# Zusammenfassung **Die Folgen von Klimawandel, Natur- und Biodiversitätsverlust sowie Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern sind weiterhin bestehende Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft und das Finanzsystem.** Der Klimawandel und der Verlust von Natur und Biodiversität sowie die Transformation zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft haben weiterhin Auswirkungen auf die langfristige Stabilität von Wirtschaft und Finanzsystemen. Gleichzeitig wirken sich bestehende Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern wirtschaftlich zunehmend negativ aus.[\[1\]](#_ftn_root_1) Ein Übergang zu erneuerbaren Energiequellen würde die deutsche und europäische Wirtschaft demnach nicht nur klima- und naturverträglicher, sondern auch resilienter und weniger krisenanfällig gegenüber negativen Angebotsschocks bei fossilen Energieträgern machen. Steigt die globale Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre weiter an, wird eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zunehmend unwahrscheinlich. Die Bundesbank bleibt ihrem Mandat verpflichtet, die daraus resultierenden Risiken für das Finanzsystem zu analysieren und Maßnahmen zur Gewährleistung der Preisstabilität sowie zum Schutz ihrer eigenen Bilanz zu ergreifen und zur Finanzstabilität beizutragen.{#par-e7a643} **Die Bundesbank hat ihre klima- und naturbezogenen Aktivitäten im Jahr 2025 weiter ausgebaut** . Zu den wichtigsten Entwicklungen zählen -gestützte Datenanalysetools, die Leitung eines eurosystemweiten -Datenbeschaffungsprojekts und die Durchführung von Analysen, über naturbezogene Risiken oder aktuelle Herausforderungen derTransformationsfinanzierung im deutschen Bankensektor ([1 Einleitung](https://publikationen.bundesbank.de/content/992272)). Auf nationaler Ebene fördert die Bundesbank den Austausch zu Nachhaltigkeit und den Auswirkungen des Klimawandels und des Natur- und Biodiversitätsverlustes auf das Finanzsystem. Auch im Jahr 2025 hat die Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Mauderer, das Network for Greening the Financial System () geleitet. Zudem hat die Bundesbank gemeinsam mit dem Bundesministerium der Finanzen () Deutschland in der Sustainable Finance Working Group () und in der neu eingerichteten Sustainable Finance Working Party () der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung () vertreten. Darüber hinaus fördert die Bundesbank den Wissenstransfer in nationalen und internationalen Formaten, darunter im Eurosystem, im sowie im Rahmen der , durch den Austausch von Erfahrungen bei der Modellierung klimabezogener Risiken sowie die Veröffentlichung eigener Analyseinstrumente.{#par-u39o6i} **Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Klimarisiken und der Widerstandsfähigkeit des deutschen Finanzsystems.** Die Bundesbank hat einen makroprudenziellen Analyserahmen entwickelt, der physische und transitorische Klimarisiken im Finanzsystem untersucht (siehe [1 Einleitung](https://publikationen.bundesbank.de/content/992272)). Die bisherigen Analysen zeigen, dass das deutsche Finanzsystem gegenüber Transitionsrisiken insgesamt widerstandsfähig ist, jedoch können einzelne Finanzinstitute stärker betroffen sein. Stresstests mit kurzfristigen Schocks, wie einem plötzlichen CO₂-Preisanstieg, bestätigen, dass ein schrittweiser Übergang zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft sowie eine breite Datenverfügbarkeit Offenlegung und Transparenz am Markt über Klimarisiken aus Sicht der Finanzstabilität vorteilhaft sind. Physische Risiken, wie Extremwetterereignisse, werden zunehmend in den Analysen berücksichtigt, insbesondere im Hinblick auf internationale Verflechtungen über Lieferketten und Versicherungsmärkte.{#par-uie75e} **Für ihre nicht-geldpolitischen Finanzanlagen (Euro-Portfolio und Devisenanteil der Währungsreserven) verfolgt die Bundesbank nachhaltige Anlagestrategien.** Hierzu zählen ein vierstufiges Konzept für Covered Bonds und Nachhaltigkeitsscores für Anleihen von Förder- und Entwicklungsbanken sowie von Gliedstaaten ( Bundesstaaten und Provinzen; Subsovereigns) (siehe [3 Strategie](https://publikationen.bundesbank.de/content/990952)). Diese Strategien berücksichtigen Klimarisiken und fördern die Transformation zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft im Rahmen des gesetzlichen Mandats der Bundesbank.{#par-uu1eeu} **Die Treibhausgas** ()-**Kennzahlen des Euro-Portfolios verzeichnen teilweise einen leichten Anstieg gegenüber den Vorjahren, sind aber langfristig rückläufig.** Das Euro-Portfolio bestand 2025 überwiegend aus Covered Bonds von Geschäftsbanken sowie aus Anleihen von Förder- und Entwicklungsbanken. Für Covered Bonds ermöglicht eine verbesserte Datenlage die erstmalige Berichterstattung über Kennzahlen zu Scope 3-Emissionen (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)). Diese verdeutlichen, dass die -Bilanz von Covered Bonds fast ausschließlich durch die finanzierten Emissionen der Geschäftsbanken geprägt ist. Auf niedrigem Niveau sind Anstiege der Scope 1- und 2-Kennzahlen zwischen 2023 und 2024 zu verzeichnen.[\[2\]](#_ftn_root_2) Diese hängen auch damit zusammen, dass vereinzelte Banken im Zuge der neuen European Sustainability Reporting Standards () ihre Ansätze zur Erfassung von -Emissionen umgestellt haben. In der längerfristigen Betrachtung seit 2021 sind die Scope 1- und 2-Kennzahlen der Covered Bonds hingegen zurückgegangen. {#par-i61224} Die Covered Bonds sind mit Deckungsmassen (Cover Pools) besichert, größtenteils mit Wohnimmobilienkrediten. Deren physische Klimarisiken wurden erstmals anhand der zugrundeliegenden Regionen untersucht (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)). In diesen sind vergleichsweise viele Wohnimmobilien Flutrisiken ausgesetzt, während Risiken aus Meeresspiegelanstieg, Waldbränden und Wirbelstürmen weniger verbreitet sind (siehe Abbildung 1).{#par-a6a7e6} {#par-ei36ae} ![Verteilung der Cover Pools auf potenziell durch Fluten bedrohte Regionen](https://publikationen.bundesbank.de/resource/blob/956918/7653f22b63d8795ccab1ce0ed23493a5/472B63F073F071307366337C94F8C870/2026-0-01-data.svg)
Die Finanzierungsaktivitäten der Förder- und Entwicklungsbanken weisen einen beträchtlichen „grünen" (umweltschutzfördernden) Anteil auf, der unter anderem erneuerbaren Energien und der Infrastruktur für öffentliche Verkehrsmittel zufließt (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)). Die erstmalige Aufnahme von Anleihen von Förder- und Entwicklungsbanken in das Euro-Portfolio hat sich daher positiv auf dessen Nachhaltigkeitsbilanz ausgewirkt.{#par-ao5iio} **In den Währungsreserven haben sich vor allem die klimabezogenen Kennzahlen der Anlagen in Staaten verbessert.** Die -Intensitäten der Staaten gehen seit 2015 fast kontinuierlich zurück (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)). Erstmals umfasst der Bericht neben Klimaaspekten auch eine dedizierte Betrachtung von Naturaspekten der Staaten (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)). Diese zeigt , dass international noch größere Lücken zu den Zielen des -Biodiversitätsabkommens bestehen, 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Neben den Anlagen in Staaten umfassen die Währungsreserven der Bundesbank unter anderem Goldbestände (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)), Forderungen an den Internationalen Währungsfonds () (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)) und (ebenso wie das Euro-Portfolio) Anleihen von Förder- und Entwicklungsbanken (siehe [5 Kennzahlen](https://publikationen.bundesbank.de/content/992346)). Zu diesen Anlagen enthält der vorliegende Bericht ebenfalls klimabezogene Kennzahlen.{#par-i4o896} **Die Bundesbank wird ihre Analysen zu Klima- und Naturrisiken weiter vertiefen und ihre nachhaltigen Anlagekonzepte weiter ausbauen.** Sie setzt sich für eine verbesserte Verfügbarkeit und Qualität von Nachhaltigkeitsdaten ein und fördert die Konsistenz von Offenlegungsanforderungen. Im Rahmen ihres Mandats ist sie bestrebt, klima- und nachhaltigkeitsbezogene Aspekte in ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen, um zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und der Treibhausgasneutralität der und Deutschlands beizutragen (siehe [6 Ziele und Ausblick](https://publikationen.bundesbank.de/content/992348)). Die vorliegende jährliche klimabezogene Berichterstattung bleibt ein wichtiges Instrument, um Fortschritte zu dokumentieren und Transparenz zu schaffen.{#par-i1983e} 1. {#_ftn_root_1} Vgl. bspw. Vizepräsidentin Mauderer (2026) zu den wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen von externen Abhängigkeiten im Energiebereich: [Preserving Stability in a Fragmented and Uncertain World](https://www.bundesbank.de/content/992342). 2. {#_ftn_root_2} Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind noch keine -Daten für das Jahr 2025 verfügbar. Die -Kennzahlen für das Jahr 2025 basieren vorläufig auf den -Daten der Banken für 2024, so dass die Entwicklung der -Kennzahlen zwischen 2024 und 2025 nur begrenzt aussagekräftig ist. *[bzw.]: beziehungsweise *[**THG**]: Treibhausgas *[NGFS]: Network for Greening the Financial System *[z. B.]: zum Beispiel *[G20]: Gruppe der Zwanzig *[SFWG]: Sustainable Finance Working Group *[SFWP]: Sustainable Finance Working Party *[bspw.]: beispielsweise *[ESRS]: European Sustainability Reporting Standards *[G7]: Gruppe der Sieben *[EU]: Europäische Union *[THG]: Treibhausgas *[OECD]: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung *[ESG]: Environmental, Social and Governance *[UN]: United Nations *[IWF]: Internationaler Währungsfonds *[BMF]: Bundesministerium der Finanzen *[u. a.]: unter anderem *[KI]: Künstliche Intelligenz