Auswirkungen der Instant Payments Regulation Rückenwind für Echtzeitzahlungen – aber noch kein „New Normal“

Hat die EU‑Verordnung zu Instant Payments, deren Vorgaben 2025 in Kraft getreten sind, dazu geführt, Echtzeitzahlung als „New Normal“ zu etablieren? Eine aktuelle Analyse von Philip Bergmann und Marc Glowka auf Basis von Daten aus dem Zahlungsverkehrssystem TIPS des Eurosystems zeigt: Die Regulierung wirkt grundsätzlich. Deutsche Zahlungsdienstleister verzeichneten 2025 deutlich mehr Transaktionen und höhere Beträge vor allem seit der Aufhebung des 100.000EuroLimits im Oktober. Die Zahl empfangener Zahlungen pro Geschäftstag hat sich im Jahresverlauf mehr als verdoppelt, die durchschnittlichen Transaktionsgrößen steigen spürbar.

Gesendete und empfangene Transaktionen von deutschen Zahlungsdienstleister

Gesendete und empfangene Transaktionen von deutschen Zahlungsdienstleister – Quelle: Bergmann und Glowka (2026)
Gesendete und empfangene Transaktionen von deutschen Zahlungsdienstleister
Quelle: Bergmann und Glowka (2026)

Gleichzeitig wird deutlich, wie weit der Weg zum „New Normal“ noch ist. Zwar sind mehr Institute in TIPS aktiv, doch viele nutzen die Infrastruktur zurzeit nur eingeschränkt. Operativ hinterlässt die Regulierung ebenfalls Spuren: Nach der Limitaufhebung kommt es gemessen im Transaktionswert vorübergehend zu Einbußen bei der Abwicklungsqualität, weil verkürzte Antwortzeiten und höhere Beträge zu mehr Timeouts und „Offline“-Meldungen geführt haben. Vor allem im Vergleich zum klassischen Überweisungsverkehr bleibt die Dimension überschaubar: Instant Payments machen gemessen an den rund 7,3 Milliarden Überweisungen im Wert von 64 Billionen Euro in Deutschland weiterhin nur einen kleinen, wenn auch wachsenden Teil aus.

Die Botschaft ist aber klar: Die Regulierung hat Instant Payments sichtbar angeschoben, ersetzt den etablierten Überweisungsverkehr aber noch lange nicht. Ob Echtzeitzahlungen vom Zusatzangebot zum Standard werden, hängt weniger von der Regulierung oder der Infrastruktur als von der Marktakzeptanz ab – also davon, ob Unternehmen und Privatkunden das höhere Tempo im Alltag tatsächlich nachfragen und nutzen.

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(in englischer Sprache)

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