Zahlungsverhalten in Deutschland im Jahr 2025

Verwendung von Zahlungsinstrumenten
Verwendung von Zahlungsinstrumenten

Seit 2008 untersucht die Deutsche Bundesbank regelmäßig das Zahlungsverhalten der Bevölkerung. Für die aktuelle Studie befragte das Institut Forsa zwischen September und Dezember 2025 insgesamt 6 070 zufällig ausgewählte Personen ab 18 Jahren telefonisch und online; zusätzlich führten die Teilnehmenden drei Tage lang Tagebuch über jede Zahlung. Die Ergebnisse sind auf der Homepage der Bundesbank veröffentlicht.

Erstmals wurden mehr als die Hälfte der Zahlungen an der Kasse bargeldlos getätigt. Allerdings bleibt Bargeld das meistgenutzte Zahlungsmittel. 2025 wurden 55 % aller Einkäufe bargeldlos beglichen, 45 % bar – erstmals liegt damit die Quote der unbaren Zahlungen über der des Bargelds. Debitkarten, vor allem die Girocard, kommen auf 26 % aller Transaktionen, mobile Verfahren – z. B. Smartphone-Apps – auf 10 % (plus vier Prozentpunkte gegenüber 2023), Internetbezahldienste auf 6 %. Betrachtet man die Umsätze, führt weiterhin die Debitkarte mit 28 %, gefolgt von Bargeld und Überweisungen mit je 23 %. Die Vielfalt der Instrumente wächst, doch sie verteilt sich nicht gleichmäßig: Ältere Menschen, Geringverdiener oder Personen mit wenig Digitalerfahrung greifen häufiger zu Scheinen und Münzen. Ungeachtet persönlicher Vorlieben halten 80 % der Befragten die Möglichkeit zum Barzahlen für unverzichtbar – ein zentrales Anliegen der Bundesbank.

Eine echte Wahlfreiheit ist nicht überall gegeben. Bargeld wird in 94 % der stationären Geschäfte akzeptiert, im Nahverkehr oder an Selbstbedienungskassen aber seltener. Bargeldlose Optionen stehen bei 86 % der Käufe vor Ort zur Verfügung – fünf Prozentpunkte mehr als 2023 –, doch knapp ein Viertel der Befragten gaben an, dass sie mindestens einmal nicht wie gewünscht unbar bezahlen konnten. Insgesamt zeigt sich zwar Zufriedenheit mit den Zahlungsmöglichkeiten, dennoch wünschen sich viele eine bessere Akzeptanz beider Varianten. EU‑Verordnungen sollen deshalb die flächendeckende Annahme von Bargeld und künftig auch des digitalen Euro sichern.

Wero und der digitale Euro können eine europäische Alternative zu den ausländischen Zahlungslösungen darstellen. An der Ladenkasse dominiert Apple Pay, in digitalen Geldbörsen liegen Karten von Visa und Mastercard vorn, und im Onlinehandel ist PayPal das meistgenutzte Bezahlverfahren. Mit Wero und dem perspektivischen digitalen Euro entstehen aber gesamteuropäische Alternativen; eine klare Mehrheit der Befragten begrüßt mehr Unabhängigkeit und vertraut vor allem Hausbanken, Sparkassen und Zentralbanken im Umgang mit Zahlungsdaten. Das Eurosystem fördert daher gezielt Echtzeitüberweisungen, marktbasierte europäische Bezahllösungen und den digitalen Euro. Am Ende entscheidet jedoch der Verbraucher: Er soll auch künftig frei wählen können, womit er bezahlt.

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