Der Klimawandel und der fortschreitende Naturverlust zählen zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Auswirkungen sind bereits heute spürbar: Häufigere und intensivere Extremwetterereignisse – wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürren – sowie ein Rückgang wichtiger Leistungen der Natur – wie ausreichend sauberes Wasser oder fruchtbare Böden – belasten die gesamtwirtschaftliche Entwicklung von Volkswirtschaften weltweit. Zu erwarten ist, dass sich die Auswirkungen des Klimawandels zukünftig weiter verstärken. Auch in Deutschland nehmen die klimabedingten wirtschaftlichen Schäden zu. 1 Gleichzeitig erfordert der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft weitreichende Anpassungen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen und bringt ganz eigene Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich. 2
Warum befasst sich die Deutsche Bundesbank mit Klimawandel und Naturverlust?
Die makroökonomischen Auswirkungen der Transition und des Klimawandels sind für die Mandatserfüllung der Deutschen Bundesbank unmittelbar relevant. Als Teil des Eurosystems ist ihr vorrangiges Ziel die Gewährleistung von Preisstabilität. Gemäß der geldpolitischen Strategie des Eurosystems berücksichtigt sie klimabezogene Inflations- und Wachstumswirkungen in ihren makroökonomischen Analysen. Auch darüberhinausgehende naturbezogenen Risiken, wie etwa Wasserknappheit, können gesamtwirtschaftliche Wirkungen entfalten, die die Bundesbank mit Blick auf das Preisstabilitätsziel beachtet. Im Rahmen ihres Mandats befasst sich die Bundesbank daher mit den Auswirkungen des Klimawandels, des Naturverlustes und der Politikmaßnahmen zur Eindämmung dieser Entwicklungen auf Inflation und Wachstum.
Klimawandel und Naturverlust betreffen nicht nur die Realwirtschaft, sondern wirken sich auch auf das Finanzsystem aus. Zum einen entstehen physische Risiken, wenn beispielsweise Unternehmen oder Vermögenswerte durch Extremwetterereignisse geschädigt werden. Zum anderen ergeben sich Transitionsrisiken im Zuge des Übergangs zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft. So dürften Maßnahmen wie die erhebliche Verteuerung des Ausstoßes von Treibhausgasen weitgehende wirtschaftliche Anpassungsprozesse in Gang bringen. 3
Indem das Eurosystem sein geldpolitisches Mandat erfüllt, trägt es zu verlässlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei, die auch für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft von Bedeutung sind. So trägt Preisstabilität dazu bei, dass relative Preise und damit auch klimabezogene Preissignale ihre Lenkungswirkung entfalten können.
Die Bundesbank setzt sich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben dafür ein, dass klima- und naturbezogene Risiken für die Preis- und Finanzstabilität angemessen erfasst, bewertet und offengelegt werden. Im Inland trägt sie im Rahmen ihres Mandats als Mitglied im Ausschuss für Finanzstabilität zur Wahrung der Finanzstabilität bei. Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sowie im Rahmen des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) erfüllt die Bundesbank ihr bankenaufsichtliches Mandat. Risiken aus dem Klimawandel und dem Naturverlust sowie der Transition können die Stabilität einzelner Finanzinstitute und des Finanzsystems insgesamt beeinträchtigen. Die Materialisierung dieser Risiken kann das gesamtwirtschaftliche Wachstum schwächen, die Bewertung von Vermögenswerten verändern oder die Funktionsfähigkeit von Finanzmärkten beeinträchtigen. 4 Die Bundesbank berücksichtigt diese Risiken daher in ihrer Finanzstabilitätsanalyse und wirkt in der Bankenaufsicht darauf hin, dass Institute wesentliche klima- und naturbezogene Risiken in ihrer Geschäftsstrategie, Governance, ihrem Risikomanagement und ihrer Offenlegung angemessen berücksichtigen.
Auch in ihrer eigenen Bilanz ist die Bundesbank mit Risiken aus dem Klimawandel und Naturverlust sowie der Transition konfrontiert. Die Bundesbank strebt an, diese Aspekte in ihren eigenen Anlageentscheidungen zu berücksichtigen, um damit finanzielle Risiken für die eigene Bilanz angemessen zu erfassen und zu begrenzen. Zugleich trägt sie mit der Berücksichtigung dieser Aspekte zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und der Ziele der Treibhausgasneutralität der EU und der Bundesrepublik Deutschland bei. Im Management ihres nicht-geldpolitischen Eigenportfolios berücksichtigt sie neben den vorrangigen Anlagekriterien Sicherheit, Liquidität und Rendite im Einklang mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz auch Nachhaltigkeitsaspekte.
Auch durch ihre Analysen, Aufsichtstätigkeit, Beratung und internationale Zusammenarbeit trägt die Bundesbank zur Schaffung stabiler Rahmenbedingungen bei, die eine zentrale Voraussetzung für die Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft bilden. Im Rahmen der doppelten Materialität betrachtet die Bundesbank auch den eigenen Geschäftsbetrieb. Sie veröffentlicht hierzu Informationen und Daten regelmäßig in ihrem Umweltbericht. 5
Eine bankweite Nachhaltigkeitsvision und -mission soll allen Mitarbeitenden der Bundesbank Orientierung geben und zu einem nachhaltigen Handeln anregen:
Vision, Mission, Ziele
Unsere Nachhaltigkeitsvision
„Wir handeln nachhaltig und treten für ein nachhaltiges Wirtschafts- und Finanzsystem ein.“
Unsere Nachhaltigkeitsmission
„Wir berücksichtigen Nachhaltigkeit systematisch bei der Erfüllung unseres Mandats und integrieren diese in unser Handeln: Wir verbessern durch unsere Analysen und unser aktives Mitwirken in Gremien das Verständnis von Nachhaltigkeitsrisiken. So tragen wir zu einem nachhaltigen Strukturwandel bei.“
Im vorliegenden Klimafahrplan setzt die Bundesbank in ihrer Betrachtung von Nachhaltigkeit bewusst einen Fokus auf klima- und naturbezogene Faktoren 6 im Kontext ihrer Kernaufgaben. 7 Diese Schwerpunktsetzung spiegelt zugleich die Relevanz wider, die diese Risiken für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung haben.
Wie steuert und koordiniert die Deutsche Bundesbank ihre Arbeiten zu Klimawandel und Naturverlust?
Die Deutsche Bundesbank befasst sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Risiken aus dem Klimawandel, die sich für die Volkswirtschaft und den Finanzsektor ergeben. Um die bankinterne Expertise zu bündeln und die Arbeiten in diesem Bereich zu intensivieren, wurde im Jahr 2019 die bereichsübergreifende Expertinnen- und Expertengruppe Green Finance gegründet. Im Jahr 2021 wurde der Lenkungsausschuss Green Finance (LAGFin) als bankweites, zentrales Steuerungsgremium eingerichtet. Der LAGFin steuert das Arbeitsprogramm zu den Auswirkungen des Klimawandels, des Naturverlusts sowie der Klimapolitik auf die Mandatserfüllung der Bundesbank und gibt strategische Impulse. Die Kernleistungen und Funktionen der Bundesbank sind im LAGFin durch ihre jeweiligen Ressort-Leitungen vertreten. 8 Die Sitzungen werden von der Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, Dr. Sabine Mauderer, geleitet. Weitere Mitglieder des Vorstands nehmen ebenfalls regelmäßig an den Sitzungen teil.
Seit dem Jahr 2023 berichtet eine eigene Abteilung Nachhaltigkeit unmittelbar an die Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank. Die Abteilung koordiniert und fördert die bankweiten Aktivitäten zu den Auswirkungen des Klimawandels, des Naturverlustes sowie der Klimapolitik. Sie dient als zentrale Anlaufstelle für bereichsübergreifende Fragestellungen, Projekte und Analysen und trägt zur Sichtbarkeit der bankweiten Aktivitäten bei. Die originären Zuständigkeiten verbleiben dabei in den Kernleistungen und Funktionen. So wird sichergestellt, dass Nachhaltigkeitsaspekte, soweit sie für die jeweilige Aufgabe relevant sind, wirksam in die verschiedenen Prozesse integriert werden, während gleichzeitig Synergien aus der Koordination und dem interdisziplinären Austausch zwischen den Kernleistungen und Funktionen gehoben werden.
Für den laufenden Strategiezyklus wurden vier übergeordnete klima- und naturbezogene Ziele definiert (siehe Folgeseite), die eine konsistente und langfristige Orientierung bieten sollen. Aufbauend auf diesen Schwerpunkten hat die Bundesbank im Rahmen ihres Klimafahrplans fachspezifische Ziele und Maßnahmen formuliert, sodass diese systematisch, effizient umgesetzt werden können.
Welche Ziele verfolgt die Deutsche Bundesbank im Umgang mit Klimawandel und Naturverlust?
Gemeinsame Zielvorstellungen im Umgang mit Klimawandel und Naturverlust schaffen eine klare Orientierung und stärken gemeinsame Verantwortlichkeit. Die vier klima- und naturbezogenen Ziele stellen sicher, dass klima- und naturbedingte Risiken nicht isoliert betrachtet, sondern ganzheitlich adressiert werden, soweit sie für die Erfüllung des Mandats der Bundesbank relevant sind.
Vision, Mission, Ziele
Die klima- und naturbezogenen Ziele der Bundesbank
Durch ihre qualitativ hochwertigen Analysen trägt die Bundesbank als unabhängige und glaubwürdige Stimme zum wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Diskurs bei und ist insbesondere eine wichtige Stimme zu Fragen der Finanzierung der Transformation zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft.
Die Bundesbank fördert und fordert das Management von klima- und naturbedingten Risiken, insbesondere bei Finanzinstitutionen, und trägt im Rahmen ihres Mandats zu einem Übergang zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft bei.
(a) Im Rahmen ihres Mandats bezieht die Bundesbank das Abkommen von Paris ein und setzt sich für dessen Berücksichtigung im Eurosystem ein. (b) Die Bundesbank berücksichtigt Nachhaltigkeitsaspekte im eigenen Geschäftsbetrieb, insbesondere bei der Reduktion des eigenen ökologischen Fußabdruckes. 9
Die Bundesbank befähigt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein fundiertes Verständnis für die Bedeutung von Klima- und Umweltaspekten im Kontext ihrer Tätigkeit zu entwickeln.
Welche klima- und naturbezogenen Schwerpunktthemen sind für die Deutschen Bundesbank relevant?
Die Deutsche Bundesbank fokussiert sich in ihren klima- und naturbezogenen analytischen Arbeiten derzeit auf drei zentrale Schwerpunktthemen: (i) die Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft, (ii) naturbedingte Risiken sowie (iii) physische Klimarisiken, insbesondere die Anpassung an Klimawandelfolgen. Während die vier übergreifenden klima- und naturbezogenenZiele der Bundesbank die strategische Richtung für die entsprechenden Arbeiten der Bank vorgeben, bilden die Schwerpunktthemen die Grundlage für die Ableitung fachspezifischer Ziele und Maßnahmen in den Kernleistungen und Funktionen der Bundesbank und gewährleisten so eine zielgerichtete und abgestimmte Umsetzung des Klimafahrplans in der Gesamtbank.
Schwerpunkt 1: Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft
Die Transition zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft, die Gegenstand des Europäischen Klimaschutzgesetzes 10 und des Bundes-Klimaschutzgesetzes 11 ist, impliziert weitreichende wirtschaftliche Veränderungen. Das Finanzsystem ist dabei Betroffener und Akteur zugleich – sowie Scharnier der Klimapolitik: so ermöglicht es beispielsweise die Mobilisierung von Kapital für benötigte Projekte und Investitionen. Die Verbreitung neuer Technologien und die Umsetzung der klima- und energiepolitischen Ziele, einschließlich der Transition der Energieinfrastruktur, führen dabei zu strukturellen Veränderungen in der gesamten Wirtschaft und im Finanzsystem, aus denen sich Risiken ergeben können. Die Bundesbank beobachtet die technologischen, regulatorischen und Marktentwicklungen genau und analysiert Risiken und Auswirkungen auf Geldpolitik, Finanzstabilität und Finanzaufsicht. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, die Bundesbank durch ein umfassendes Verständnis, insbesondere der Entwicklungen der Energiemärkte als auch der Klimapolitik und -regulierung, mit Blick auf die Preis- und Finanzstabilität angemessen aufzustellen.
Schwerpunkt 2: Naturbedingte Risiken
Der Verlust an natürlichen Ressourcen und Ökosystemdienstleitungen sowie die Gefahr zunehmender Wasserknappheit gehen mit wirtschaftlichen und finanziellen Folgen einher. In den kommenden Jahren wird die Bundesbank naturbedingte Risiken und ihre möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft und das Finanzsystem in Deutschland verstärkt analysieren. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Verbesserung der Datenverfügbarkeit und -qualität, um naturbedingte Risiken messbar und vergleichbar zu machen. Darüber hinaus werden Methoden zur Identifizierung sowie Bewertung dieser Risiken weiterentwickelt und in die ökonomische Analyse, Aufsicht und Regulierung integriert. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche naturbedingten Risiken, wie beispielsweise Wasserknappheit, schwerwiegende Auswirkungen auf Wirtschaft und die Stabilität des Finanzsystems haben können und inwieweit solche Risiken regional variieren. Dieses Wissen kann entscheidend sein, um die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems gegenüber naturbedingten Risiken zu stärken.
Schwerpunkt 3: Physische Risiken und insbesondere die Anpassung an Klimawandelfolgen
Physische Auswirkungen des Klimawandels, wie extreme Wetterereignisse, dürften an Häufigkeit und Schwere zunehmen. Diese Entwicklungen stellen wachsende Herausforderungen sowohl für die Realwirtschaft als auch für das Finanzsystem dar – in Deutschland, Europa und global. Gleichzeitig wird bereits heute Kapital für gezielte Anpassungsinvestitionen benötigt, um die Resilienz von Infrastruktur und Lieferketten zu erhöhen. Die Bundesbank vertieft daher ihr Verständnis physischer Klimarisiken, ihrer Transmissionskanäle und der Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Dies ist Grundlage dafür, um die Resilienz des deutschen Finanzsystems gegenüber Klimarisiken zu stärken, eine hinreichende Transmission der Geldpolitik sicherzustellen und die Informationslage für Entscheiderinnen und Entscheider sowie Marktteilnehmende zu verbessern.
Die Querschnittsthemen „Verfügbarkeit und Qualität von Daten“, „Finanzierung“ und „Kommunikation“ sind in allen drei Schwerpunkten berücksichtigt (siehe Abbildung 1).
Verfügbarkeit und Qualität von Daten:Nur ausreichend verfügbare und qualitativ hochwertige Datenermöglichen eine adäquate Bewertung von klima- und naturbedingten Risiken und Chancen. Sie sind notwendig, um fundierte Entscheidungen zu treffen und den notwendigen Investitionsbedarf zu quantifizieren. Neben Informationen, die bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Auswirkung von Klimapolitik unterstützen, ist es aus Sicht der Bundesbank besonders wichtig, Daten zu physischen und naturbedingten Risiken zu vervollständigen und zu verbessern. Die Nutzung neuer Technologien und innovativer Datenquellen sollen die Datenqualität und -verfügbarkeit zukünftig gezielt verbessern.
Finanzierung: Die Bundesbank analysiert die Finanzierung der Transformation. Diese Finanzierung ist entscheidend, um notwendige Investitionen in grüne Technologien, naturbasierte Lösungen 12 und Infrastruktur zu ermöglichen. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Risikominderung und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels, indem sie privaten Akteuren ermöglicht, sich auf veränderte Umweltbedingungen einzustellen und resilienter zu werden. 13 Eine ausreichende Finanzierung ist zudem erforderlich, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung für ausreichende Finanzierung ist auch die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte, insbesondere Finanzstabilität. Die Finanzierung der Transformation erfordert erhebliche, vor allem private Investitionen. Gezielte staatliche Maßnahmen können die Transformation fördern.
Kommunikation:Neben den drei inhaltlichen Schwerpunkten legt die Bundesbank besonderen Wert auf eine faktenbasierte Kommunikation der ökonomischen und finanziellen Auswirkungen des Klimawandels und des Naturverlusts. Dieses Wissen ist von zentraler Bedeutung, um fundierte Entscheidungen in Politik und Gesellschaft zu treffen, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen, Risiken effektiv zu managen, internationale Zusammenarbeit zu fördern und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.
Die fachspezifischen Ziele und Maßnahmen des Klimafahrplans 2026‑2027
2026‑2027
Fachspezifische Ziele und Maßnahmen der Kernleistungen Geldpolitik, Geld, Finanzaufsicht und -stabilität und Finanzmarktdienstleistungen und Statistik
Geldpolitik
Begleitung der geldpolitischen Entscheidungsprozesse durch vertiefte Analyse der Wechselwirkungen zwischen Geldpolitik, Gesamtwirtschaft und Transformationsprozessen, einschließlich der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Deutschland.
Konstruktive Mitwirkung und gestaltende Impulse in der Gremienarbeit des Eurosystems zur Berücksichtigung klimabezogener Aspekte.
Ausbau und Vertiefung des institutionellen Wissens zu Markt- und Regulierungsentwicklungen, zum Finanzplatz Deutschland sowie zu Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken durch die Etablierung eines aktiven Stakeholder-Dialogs.
Geld
Untersuchungen und Initiativen, um den ökologischen Fußabdruck des Bargeldkreislaufs zu reduzieren.
Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der technischen Entwicklung und dem zukünftigen Betrieb des digitalen Euro sowie bei der Abwicklung des baren Zahlungsverkehrs.
Aktive Mitwirkung in internationalen Gremien und an Studien des Eurosystems zur Förderung der Nachhaltigkeit im Zahlungsverkehr und in der Wertpapierabwicklung.
Umfassende Analyse zur Identifikation potenzieller Anwendungsfelder für Nachhaltigkeit im Zahlungsverkehr und in der Wertpapierabwicklung sowie die konsequente Abschaffung des Schecks als Zahlungsinstrument im deutschen Zahlungsverkehr.
Finanzaufsicht
und -stabilität
Verbesserung und Erweiterung der Methoden und Modelle für die nachhaltigkeitsbezogene Finanzstabilitätsanalyse unter Erschließung und Nutzung neuer Datenquellen. Finanzstabilitätsindikatoren mit Nachhaltigkeits-Bezug werden um vorwärtsgerichtete Indikatoren ergänzt und neue Technologien sind fester Bestandteil der Datengewinnung und Auswertung im Bereich Nachhaltigkeit.
Risiken aus dem Klimawandel werden weiter stärker in den Aufsichtsprozess integriert. Die laufende Aufsicht erhält zielgenau zentral bereitgestellte Informationen zur Verwendung in ihrer täglichen Arbeit. Zudem werden laufende Aufseherinnen und Aufseher sowie bankgeschäftliche Prüferinnen und Prüfer im Hinblick auf die vorgenannten Risiken weiter ausgebildet.
Finanzmarktdienstleistungen und Statistik
Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitskonzepts für das Eigenportfolio der Bundesbank unter Einbeziehung der Ziele des Pariser Klimaabkommens.
Fortgesetzte Unterstützung von Nachhaltigkeitsstrategien und Erstellung klimabezogener Portfolioberichte für die Kundinnen und Kunden im Rahmen der Vermögensverwaltung für Bund, Länder und öffentliche Institutionen.
Bereitstellung eines nutzerorientierten Angebots an Nachhaltigkeitsdaten für interne und externe Anwenderinnen und Anwender, um bestehende Datenlücken gezielt zu schließen.
2026‑2027
Fachspezifische Ziele und Maßnahmen für die Funktionen Kommunikation, Politikberatung und Forschung und Nachhaltigkeit
Kommunikation, Politikberatung
und Forschung
Stärkung der wissenschaftlichen Reputation der Bundesbank durch qualitativ hochwertige Forschung zu Nachhaltigkeitsthemen und aktive Teilnahme am internationalen wissenschaftlichen Austausch. Das Thema Nachhaltigkeit ist im Forschungsprogramm konsequent verankert und wird im Rahmen einzelner Forschungsprojekte bearbeitet.
Veröffentlichung von Forschungsarbeiten der Bundesbank zu Klimawandel, Klimapolitik und Naturverlust. Darauf aufbauend regelmäßige interne und externe Kommunikation zu Forschungsergebnissen sowie deren politischen Implikationen.
Nachhaltigkeit
Stärkung der Wahrnehmung der Bundesbank als kompetente Ansprechpartnerin zu den Themen Klima- sowie Umweltrisiken, Transformation und nachhaltigen Strukturwandel durch gezielten Ausbau des Dialogs und der Zusammenarbeit mit relevanten Interessengruppen im Bereich Nachhaltigkeit.
Aktive Mitgestaltung strategischer Nachhaltigkeitsthemen im Rahmen der Gremienarbeit (u. a.ESZB,G7,NGFS).
Systematische Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in allen Bereichen der Bundesbank sowie kontinuierlicher Ausbau des Wissensstands der Mitarbeitenden zu Nachhaltigkeitsthemen.
Annex: Aktivitäten der Bundesbank
Bereits in den vergangenen Jahren hat die Deutsche Bundesbank ihre Aktivitäten aufgenommen, um klima- und naturbedingte Risiken umfassender zu analysieren und im Rahmen ihres Mandats einen Beitrag zur Transformation zu einer klimaneutralen und ressurcenschonenden Wirtschaft zu leisten. Hier verweisen wir auf wesentliche Gremien, auf Arbeiten und Ergebnisse der Bundesbank sowie auf relevante geldpolitische Beschlüsse des zurückliegenden Jahres.