# DLT und Nachhandel Mit der Spar- und Investitionsunion treibt Europa die Schaffung eines vertieften Binnenmarkts für Finanzierung und Investitionen voran -- ein Ziel, das auch Maßnahmen im Bereich des Nachhandels und digitaler Innovationen umfasst. {#par-e67u69} Mit dem -Pilot-Regime hatte die bereits ab 2023 regulatorische Weichen für die Nutzung von Distributed-Ledger-Technologie () im Nachhandelsbereich gestellt. Im begrenzten Rahmen einer *regulatory sandbox* können Marktinfrastrukturanbieter seitdem -basierte Plattformen für Wertpapierhandel und/oder -abwicklung betreiben. Ausgehend von den Erfahrungen der letzten Jahre schlägt die Europäische Kommission in dem im Dezember 2025 vorgestellten Marktintegrationspaket nun eine umfassende Überarbeitung vor: Der Anwendungsbereich des -Piloten soll funktional erweitert und entfristet sowie hinsichtlich der nutzbaren Wertpapiere flexibler und skalierbar gestaltet werden. Um in einem möglichst frühen Stadium der Marktentwicklung die Herausbildung von Barrieren und technischen Silo-Lösungen zu vermeiden, sieht der Kommissionsvorschlag zudem verpflichtende Maßnahmen zur Erarbeitung von Interoperabilitätsstandards zwischen -basierten Finanzmarktinfrastrukturen vor. {#par-u445i8} Auch in der „traditionellen" Welt der Zentralverwahrer (reguliert durch die Zentralverwahrerverordnung ) sieht das Paket der Kommission Öffnungen in Richtung einer stärkeren Anwendung von vor, etwa hinsichtlich der Nutzbarkeit von für Kerndienstleistungen ohne formales Auslagerungserfordernis. Diese Öffnungen unterstreichen das Interesse der Kommission, die in Richtung einer vollständig technologieneutralen Regulierung weiterzuentwickeln, die es den etablierten Marktinfrastrukturen ermöglicht, ihr Geschäftsmodell auch in einem -basierten Umfeld fortzuentwickeln. Gleichzeitig werden spezifische Anforderungen zur Steuerung der damit verbundenen Risiken eingeführt, um sicherzustellen, dass Zentralverwahrer ihre Kontrollmöglichkeiten im Risikomanagement behalten und Aufsichts- und Überwachungsfunktionen nicht beeinträchtigt werden. Für Zentralverwahrer, die einsetzen, soll die geldseitige Abwicklung in Geschäftsbankengeld künftig zudem auch über E-Geld-Token im Sinne der möglich sein. Die grundsätzliche regulatorische Präferenz für die Abwicklung in Zentralbankgeld bleibt jedoch erhalten. {#par-eoa33o} Das Eurosystem begleitet diese Entwicklungen hin zu einer verstärkten Nutzung von im Nachhandelsbereich aktiv mit und setzt hinsichtlich der zukünftigen Verfügbarkeit von Zentralbankgeld in einem -Umfeld auf eine zweigleisige Strategie: Ab September 2026 wird mit Pontes eine Interoperabilitätslösung für die Abwicklung DLT-basierter Vermögenswerte in Zentralbankgeld bereitstehen, die marktbetriebene DLT-Plattformen mit den TARGET-Services verbindet. Parallel dazu werden der öffentliche und der private Sektor im Rahmen der Appia-Initiative zusammenarbeiten, um ein zukunftsfähiges, innovatives und integriertes digitales Finanzökosystem in Europa aufzubauen.{#par-o31ue4} Auch die Notenbankfähigkeit von -basierten Vermögenswerten wird innerhalb des Eurosystems vorangetrieben: Seit dem 30. März 2026 akzeptiert das Eurosystem -basierte Vermögenswerte als Sicherheiten, sofern sie nach der Begebung detokenisiert werden und in der Folge die bestehenden Kriterien zur Notenbankfähigkeit erfüllen. Zudem hat das Eurosystem mit der Prüfung der Frage begonnen, ob, wie und unter welchen Bedingungen Vermögenswerte, deren gesamter Lebenszyklus auf beruht und die insofern nicht in traditionelle Wertpapierabwicklungssysteme überführt werden, notenbankfähig werden und als Sicherheiten ggü. dem Eurosystem mobilisiert werden könnten.{#par-o625i1} Die Deutsche Bundesbank hat diese komplementären Initiativen des Eurosystems von Anfang an ausdrücklich als strategische Priorität unterstützt, nicht zuletzt in ihrer spezifischen Rolle als Anbieter im Bereich der Zahlungs- und Abwicklungssysteme, die einen der größten europäischen Finanzmärkte bedienen.{#par-eiaiao} Als Fazit: Es ist absehbar, dass die Nachhandelslandschaft in Europa weiterhin -- graduell -- verändern und etablierte Prozessschritte zunehmend ergänzen wird. Fortschritte in der zugrundeliegenden Technologie selbst können zukünftig sicherlich dazu beitragen, einige der bisher aufgetretenen Hindernisse zu überwinden, etwa Probleme der Skalierbarkeit in hochautomatisierten und volumenintensiven Prozessen. Zeitnahe Schritte hin zu einem zukunftsfähigen Regulierungsrahmen, bei dem einige der dringlicheren Aspekte möglicherweise schneller behandelt werden, sowie das nachhaltige Engagement des Eurosystems -- nicht zuletzt durch die Bereitstellung von digitalem Zentralbankgeld für Großbetragszahlungen -- werden entscheidend dazu beitragen, ein innovationsförderndes und wettbewerbsfähiges europäisches -Umfeld zu gestalten.{#par-ua67ia} Weiterführende Informationen ---------------------------- [Market integration and supervision package](https://finance.ec.europa.eu/content/993006){#par-e26ai9} [EZB ebnet Weg für Zulassung von DLT-basierten Vermögenswerten als notenbankfähige Sicherheiten des Eurosystems](https://www.bundesbank.de/content/988588){#par-u1u7oa} [Die EZB legt sich auf Pläne für zweigleisige Strategie zur Abwicklung von DLT-Transaktionen fest](https://www.bundesbank.de/content/945280){#par-iu5333} [Appia](https://www.ecb.europa.eu/content/993008){#par-a8o7o8} [Pontes](https://www.ecb.europa.eu/content/993010) *[EU]: Europäische Union *[CSDR]: Central Securities Depositories Regulation *[MiCAR]: Markets in Crypto-Assets Regulation *[DLT]: distributed ledger technology