsweise Elderson (2024) zur Relevanz von Natur- und Biodiversitätsverlust für das Mandat des Eurosystems: [Taking account of nature, naturally](https://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2024/html/ecb.sp241119~3eeb812c74.en.html). 2. {#_ftn_root_2} Als Euro-Portfolio bezeichnetes Euro-denominiertes Eigenportfolio und Währungsreserven. 3. {#_ftn_root_3} Für das Jahr 2024 sind zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch keine -Daten verfügbar. Daher werden vorläufig die -Daten der Banken für 2023 herangezogen. 4. {#_ftn_root_4} Bei den Emissionen eines Unternehmens wird in der Regel zwischen Scope 1, 2 und 3 unterschieden. Scope 1: Emissionen, die direkt beim Unternehmen entstehen; Scope 2: Indirekte Emissionen, die bei der Erzeugung des von dem Unternehmen eingekaufter Energie (v. a. Strom) entstehen; Scope 3: Indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (außer Scope 2). *[KKP]: Kaufkraftparität *[NGFS]: Network for Greening the Financial System *[THG]: Treibhausgas *[vgl.]: vergleiche *[LULUCF]: Land Use, Land-Use Change and Forestry *[ESG]: environmental, social and governance *[WACI]: Weighted Average Carbon Intensity *[BIP]: Bruttoinlandsprodukt *[IWF]: Internationaler Währungsfonds *[LAGFin]: Lenkungsausschuss Green Finance *[EZB]: Europäische Zentralbank