Scheckabwicklungsdienst des EMZ wird zum 31. Dezember 2027 eingestellt
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Scheckabwicklungsdienst des EMZ wird zum 31. Dezember 2027 eingestellt
Die Deutsche Kreditwirtschaft und die Bundesbank haben beschlossen, das inländische Scheckinkasso zum 31. Dezember 2027 einzustellen. Mit der Einstellung entfällt auch der Scheckabwicklungsdienst des Elektronischen Massenzahlungsverkehrs (EMZ) als technische Infrastruktur für den automatisierten Scheckeinzug im Interbankenverkehr. Darüber hinaus wird die Bundesbank weitere Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Scheck – das heißt: den bestätigten Scheck, die Ausstellung von Schecks zu Lasten der Bundesbank sowie den Einzug von Scheckzahlungen für alle Kundengruppen – einstellen. Barauszahlungen zu Lasten bei der Bundesbank geführter Konten mittels Schecks werden weiterhin möglich sein. Das Bargeldgeschäft der Bundesbank ist somit von der Einstellung des Leistungsangebots nicht betroffen.
Für diese Entscheidung sprechen verschiedene Gründe. So spielt der Scheck für die allermeisten Kunden im Alltag keine Rolle mehr. Auch Unternehmen greifen immer seltener auf dieses Zahlungsmittel zurück. Als papierbasiertes Zahlungsmittel verursacht der Scheck aufgrund seiner begrenzten Automationsfähigkeit hohe Kosten für alle Beteiligten. Besonders für den Schecknehmer ist der Einzug eines Schecks in der Regel teuer und gestaltet sich zunehmend schwieriger, da viele Kreditinstitute diesen Service nicht mehr anbieten. Hinzu kommen die erhöhte Betrugsanfälligkeit sowie ein gesteigertes Missbrauchsrisiko im Hinblick auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Gleichzeitig stehen mit (Echtzeit-)Überweisungen, Lastschriften, Online-Zahlverfahren und Kartenzahlungen kostengünstigere, komfortablere, sicherere und schnellere Alternativen zur Verfügung.
Starker Rückgang
Die Nutzung von Schecks ist in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren stark zurückgegangen. Während im Jahr 2007 noch 75,5 Millionen Scheckzahlungen verzeichnet wurden, sank die Zahl bis 2024 auf unter zwei Millionen. Seit 2015 nimmt die Anzahl der Schecktransaktionen jährlich um rund 20 bis 30 Prozent ab. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung durch die zunehmende Verbreitung alternativer Zahlungsmethoden wie SEPA-Überweisungen und insbesondere SEPA-Echtzeitüberweisungen weiter fortsetzen wird. Der Anteil der Scheckzahlungen am unbaren Zahlungsverkehr liegt, was den Anteil an den Stückzahlen angeht, aktuell nur noch bei 0,01 Prozent.
Der Entscheidung, das Scheckinkasso einzustellen, gingen mehr als zwei Jahre Beratungen voraus. Eine Expertengruppe, die aus Vertretern der Kreditwirtschaft bestand und von der Bundesbank geleitet wurde, untersuchte die Nutzung von Schecks und prüfte Alternativen. Anschließend wurden verschiedene Interessenverbände sowie die betreffenden Stellen der Bundes- und Länderverwaltung einbezogen. Das Vorhaben wurde uneingeschränkt begrüßt. Auch das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie das Bundeskartellamt waren in die Entscheidungsfindung eingebunden.
Zeit, um auf alternative Zahlungsmethoden umzustellen
Die Deutsche Kreditwirtschaft und die Bundesbank haben die Öffentlichkeit am 22. Oktober 2025 in einer gemeinsamen Pressenotiz über die geplante Einstellung des Scheckinkassos informiert. Unternehmen und Organisationen, die den Inlandsscheck gegenwärtig noch nutzen, haben somit ausreichend Zeit für die Umstellung auf alternative Zahlungsmethoden.