Research Brief
Geopolitische hybride Bedrohungen
Steigende geopolitische Spannungen führen zu einer Zunahme hybrider Bedrohungen wie Cyberangriffen, Sabotage an kritischer Infrastruktur, Spionage, wirtschaftlichem und politischem Zwang, der Verbreitung von Desinformationen sowie anderen Formen hybrider Kriegsführung. Doch wie wirken sich diese hybriden Bedrohungen auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte aus? Um diese Frage zu beantworten, erstellen wir einen neuen Index, der geopolitische hybride Bedrohungen misst, und untersuchen die ökonomischen Auswirkungen dieser Bedrohungen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass hybride Bedrohungen in erster Linie die gesamtwirtschaftliche Nachfrage dämpfen – und zwar durch erhöhte Unsicherheit, geschwächtes Vertrauen und verschärfte finanzielle Bedingungen. Gleichzeitig lösen sie politische Maßnahmen aus, wie etwa erhöhte Verteidigungsausgaben und geldpolitische Lockerungen. Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu den überwiegend angebotsseitigen Effekten geopolitischer Risiken, die in der Literatur dokumentiert wurden.
| Norbert Metiu, Martin Völpel