Monatsbericht – März 2026 78. Jahrgang, Nr. 3

Monatsbericht

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss sank 2025 deutlich um 52 Mrd € auf 203 Mrd €. In Relation zum BIP verminderte sich der Saldo um 1½ Prozentpunkte auf 4½ %. Er erreichte damit den zweitniedrigsten Wert seit 20 Jahren. Ausschlaggebend war ein geringerer Überschuss im Warenhandel. 

Die Exporte blieben preisbereinigt praktisch unverändert, während die Absatzmärkte deutlich wuchsen. Die Ausfuhren in die USA gaben wegen der 2025 eingeführten US-Einfuhrzölle kräftig nach. Zudem verringerten sich die China-Ausfuhren auch wegen rückläufiger Exporte von Kraftfahrzeugen und -teilen stark. Hingegen stieg die Nachfrage aus den EWU-Mitgliedsländern ordentlich.

Ausschlaggebend für den rückläufigen Überschuss im Warenhandel war, dass die Wareneinfuhren auf breiter Front deutlich wuchsen. Dabei legten die Importe von außerhalb des Euroraums – darunter China – besonders kräftig zu. Das deutsche Warenhandelsdefizit gegenüber China stieg um 28 Mrd € auf 72 Mrd €. Der Warenhandel mit China trug damit den Großteil zum Rückgang des Leistungsbilanzsaldos bei. 

Tiefergehende Analysen zeigen, dass die deutsche Exportwirtschaft erneut Weltmarktanteile verlor. Neben einer weiter nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit erwies sich auch die Struktur des Warensortiments als ein Hindernis für die Exportdynamik. Die US-Zölle belasten laut einer neuen Unternehmensumfrage der Bundesbank große Teile des Verarbeitenden Gewerbes, obwohl die Kosten der Zölle den Angaben zufolge zum Großteil von den US-amerikanischen Importeuren getragen werden. Gleichzeitig spüren viele Unternehmen die zunehmende Konkurrenz durch China, insbesondere auf den internationalen Absatzmärkten. 

Dem Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz standen auch 2025 Netto-Kapitalexporte gegenüber. Den Kapitalverkehr prägten anhaltende geopolitische Risiken, Unsicherheit über die künftige Wirtschaftspolitik in den USA und die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Dies hatte zur Folge, dass sich die deutschen Kapitalströme zugunsten des Euroraums verschoben. Gleichzeitig erhöhten sich die Bruttotransaktionen. Beides galt sowohl für Direktinvestitionsströme als auch für den Wertpapierverkehr. Neu begebene Schuldverschreibungen zur Finanzierung des deutschen Sondervermögens für Infrastruktur und Verteidigung erhöhten das Angebot an Bundesanleihen. Diese waren als besonders sichere Vermögenswerte auch bei ausländischen Anlegern sehr gefragt. Dem deutschen Bankensystem floss im Gegenzug Liquidität zu. Für die Bundesbank hatte dies zur Folge, dass ihre TARGET-Forderungen gegenüber der EZB nicht so stark sanken, wie es der Abbau des geldpolitischen Wertpapierbestands im Eurosystem eigentlich erwarten ließe.

1 Leistungsbilanz

1.1 Grundtendenzen im Leistungsverkehr

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss sank 2025 deutlich. Er verringerte sich um 52 Mrd € auf 203 Mrd €. In Relation zum BIP ging der Saldo um 1½ Prozentpunkte auf 4½ % zurück. Das war der zweitniedrigste Wert seit 20 Jahren. Nur 2022 war er wegen der Energiekrise noch geringer.

Der deutsche Leistungsverkehr mit dem Ausland
Der deutsche Leistungsverkehr mit dem Ausland

Der Rückgang des Leistungsbilanzüberschusses ist vor allem auf den geringeren Überschuss im Warenhandel zurückzuführen. Die Warenausfuhren wuchsen 2025 nominal nur wenig und damit langsamer als der Welthandel. Weitere Einbußen bei der Wettbewerbsposition der deutschen Exportwirtschaft trugen dazu ebenso bei wie die schwache globale Nachfrage nach einigen für das deutsche Exportsortiment wichtigen Waren (vgl. dazu den Exkurs „Jüngste Entwicklung der deutschen Exportmarktanteile und ihrer Triebkräfte“). Dabei sanken die Ausfuhren nach China vor allem aufgrund erheblich rückläufiger Ausfuhren von Kraftfahrzeugen und -teilen erneut kräftig. Darüber hinaus dämpften die neuen US-Zölle die deutschen Ausfuhren in die USA stark (vgl. dazu den Exkurs „Auswirkung der US-Zölle auf Unternehmen in Deutschland“). Gestützt wurden die deutschen Exporte durch höhere Ausfuhren in die Mitgliedsländer des Euroraums.

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Jüngste Entwicklung der deutschen Exportmarktanteile und ihrer Triebkräfte

Die deutsche Exportwirtschaft verlor zwischen 2017 und 2023 weltweit erheblich Marktanteile. 1 Hauptursache dafür war eine verschlechterte Wettbewerbsposition. Die Wettbewerbsprobleme traten in vielen Branchen auf und deuten damit auf grundlegende strukturelle Schwächen der deutschen Wirtschaft hin. Zusätzlich verlor Deutschland Exportmarktanteile, weil die weltweite Nachfrage nach Personenkraftwagen schwach war und diese Produktgruppe im deutschen Exportsortiment eine große Rolle spielt. Insgesamt trugen die Verluste an Exportmarktanteilen spürbar zur Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft in den vergangenen Jahren bei. 2

Die Verluste bei Exportmarktanteilen lassen sich in angebots- und nachfrageseitige Effekte zerlegen. Beispielsweise kann eine Nachfrageschwäche die deutsche Exportwirtschaft aufgrund ihres spezifischen Warenmixes oder der Zusammensetzung ihrer Handelspartner besonders betreffen. Solche Entwicklungen werden in der Zerlegung als Produkt- oder Partnernachfrageeffekte abgebildet. Marktanteilsverluste können auch von angebotsseitigen Problemen herrühren. Diese zeigen sich in einer Verschlechterung der Wettbewerbsposition, die sowohl preisliche als auch nichtpreisliche Faktoren umfasst. Die Wettbewerbsfähigkeit kann sich dabei nach Produkt, Branche oder Handelspartner unterschiedlich entwickeln. In der Zerlegung werden diese Einflüsse als Produkt- oder Partnerangebotseffekte erfasst. 3

Auch 2024 und 2025 verlor die deutsche Exportwirtschaft Marktanteile, wenn auch im letzten Jahr nicht mehr so stark wie zuvor. 4 2024 und, laut vorläufigen Daten, 2025 sanken die deutschen Exportmarktanteile um knapp 5 % beziehungsweise 2 %. Diese Rückgänge sind per saldo praktisch ausschließlich auf angebotsseitige Faktoren zurückzuführen. Hingegen spielten die Nachfrageeffekte zusammen genommen praktisch keine Rolle. Einerseits dämpfte 2025, ähnlich wie 2018 bis 2022, eine globale Nachfrageschwäche bei für Deutschland wichtigen Produkten die Marktanteile. Andererseits stützte die regionale Ausrichtung der deutschen Exporte die deutschen Marktanteile.

Zerlegung der deutschen Exportmarktanteile
Zerlegung der deutschen Exportmarktanteile

Wie in den Vorjahren verschlechterte sich die Wettbewerbsfähigkeit breit gefächert über die Sektoren. Dabei verzeichneten 2024 rund 80 % der Produktkategorien Einbußen. Die Elektrotechnik und der Maschinenbau waren besonders betroffen. Die Automobilindustrie verlor im Zuge der Transformation hin zur Elektromobilität ebenfalls an Wettbewerbsfähigkeit. Diese breite sektorale Schwäche sowie die anhaltend dämpfenden Angebotseffekte in den Ergebnissen verdeutlichen die fortbestehenden strukturellen Probleme des Standorts Deutschland. Hierzu zählen der demografische Wandel, der mit Fachkräftemangel und Lohnstückkostendruck einher geht, und gestiegene bürokratische Belastungen. Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck durch China. Für 2025 deutet sich gemäß den vorläufigen Auswertungen keine Besserung in dieser Hinsicht an. Nach wie vor steht vor allem der Maschinenbau unter Druck. 

Insbesondere in China blieb die Performance deutscher Exporteure 2024 hinter der weltweiten Konkurrenz zurück. Dieser Trend hielt 2025 abgeschwächt an. Mit Blick auf den US-Markt schnitten die deutschen Exporte 2025 nicht schlechter als andere Lieferländer ab. Dies lag an dort teils ähnlichen oder höheren Zollbelastungen im Verhältnis zu ihrer jeweiligen Produktpalette.

Zerlegung der deutschen Angebotseffekte
Zerlegung der deutschen Angebotseffekte

Vor allem 2025 dämpfte die weltweit schwache Nachfrage nach Personenkraftwagen mit Verbrennungsmotor die deutschen Exportmarktanteile, während Elektro- und Hybridfahrzeuge die Anteile leicht stützten. Auch 2024 hatte die schwache weltweite Automobilnachfrage die deutschen Marktanteile deutlich gedämpft. Damit setzte sich in den vergangenen beiden Jahren die für Deutschland problematische Entwicklung der Jahre 2017 bis 2022 fort. Im Gegensatz dazu war die Importnachfrage insgesamt innerhalb der Europäischen Union 2025 robust. Aus den USA war sie – auch wegen der erhöhten US-Zölle – schwach. 

Zerlegung der deutschen Nachfrageeffekte
Zerlegung der deutschen Nachfrageeffekte

Die gedämpfte globale Nachfrage nach Kraftfahrzeugen und -teilen zeigt sich vor allem in den großen Absatzmärkten Europas und der USA. Im für deutsche Unternehmen besonders wichtigen EU-Markt blieb die Nachfrage nach Personenkraftwagen sehr schwach. Auch in den USA lagen die Verkäufe 2025 weiterhin unter dem Niveau von 2018. Dagegen wuchs die Nachfrage nach Personenkraftwagen in China deutlich.

Entwicklungen des Pkw-Marktes
Entwicklungen des Pkw-Marktes

Von der Nachfrage nach Personenkraftwagen in China profitierte die deutsche Automobilindustrie zuletzt kaum noch, da zunehmend chinesische Anbieter den Markt bedienten. Die deutschen Kraftfahrzeugexporte nach China sind stark eingebrochen, und auch die Zahl der in China verkauften Personenkraftwagen deutscher Hersteller ging zurück. Entsprechend verloren deutsche Hersteller deutlich an Marktanteilen. In China stieg der Absatz von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden, während jener von Verbrennerfahrzeugen zurückging. Dabei bevorzugen chinesische Kunden offenbar zunehmend Modelle heimischer Hersteller. 5 Damit versiegt eine bislang wichtige Ertragsquelle für die deutsche Automobilindustrie, die sich in der Vergangenheit stark auf den chinesischen Markt ausgerichtet hatte. 

In Deutschland nahmen 2025 die Produktion und der Export von Elektrofahrzeugen zu, während sie bei reinen Verbrennern zurückgingen. Laut Daten des Verbands der deutschen Automobilindustrie wuchs die Produktion von Elektrofahrzeugen in Deutschland seit 2019 per saldo deutlich. Dies gilt auch für den Export von Elektrofahrzeugen. Hingegen waren Produktion und Export von reinen Verbrennern rückläufig. Diese Entwicklungen stehen im Einklang mit der modellgestützten Analyse, wonach die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen die deutschen Exportmarktanteile stützte. 

Ausschlaggebend für den rückläufigen Überschuss im Warenhandel war, dass die Einfuhren deutlich stiegen. Die Einfuhren wuchsen auf breiter Front. Dabei legten die Importe aus Ländern außerhalb des Euroraums – darunter China – besonders kräftig zu. Dazu trug die Aufwertung des Euro bei, durch welche ausländische Waren für deutsche Importeure günstiger wurden. Zudem wurden im Berichtsjahr die Vorräte in Deutschland aufgestockt und der inländische Verbrauch zog spürbar an. 

Das weltwirtschaftliche Umfeld war 2025 geprägt von der Zollpolitik der US-Regierung und der damit gestiegenen handelspolitischen Unsicherheiten. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds war das Wachstum der Weltwirtschaft stabil, aber im historischen Vergleich unterdurchschnittlich. Protektionistische Tendenzen prägten den grenzüberschreitenden Warenverkehr. Das Welthandelsvolumen nahm laut dem Centraal Planbureau dennoch deutlich um 4½ % zu. Der Euro wertete deutlich auf, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft dämpfte. Die weltweite Industriekonjunktur war verhalten, und die Weltmarktpreise für Rohstoffe und Energieträger gaben nach. Sie verharrten jedoch weiterhin oberhalb ihrer langjährigen, mittleren Niveaus.

Mengen- und Preiswirkungen auf den deutschen Außenhandelssaldo
Mengen- und Preiswirkungen auf den deutschen Außenhandelssaldo

Der wertmäßige Außenhandelsüberschuss sank 2025 aufgrund von Mengeneffekten deutlich. Die preisbereinigten Ausfuhren blieben praktisch unverändert. Demgegenüber weiteten sich die preisbereinigten Einfuhren kräftig aus. Die Preisentwicklungen federten den Rückgang des Saldos jedoch ab. Die Ausfuhrpreise zogen moderat an. Gleichzeitig verminderten sich die Einfuhrpreise unter anderem aufgrund niedrigerer Rohstoffnotierungen geringfügig. Im Ergebnis verbesserten sich die deutschen Terms of Trade.

In regionaler Betrachtung sank der Leistungsbilanzüberschuss gegenüber den Ländern außerhalb des Euroraums. Er verringerte sich um 1¼ Prozentpunkte auf 2¼ % des BIP. Ausschlaggebend hierfür war ein geringerer Überschuss im Warenhandel. Die Ausweitung des Leistungsbilanzdefizits gegenüber China um 30 Mrd € auf 54 Mrd € war dabei für mehr als die Hälfte der Veränderung des Leistungsbilanzsaldos verantwortlich. Gegenüber den Ländern des Euroraums blieb der Leistungsbilanzüberschuss dagegen weitgehend unverändert bei 2¼ % des BIP.

Gesamtwirtschaftliche Ersparnisse und Investitionen im Inland
Gesamtwirtschaftliche Ersparnisse und Investitionen im Inland

Der gesamtwirtschaftliche Finanzierungssaldo sank im Berichtsjahr merklich. 1  Die gesamtwirtschaftliche Ersparnis verringerte sich maßgeblich, während die Nettoinvestitionen wieder leicht anzogen. Bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften sank der Finanzierungsüberschuss deutlich. Ihre Ersparnisse verringerten sich aufgrund höherer Arbeitnehmerentgelte. Gleichzeitig stiegen die Investitionen geringfügig. Die privaten Haushalte verringerten ihren Finanzierungsüberschuss. Ihre Ersparnis ging zurück, da der private Konsum spürbar zunahm und die Sparquote sich weiter normalisierte. Ihre Abschreibungen überstiegen die Bruttoinvestitionen, was zur anhaltend gedämpften Wohnungsbauaktivität passt. Der Staat wies weiterhin ein Finanzierungsdefizit aus, das sich insgesamt kaum veränderte.

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Auswirkung der US-Zölle auf Unternehmen in Deutschland

Über die Wirkung der US-Zollpolitik seit April 2025 auf Unternehmen in Deutschland ist bislang nur wenig bekannt. 1 Dafür spielt eine entscheidende Rolle, ob Unternehmen überhaupt in die USA exportieren und wie sie auf die Zölle reagieren. Von den Anpassungsstrategien der Unternehmen hängt ab, wie sich die Zolllast auf Exporteure und Importeure verteilt und ob langfristig eher mit stärkeren oder milderen Auswirkungen der US-Zölle auf die deutsche Wirtschaft als kurzfristig zu rechnen ist. Eine neue Unternehmensbefragung (BOP-F) der Bundesbank aus dem vierten Quartal 2025 liefert hierzu Erkenntnisse. 2

Grundsätzlich können auch Unternehmen, die nicht unmittelbar durch US-Zölle über den Außenhandelskanal belastet werden, von der US-Handelspolitik betroffen sein. So kann etwa die Nachfrage nach ihren Produkten zurückgehen, wenn direkt betroffene Unternehmen ihre Produktion drosseln und dadurch weniger Vorleistungen abnehmen. Zudem könnten vermehrte, aus China umgelenkte Importe den Wettbewerb mit bislang nicht betroffenen Unternehmen erhöhen. 3

Gut ein Viertel der Unternehmen in Deutschland gab in der Bundesbank-Umfrage an, dass ihre Geschäftstätigkeit von den US-Zöllen gedämpft wird. Das sind deutlich mehr Unternehmen, als in die USA exportieren. Die meisten dieser Unternehmen erwarteten allerdings für dieses Jahr, dass ihre Geschäftstätigkeit nur wenig beeinträchtig würde. Knapp 7 % gingen von einem deutlichen Rückgang aus. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass mit rund 70 % der Großteil der Unternehmen in Deutschland bislang keine Auswirkungen der US-Zölle spürte.

Die US-Zölle wirken sich über die Sektoren hinweg sehr unterschiedlich aus, wobei insbesondere Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes unter den Belastungen leiden. Etwas mehr als 40 % dieser Firmen berichteten 2025 von zumindest schwächeren, wenn nicht deutlich beeinträchtigten Geschäften wegen der neuen US-Zölle. Damit treffen die US-Zölle vor allem einen Sektor, der bereits unter erheblichem strukturellen Anpassungsdruck steht. 4 Überdurchschnittlich betroffen sind zudem Unternehmen aus dem Logistik- und Transportbereich sowie aus dem Großhandel. Darüber hinaus zeigt sich, dass die US-Zölle häufiger die Geschäftstätigkeit größerer als kleinerer Unternehmen bremsen. Dafür spielt das typischerweise stärkere internationale Engagement der größeren Unternehmen eine Rolle. Unter den kleineren Unternehmen berichten auch diejenigen, die bereits eine Exportbeziehung mit den USA haben, häufiger von deutlichen Rückgängen ihrer Geschäftstätigkeit. Mit Blick auf 2026 breiten sich die Zollbeeinträchtigungen auf kleinere Unternehmen aus. 

Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die Geschäftstätigkeit deutscher Unternehmen
Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die Geschäftstätigkeit deutscher Unternehmen

Insgesamt spielt die US-Nachfrage, auch mittelbar, für gut ein Zehntel der Unternehmen in Deutschland eine Rolle. Die meisten Unternehmen führen ihre Waren nicht direkt in die USA aus. Nur etwa 4 % der Unternehmen liefern ihre Waren ausschließlich unmittelbar in die USA, während mehr als 5 % der Unternehmen nur indirekt dorthin exportieren, und rund 2 % ihre Waren sowohl direkt als auch indirekt in die USA ausführen. Indirekt veräußern die Unternehmen einerseits über Großhändler ihre Waren in den USA (gut 2 % der Unternehmen). Bedeutender sind die indirekten Verpflichtungen über Wertschöpfungsketten. Knapp 6 % der Unternehmen produzieren Vorleistungen, die von anderen Unternehmen im In- oder Ausland weiterverarbeitet und anschließend in die USA ausgeführt werden. Der Fokus auf direkt exportierende Unternehmen unterschätzt daher vermutlich, wie sehr die deutsche Wirtschaft von den US-Zöllen getroffen wird.

Exportbeziehungen deutscher Unternehmen mit den USA
Exportbeziehungen deutscher Unternehmen mit den USA

Im Verarbeitenden Gewerbe sind besonders viele Unternehmen der US-Nachfrage direkt und/oder indirekt ausgesetzt. Für 2025 galt dies für rund zwei Fünftel der Firmen. Direkte Ausfuhren spielen in diesem Sektor eine wichtige Rolle, doch auch hier exportiert ein großer Teil der Unternehmen zusätzlich oder ausschließlich indirekt in die USA. Insbesondere Verflechtungen über nachgelagerte Wertschöpfungsstufen tragen wesentlich dazu bei, dass viele Firmen mittelbar vom US-Markt abhängen. Vor allem größere Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes exportieren direkt und/oder indirekt in die USA. 5

Die meisten Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, die Waren in die USA ausführen, passten ihre bisherige Exportstrategie nicht an. Dies liegt insbesondere an Unternehmen, die ihre Waren indirekt in die USA über Wertschöpfungsketten exportieren. Entweder haben diese Unternehmen weniger Spielraum für aktive Reaktionen, oder sie sehen weniger Anpassungsbedarf, da sie nur mittelbar betroffen sind oder über hinreichend Preissetzungsmacht verfügen. Aber auch unter den direkten Exporteuren zeigt rund ein Drittel keine wesentliche Reaktion. Dies könnte zum Teil mit begrenzten Handlungsoptionen aufgrund langfristiger Lieferbeziehungen zusammenhängen. Zudem könnte auch der spezifische Produktmix der deutschen Exportwirtschaft eine Rolle spielen, etwa bei Premium-Personenkraftwagen oder hochspezialisierten Präzisionsmaschinen. Bei solchen Produkten reagieren Kunden in der Regel weniger sensibel auf Preisänderungen. Daher sind deutsche Hersteller in diesen Segmenten eher in der Lage, einen größeren Teil der Zollerhöhungen durch höhere Preise an US-Abnehmer weiterzugeben, ohne erhebliche Nachfrageeinbußen zu befürchten.

Reaktionen im deutschen Verarbeitenden Gewerbe auf neue US-Zölle
Reaktionen im deutschen Verarbeitenden Gewerbe auf neue US-Zölle

Die häufigste aktive Reaktion der Industrieunternehmen ist es, für ihre Waren neue Absatzmärkte zu erschließen. Circa ein Drittel der betroffenen Unternehmen verfolgt diese Strategie. Kostspieligere Maßnahmen sind hingegen weniger verbreitet. 14 % der Unternehmen gaben an, ihre Produktion in Deutschland zu kürzen, und 8 % möchten ihre Produktionskapazitäten in den USA aufbauen. Lediglich knapp ein Zehntel der Unternehmen senkt die Exportpreise in den USA und trägt damit einen Teil der Zolllast, um die Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile auf dem US-Markt zu erhalten. 6 Immerhin knapp 8 % der Firmen berichteten, sich vollständig vom US-Markt zurückzuziehen. Große Unternehmen reagieren entschlossener auf die eine oder andere Art, während kleinere Unternehmen eher abwarten. 7

Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen berichtete, dass das Angebot an Produkten in Deutschland und auf Exportmärkten aus Ländern wie China, die von der US-Handelspolitik stark betroffen sind, stieg. Dabei gab gut ein Zehntel der Unternehmen an, dass das Angebot 2025 erheblich zugenommen hat. Für das laufende Jahr erwarten 16 % einen solchen Anstieg. Dabei können die Unternehmen vermutlich nicht sicher einschätzen, ob die steigenden Importe auf die US-Zölle zurückzuführen sind. Ein Blick auf Handelsdaten zeigt, dass die deutschen Importe aus China bereits vor der Einführung der neuen US-Zölle besonders stark zunahmen.

Angebotsanstieg aus China und anderen von US-Zöllen direkt betroffenen Ländern
Angebotsanstieg aus China und anderen von US-Zöllen direkt betroffenen Ländern

Insbesondere Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes meldeten, dass sie mehr Importe aus von US-Zöllen direkt betroffenen Drittländern wie China sowohl in Deutschland als auch auf den Exportmärkten wahrnahmen. Dies galt 2025 für mehr als die Hälfte der Industrieunternehmen, und für 2026 für etwas mehr Firmen. Zudem ging für 2026 knapp ein Drittel der Unternehmen von deutlich zunehmenden Importen aus diesen Ländern aus. 8 Für größere Industrieunternehmen verstärkte sich die Konkurrenz laut ihren Angaben auf ihren Märkten besonders. 

Für mehr als zwei Drittel der Industrieunternehmen bedeutet das erhöhte Produktangebot aus Ländern wie China einen erhöhten Wettbewerbsdruck. Besonders stark nimmt dieser Druck bei Unternehmen zu, die selbst exportieren. Dies spricht dafür, dass der Wettbewerbsdruck vor allem auf Drittmärkten und in stärker umkämpften Marktsegmenten ausgeprägt ist. 9

Auswirkungen des erhöhten Produktangebots aus Ländern wie China im Verarbeitenden Gewerbe
Auswirkungen des erhöhten Produktangebots aus Ländern wie China im Verarbeitenden Gewerbe

Mehr als ein Drittel der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe gab an, dass sie dank der zunehmenden Importe günstigere Vorprodukte oder Waren beziehen können. Unter den nicht exportierenden Unternehmen berichteten in etwa gleich viele Unternehmen von erhöhtem Wettbewerbsdruck und günstigeren Importen. 10 Für eine nicht zu vernachlässigende Minderheit wirken sich die zusätzlichen Importe somit positiv aus. Verstärktes Outsourcing oder Produktionsverlagerungen waren hingegen kaum ein Thema. 

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die deutsche Exportwirtschaft unter erheblichem Anpassungsdruck steht. Neben dem neuen Protektionismus, der sich unter anderem in den neuen US-Zöllen seit 2025 widerspiegelt, kämpfen sie mit zunehmendem Wettbewerbsdruck durch China. Die Anpassungsstrategien geben aber gewissen Anlass zur Hoffnung, dass die Auswirkungen der US-Zölle mit der Zeit abnehmen könnten. Beispielsweise dann, wenn es den Unternehmen gelingt, ihre Produkte erfolgreich in alternative Märkte umzuleiten. Für die gesamtwirtschaftliche Einschätzung ist dabei bedeutsam, dass insbesondere größere Unternehmen auf die Zölle reagieren, indem sie nach Abnehmern in anderen Märkten suchen. Allerdings erfordert der Aufbau neuer Handelsbeziehungen in der Regel Zeit. Die Wirtschaftspolitik könnte die Bemühungen, die Handelspartner zu diversifizieren, unterstützen, indem sie für verlässliche handelspolitische Rahmenbedingungen sorgt sowie ihre Bemühungen um neue oder die Verabschiedung bereits ausverhandelter Freihandelsabkommen verstärkt. 11 Die neuen Abkommen mit den Mercosur-Staaten und Indien sind in dieser Hinsicht zu befürworten.

1.2 Warenströme und Handelsbilanz

Die Exporte blieben preisbereinigt praktisch unverändert, während die Importe kräftig Fahrt aufnahmen. Die Warenexporte lagen preisbereinigt geringfügig um ¼ % unter dem Vorjahresstand. Demgegenüber legten die Importe kräftig um 4½ % zu. Dem Wert nach expandierten die Ausfuhren leicht wegen moderat gestiegener Exportpreise. Die Einfuhren stiegen nominal nicht ganz so stark wie in realer Rechnung aufgrund insgesamt etwas niedrigerer Importpreise. Dabei spielte eine Rolle, dass sich importierte Konsumgüter zwar spürbar verteuerten, die Preise für Energie jedoch sehr kräftig sanken. Im Ergebnis verminderte sich der Außenhandelsüberschuss um 42 Mrd € auf 201 Mrd €. 

Regional betrachtet stiegen die Erlöse aus den Exporten in den Euroraum stark, während sich diejenigen in die Drittländer moderat verminderten. Dabei wurden die Ausfuhren in Drittländer auch durch die Euroaufwertung gedämpft. Die deutschen Unternehmen verbuchten bei ihren Lieferungen an wichtige Absatzmärkte im Euroraum insgesamt deutliche Erlöszunahmen. Die Ausfuhren von Luft- und Raumfahrzeugen stützten. 2 Die Exporte für andere bedeutende Handelspartner in Europa legten ebenfalls stark zu. Demgegenüber gaben die Verkäufe in die Vereinigten Staaten erheblich um 9½ % nach und drückten damit das Wachstum der gesamten deutschen Exporte um rund 1 Prozentpunkt. Dies stand vor allem mit den von der US-Regierung 2025 neu erhobenen Importzöllen in Verbindung (vgl. Exkurs: „Rückgang der deutschen US-Exporte 2025 wegen der US-Zollanhebungen“). Auch wenn die USA den ersten Platz unter den deutschen Abnehmerländern hielten, fiel ihr Anteil an den gesamten deutschen Ausfuhren von 10½ % im Vorjahr auf 9¼ %. 3

Tabelle 5.1: Außenhandel nach Regionen
in %

 

 

 

 

Ländergruppe/Land

AusfuhrEinfuhr
AnteileVeränderung gegenüber VorjahrAnteileVeränderung gegenüber Vorjahr
20252023202420252025202320242025
Euroraum1)

38,9   

– 2,2

– 3,2

4,0

34,0   

– 6,4

– 4,9

2,6

übrige Länder

61,1   

– 0,5

– 0,6

– 1,0

66,0   

– 11,6

– 3,1

5,1

darunter:
Vereinigtes Königreich

5,1   

6,3

2,4

– 0,6

2,8   

– 9,1

– 1,6

6,6

Mittel- und osteuropäische EU-Länder2)

13,6   

– 1,8

0,3

4,1

15,0   

3,9

– 4,4

4,5

Schweiz

4,7   

– 5,4

1,8

8,7

4,1   

– 7,1

1,6

5,6

Russland

0,4   

– 38,8

– 14,9

– 9,1

0,1   

– 90,1

– 49,2

– 30,6

USA

9,4   

1,1

2,2

– 9,4

6,9   

1,4

– 3,0

2,7

Japan

1,3   

– 1,3

6,6

-2,6

1,6   

0,6

– 11,6

– 2,3

Neue Industrieländer Asiens3)

2,5   

– 5,6

– 4,3

– 5,9

2,4   

– 4,5

– 9,5

– 2,0

China

5,2   

– 8,8

– 7,6

– 9,7

12,5   

– 18,7

0,0

8,8

Süd- und ostasiatische Schwellenländer4)

2,3   

5,7

0,4

– 4,5

4,6   

– 7,3

0,5

8,7

OPEC

1,8   

11,1

8,8

8,4

1,0   

19,2

– 28,0

0,4

Alle Länder

100,0   

– 1,2

– 1,6

0,9

100,0   

– 9,9

– 3,7

4,3

1 Ohne Bulgarien. 2 Bulgarien, Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn. 3 Hongkong, Singapur, Südkorea, Taiwan. 4 Indien, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam.

Erlöseinbußen schlugen insbesondere bei den Ausfuhren nach China zu Buche. Sie entwickelten sich damit erneut deutlich ungünstiger als die gesamten deutschen Ausfuhren. 4 Dahinter standen außerordentlich stark gesunkene Exporte von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen (- 33 %), die bereits in den beiden Jahren zuvor ganz erheblich (um - 18 % und - 17¼ %) zurückgegangen waren. Dazu trug bei, dass chinesische Käufer Elektrofahrzeuge bevorzugten. Dieses Segment wird indes vor allem von chinesischen Produzenten bedient. Hinzu kamen kräftig verminderte Exporte von anderen Industriewaren. Dafür dürfte neben der verhaltenen chinesischen Konjunktur eine Rolle gespielt haben, dass chinesische Erzeugnisse gegenüber aus dem Ausland bezogenen Waren bereits seit Längerem wettbewerbsfähiger wurden. 

Deutsche Ausfuhren nach China
Deutsche Ausfuhren nach China
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Rückgang der deutschen US-Exporte 2025 wegen der US-Zollanhebungen

Die neue US-Regierung setzte 2025 massive Zollerhebungen für Exportwaren aus der EU in die Vereinigten Staaten und damit auch für deutsche US-Exporte in Kraft. Die nach und nach angekündigten und seit März 2025 in Kraft getretenen neuen Zölle umfassten Zusatzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte sowie Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile. Hinzu kamen Zusatzzölle auf alle in die USA importierten Waren von 10 Prozentpunkten ab April 2025. Die bilaterale Zollvereinbarung zwischen den USA und der EU vom 27. Juli 2025 sieht vor, dass die USA den Zollsatz auf die meisten Produkte aus der EU (einschließlich Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen) auf bis zu 15 % anheben (vgl. zu den US-Zollerhebungen die unten stehende Abbildung). 1

Durchschnittliche Einfuhrzölle der USA auf deutsche Importe
Durchschnittliche Einfuhrzölle der USA auf deutsche Importe

Bereits die Ankündigung der Zölle beeinflusste die deutschen Exporte in die USA erheblich. Im ersten Vierteljahr 2025 zeigten sich in vielen wichtigen Warengruppen deutliche Vorzieheffekte, denen kräftige Rückgänge folgten. Deutliche Vorzieheffekte verzeichneten unter anderem Pharmaprodukte, Kraftwagen und Kraftwagenteile, Elektronik sowie Elektrotechnik. Im zweiten Vierteljahr kam es zu einer kräftigen Gegenbewegung. Zum Rückgang seit dem zweiten Vierteljahr dürfte neben auslaufenden Vorzieheffekten auch die Euro-Aufwertung gegenüber dem US-Dollar beigetragen haben. 

Deutsche Ausfuhren in die USA
Deutsche Ausfuhren in die USA

Im Jahresschlussquartal flachte sich der Rückgang der Exporte in die USA ab. Zwar erholten sich die Exporte in mehreren Warengruppen zum Teil, zum Beispiel bei Maschinen, Elektronik und Elektrotechnik. 2 In einigen Warengruppen sanken die Lieferungen in die USA jedoch weiter, beispielsweise bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Chemieprodukten. Im Dezember stiegen die Ausfuhren breit gefächert. Im Jahresschlussquartal 2025 unterschritten die gesamten Lieferungen in die USA ihren Vorjahresstand erheblich um saison- und kalenderbereinigt 15 %. Im Jahresdurchschnitt wurden die Lieferungen von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie von Chemieprodukten besonders in Mitleidenschaft gezogen. Zudem gab es kräftige Abstriche bei den Exporten von Maschinen und Elektronik. Glimpflicher kamen die Ausfuhren von Elektrotechnik mit einer leichten Einbuße davon. Die Exporte von Pharmaprodukten, die in den letzten Jahren in der Tendenz deutlich aufwärtsgerichtet waren, verbuchten nur ein kleines Plus. Ob die deutschen Exporte in die USA 2025 das Schlimmste hinter sich gebracht haben, bleibt abzuwarten, auch angesichts weiterhin bestehender Unsicherheiten hinsichtlich der US-Zollpolitik. 3

Im Exportsortiment wurden vor allem die Exporte von Kraftwagen und Maschinen sowie von mehreren energieintensiven Vorleistungsgütern in Mitleidenschaft gezogen. Abstriche gab es beim Exportvolumen von Eisen- und Stahlerzeugnissen sowie Chemieprodukten, deren Herstellung energieintensiv ist. Die gesunkenen Lieferungen von Kraftwagen und Kraftwagenteilen gingen vor allem auf massiv verminderte Exporterlöse auf den wichtigen Absatzmärkten China und USA zurück. Insgesamt wurden die Kraftfahrzeuglieferungen in die Länder außer China und den USA nur moderat gesteigert. Zudem blieben die Exporte von klassischen Ausrüstungsgütern wie Maschinen spürbar unter dem Vorjahresstand. Dabei dürfte die Verunsicherung der Investoren weltweit aufgrund der geopolitischen Risiken und der von der US-Regierung erhobenen neuen Zölle eine Rolle gespielt haben. Hinzu kam der zunehmende Wettbewerbsdruck für die deutschen Maschinenbauer auf Auslandsmärkten (vgl. Exkurs „Jüngste Entwicklung der deutschen Exportmarktanteile und ihrer Triebkräfte“). Demgegenüber legten die Lieferungen von Elektrotechnik preisbereinigt merklich und von Elektronik besonders kräftig zu. Die Verkäufe von Konsumgütern ins Ausland stiegen deutlich, auch von Pharmaprodukten.

Außenhandel nach Warengruppen 2025
Außenhandel nach Warengruppen 2025

Bei den Einfuhren wurden in regionaler Perspektive die wertmäßigen Importe aus den Drittländern deutlich stärker ausgeweitet als diejenigen aus dem Euroraum. Die Hersteller im Euroraum profitierten – wohl auch wegen des aufgewerteten Euro – insgesamt weniger von deutschen Bestellungen. Den Produzenten in den anderen mittel- und osteuropäischen EU-Ländern kam zudem angesichts enger Zulieferbeziehungen zugute, dass deutsche Kunden dort vermehrt Kraftwagen und Kraftwagenteile kauften. 5  

Die deutschen Importe aus China stiegen 2025 sehr stark. Daher kam die Frage auf, ob es angesichts der 2025 zwischenzeitlich sehr hohen US-Zölle auf chinesische Importe größere Umlenkungen von chinesischen Exporten in Richtung Europa und Deutschland gab. Das Verlaufsmuster der deutschen Einfuhren aus China passt allerdings nicht zu starken Umlenkungseffekten chinesischer Exporte. Der Anstieg der Importe begann bereits vor Einführung der ersten Zölle auf China-Importe in die USA. So erhöhten sich die Importe aus China für viele Warengruppen bereits im ersten Quartal 2025 deutlich, als die Zollerhebungen der USA auf chinesische Waren – abgesehen von gewissen Vorzieheffekten – erst geringe Wirkung entfaltet haben konnten. Auch wuchsen die Importe in mehreren Warengruppen schon im vierten Quartal 2024 und davor besonders stark oder schwächten sich im Verlauf des Jahres 2025 ab. Abgesehen davon stiegen auch die Importe aus den anderen Lieferländern im Berichtsjahr für viele Warengruppen kräftig. Zudem besteht das Muster, nach dem die deutschen Importe aus China stärker zunehmen als diejenigen aus anderen Lieferländern, bereits seit längerem. 

Deutsche Einfuhren aus China
Deutsche Einfuhren aus China

Mit Blick auf die Produktpalette stiegen die Importe breit gefächert. Im Berichtsjahr profitierten viele ausländische Fertigungssparten von der höheren Importnachfrage der deutschen Industrie nach Investitions- und Vorleistungsgütern. Besonders kräftig stiegen die Einfuhren von Elektrotechnik und Elektronik, darunter vor allem von Datenverarbeitungsgeräten, sowie von Metallerzeugnissen. Zudem nahmen die Einfuhren von sonstigen Fahrzeugen erheblich stärker zu als in den letzten Jahren, wobei Luft- und Raumfahrzeuge die maßgebliche Rolle spielten. Stark erhöhte sich der Importbedarf an Maschinen, Eisen- und Stahlerzeugnissen sowie Chemieprodukten. Auch die Importe von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen nahmen Fahrt auf. Die Käufe von ausländischen Konsumgütern wurden besonders kräftig ausgeweitet. Hier schlug sich die in Deutschland spürbar gestiegene Verbrauchsnachfrage nieder. 

Im Vergleich zu den Vorjahren ließ der Einfluss der Energieprodukte auf die wertmäßigen Importe nach. Einerseits bekamen die deutschen Importeure von Energie zu spüren, dass sich Erdgas etwas und Strom erheblich verteuerte. Andererseits profitierten sie von beträchtlich gefallenen Preisen für Rohöl und Mineralölerzeugnisse. Bei den Energieprodukten stiegen die mengenmäßigen Importe von Kohle merklich. 6 Das Einfuhrvolumen von Strom wuchs sehr kräftig und von Erdgas ganz erheblich. 7 In regionaler Sicht erhöhten sich die nominalen Importe aus Norwegen insgesamt deutlich; dazu trugen mengenmäßig sehr kräftig gestiegene Erdgaseinfuhren bei. Aus den OPEC-Staaten wurde dem Wert nach nur wenig mehr importiert, auch weil das Einfuhrvolumen von Erdöl und Mineralölerzeugnissen zwar erheblich zunahm, der Preisverfall bei diesen Produkten jedoch stärker dämpfte. 8 Die Einfuhren aus den USA stiegen insgesamt schwächer als im Mittel aller Lieferländer. Dabei spielte eine Rolle, dass die Importe von Erdgas aus den USA volumenmäßig ganz erheblich zulegten, die Einfuhren von Erdöl und Mineralölerzeugnissen sich jedoch sehr kräftig verminderten. 9

1.3 Die „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen

Das Defizit in der Bilanz grenzüberschreitender Dienstleistungen stieg im Berichtsjahr auf 74 Mrd €. Der internationale Handel mit Dienstleistungen hat für Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen. Besonders die Einnahmen aus dem Verkauf von Dienstleistungen an das Ausland wuchsen in den letzten 20 Jahren kräftig. Dienstleistungen machten 2025 ein Viertel der Einkünfte aus den gesamten Exporten aus. 1995 hatte dieser Anteil noch bei einem Achtel gelegen. Auch bei den Importen nahm die Bedeutung von Dienstleistungen zu. Ihr Anteil an den gesamten Ausgaben für Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland stieg bis 2025 auf 31¼ %, von 24¼ % im Jahr 1995. Obwohl die Dienstleistungsexporte in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich stärker wuchsen als die Importe, blieb die deutsche Dienstleistungsbilanz im Minus. 10 Im Berichtsjahr vergrößerte sich das Defizit, da die Ausgaben um 3 Mrd € stärker stiegen als die Einnahmen.

Maßgeblich für das hohe Defizit in der Dienstleistungsbilanz ist der grenzüberschreitende Reiseverkehr. Dessen Defizit steigerte sich 2025 erneut um 1 Mrd €. Mit einem Minus von nunmehr 78 Mrd € erreichte der Saldo damit den höchsten nominalen Fehlbetrag seit 1991. Die Ausgaben von Gebietsansässigen für Auslandsreisen legten gegenüber dem hohen Niveau des Vorjahres leicht zu. Ursächlich dafür waren Ausgaben für Geschäftsreisen, während jene für Privatreisen etwas nachließen. Mit 100 Mrd € lagen die Aufwendungen für private Reisen von in Deutschland lebenden Personen ins Ausland aber nur wenig unterhalb des Rekordwerts des Vorjahres. Während die Ausgaben für Reisen in EU-Länder praktisch konstant blieben, legten sie für Reisen in die Schweiz und die Türkei kräftig zu. Bei den Fernreisen stiegen die Aufwendungen für Reisen nach Asien stark, während jene für Reisen in die USA erheblich zurückgingen. Die Einnahmen aus dem Reiseverkehr, die in Deutschland vor allem Städte-, Messe-, Veranstaltungs- und Geschäftsreisen erzeugen, blieben 2025 nahezu unverändert. Sie lagen damit weiterhin nur leicht über dem Vorpandemieniveau von 2019.

Gewerbliche Dienstleistungen machten den größten Teil der Bilanzsumme beim Dienstleistungshandel aus. 11 Dabei veränderte sich der Saldo bei gewerblichen Dienstleistungen 2025 mit 15 Mrd € nicht. Bei einzelnen Unterpositionen kam es jedoch zu spürbaren Verschiebungen. So erhöhte sich der Passivsaldo der Transportdienstleistungen um 2 Mrd €. Dies lag an rückläufigen Einnahmen, wozu insbesondere Entwicklungen im Bereich der Seefracht beitrugen. Die im letzten Jahr laut Drewry Container Index erheblich gefallenen Frachtraten dürften hier den Ausschlag gegeben haben. Gleichzeitig verminderte sich das Defizit für Instandhaltungs- und Reparaturdienstleistungen spürbar aufgrund gestiegener Einnahmen. Dazu könnte die Luftfahrtindustrie beigetragen haben, denn deutsche Unternehmen sind im Bereich der Instandhaltung von Flugzeugen weltweit gut aufgestellt. 12

Der Saldo der Regierungsleistungen trug spürbar zum ausgeweiteten Defizit der Dienstleistungsbilanz bei. So reduzierte sich der Überschuss dieser traditionell geringfügigen Teilbilanz um 2 Mrd € auf 1 Mrd €. Dies lag an deutlich erhöhten Ausgaben staatlicher Stellen für grenzüberschreitende Dienstleistungen. Neben Waren und Dienstleistungen für Auslandsvertretungen und bestimmten Transaktionen internationaler Organisationen umfasst diese Teilbilanz auch Ausgaben für Waren und Dienstleistungen, die für die Bundeswehr an Standorten im Ausland aus dem Ausland bezogen wurden. Die allgemein gestiegenen Verteidigungsaufwendungen zeigten sich 2025 auch in den erhöhten Ausgaben für Regierungsleistungen. 13

Wichtige Kenngrößen zum grenzüberschreitenden Vermögenseinkommenssaldo
Wichtige Kenngrößen zum grenzüberschreitenden Vermögenseinkommenssaldo

Die Primäreinkommensbilanz leistete einen fast so großen Beitrag zum Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands wie der Warenhandel. Der Überschuss erhöhte sich 2025 um 2 Mrd € auf 161 Mrd €. Damit entsprach allein der Saldo der Primäreinkommen 3,6 % des BIP, kaum weniger als jener des Warenhandels mit 4,1 % des BIP. Hauptquelle des hohen Primäreinkommensüberschusses waren Nettoerträge aus Vermögensanlagen. 2025 gingen die Erträge inländischer Investoren aus Vermögensanlagen im Ausland zwar deutlich zurück. Die Zahlungen inländischer Akteure an ausländische Kapitalgeber nahmen jedoch noch stärker ab, sodass der Aktivsaldo der Primäreinkommensbilanz zulegte. Für die insgesamt gesunkenen Einkünfte aus und Aufwendungen für Vermögensanlagen hat das im Berichtsjahr rückläufige Zinsniveau eine Rolle gespielt. Dass sich die Einnahmen weniger stark verminderten als die Aufwendungen, lag auch am deutlichen Anstieg der Einkünfte aus Direktinvestitionen. Dahinter standen vor allem höhere reinvestierte Gewinne im Zusammenhang mit der soliden Ertragsentwicklung deutscher Unternehmen an wichtigen Investitionsstandorten.

Der Saldo der Sekundäreinkommen blieb 2025 praktisch unverändert. Dabei erhöhte sich der Passivsaldo des Staates spürbar aufgrund deutlich gestiegener Übertragungen an das Ausland. Gleichzeitig nahm das Defizit der nichtstaatlichen Sekundäreinkommen merklich ab, da die Einnahmen deutlich zulegten. 

Tabelle 5.2: Wichtige Posten der Zahlungsbilanz
in Mrd €
Position2023r)2024r)2025r)
I. Leistungsbilanz

+ 232,4 

+ 255,1 

+ 202,7 

1. Warenhandel 

+ 225,4 

+ 236,7 

+ 184,2 

Einnahmen

1 399,8 

1 361,6 

1 354,3 

Ausgaben

1 174,4 

1 124,8 

1 170,1 

nachrichtlich:

 

Außenhandel1)

+ 217,7 

+ 242,9 

+ 200,5 

Ausfuhr                                          

1 575,2 

1 549,6 

1 563,0 

Einfuhr

1 357,5 

1 306,7 

1 362,5 

2. Dienstleistungen 

– 60,9 

 – 70,7 

– 73,5 

darunter:

 

Reiseverkehr

– 71,8 

– 77,4 

– 78,0 

3. Primäreinkommen

+ 134,4 

+ 158,4 

+ 160,8 

darunter:

 

Vermögenseinkommen

+ 132,9 

+ 152,8 

+ 156,1 

4. Sekundäreinkommen

– 66,4 

 – 69,3 

– 68,7 

II. Vermögensänderungsbilanz

– 23,6 

– 22,2 

– 28,2 

III. Kapitalbilanz2)

+ 188,1 

+ 249,4 

+ 263,2 

1. Direktinvestitionen

+  23,7 

+  22,8 

+ 11,4 

2. Wertpapieranlagen

– 7,6 

+  20,4 

+ 51,7 

3. Finanzderivate3)

+ 35,4 

+  42,9 

+ 38,6 

4. Übriger Kapitalverkehr4)

+ 135,8 

+ 164,7 

+ 160,7 

5. Währungsreserve

+ 0,9 

– 1,4 

+ 0,9 

IV. Statistisch nicht aufgliederbare Transaktionen5)

– 20,7 

+ 16,5 

+ 88,7 

1 Spezialhandel nach der amtlichen Außenhandelsstatistik (Quelle: Statistisches Bundesamt). 2 Zunahme an Netto-Auslandsvermögen: + / Abnahme an Netto-Auslandsvermögen: -. 3 Saldo der Transaktionen aus Optionen und Finanztermingeschäften sowie Mitarbeiteraktienoptionen. 4 Enthält insbesondere Finanz- und Handelskredite sowie Bargeld und Einlagen. 5 Statistischer Restposten, der die Differenz zwischen dem Saldo der Kapitalbilanz und den Salden der Leistungs- sowie der Vermögensänderungsbilanz abbildet.

2 Vermögensänderungen

Die deutsche Vermögensänderungsbilanz bildet grenzüberschreitende Transaktionen von nicht produziertem Sachvermögen sowie Vermögensübertragungen ab und schloss 2025 mit einem Defizit von 28 Mrd €. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag bei 22 Mrd € gelegen. Die Vermögensänderungsbilanz fällt bezogen auf das Transaktionsvolumen generell deutlich kleiner aus als die Leistungsbilanz oder die Kapitalbilanz, hat in den vergangenen Jahren aber mit dem Ausbau des Europäischen Emissionshandelssystems (European Union emissions trading system, EU-ETS) an Bedeutung gewonnen.

Der grenzüberschreitende Handel mit nicht produziertem Sachvermögen schloss 2025 aus deutscher Sicht mit einem Defizit von 19 Mrd € ab, das somit etwas höher ausfiel als 2024 (15 Mrd €). Der Fehlbetrag war 2025 ausschließlich auf den Zertifikatehandel im EU-ETS zurückzuführen; in den vergangenen Jahren hatte diese Position den Handel mit nicht produziertem Sachvermögen ebenfalls dominiert. In die Kategorie fallen auch Transaktionen mit nicht besicherten Kryptowerten wie beispielsweise Bitcoins. Der in der Zahlungsbilanz erfasste Umsatz mit diesen Vermögenswerten ist allerdings gering. Per saldo schlug er aus deutscher Sicht mit einem geringfügigen Einnahmenüberschuss von 61 Mio € zu Buche.

Im Bereich der Vermögensübertragungen verzeichnete Deutschland 2025 im Ergebnis ebenfalls höhere Ausgaben als Einnahmen (9 Mrd €). Im Jahr zuvor hatte das Defizit 7½ Mrd € betragen. Hier waren neben einer Vielzahl sonstiger Übertragungsarten Versicherungsschäden für Großschäden mit 3½ Mrd € für den Fehlbetrag verantwortlich.

3 Kapitalverkehr

3.1 Grundtendenzen im Kapitalverkehr

Die deutschen Netto-Kapitalexporte beliefen sich 2025 auf 263 Mrd € und lagen damit etwas über dem Vorjahresniveau (249½ Mrd €). Die Differenz zwischen dem Finanzierungssaldo aus Leistungsbilanz und Vermögensänderungsbilanz einerseits sowie Kapitalbilanz andererseits erklärt sich durch den statistischen Restposten (88½ Mrd €), der die statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen enthält.

Die Direktinvestitionsströme von und nach Deutschland erholten sich nach mehreren Jahren rückläufiger Bruttoflüsse etwas, standen aber weiterhin unter dem Eindruck geopolitischer Spannungen und zunehmender Unsicherheit über den wirtschaftspolitischen Kurs in den USA. Die weltweiten Direktinvestitionsströme stiegen nach vorläufigen Angaben der UNCTAD 2025 um 14 %. Dies bedeutete eine deutliche Belebung im Vergleich zur schwachen Dynamik in den Jahren zuvor. 14 Im Einklang mit der weltweiten Entwicklung lagen auch die Transaktionen mit deutscher Beteiligung laut Zahlungsbilanzdaten 2025 über dem Vorjahresniveau. Dabei offenbarten sich aber regionale Unterschiede. Der Anteil der deutschen Direktinvestitionsmittel, die in der Europäischen Union angelegt wurden, stieg auf über ein Drittel. Die USA blieben das wichtige Ziel außerhalb der EU, ihr Anteil an den gesamten deutschen Direktinvestitionsströmen ins Ausland ging aber zurück. Die höheren Zölle der USA auf Importe aus Europa hatten mit Blick auf deutsche Direktinvestitionen bislang nicht den erhofften Effekt der amerikanischen Regierung, Produktion ins eigene Land zu holen. Auch mit neuen Investitionen in China hielten sich deutsche Unternehmen zurück. Diese Entwicklung ist schon seit mehreren Jahren zu beobachten, wird aber von den hohen reinvestierten Gewinnen vor Ort überlagert. In umgekehrter Richtung wurde Deutschland für ausländische Investoren 2025 wieder attraktiver. Der negative Trend der vorausgegangenen Jahre wurde vorläufig gestoppt, und es flossen mehr Direktinvestitionsmittel zu als 2024.

Wichtige Posten in der deutschen Zahlungsbilanz
Wichtige Posten in der deutschen Zahlungsbilanz

Den deutschen Wertpapierverkehr mit dem Ausland beeinflusste 2025 unter anderem die wachsende Unsicherheit bezüglich der politischen Entwicklung im Ausland. Deutsche Investoren nahmen 2025 im Ergebnis fast keine weiteren ausländischen Aktien in ihre Portfolios auf. Hingegen blieb ihr Interesse an ausländischen Investmentfonds, die ihrerseits zu einem großen Teil in Beteiligungswerte investieren, ungebrochen. Dies könnte daran liegen, dass Investmentzertifikate auch Privatanlegern erlauben, ihr Vermögen breit zu diversifizieren und somit das Gesamtrisiko zu reduzieren. Auf großes Interesse stießen zudem ausländische Anleihen, wobei der überwiegende Teil der neu erworbenen Papiere auf Euro lautete. In regionaler Betrachtung fällt auf, dass deutsche Anleger sich 2025 per saldo von US-amerikanischen Wertpapieren trennten. Dies galt für Aktien und Schuldverschreibungen gleichermaßen, Zertifikate von amerikanischen Investmentfonds waren hingegen weiterhin gefragt. Möglicherweise erachteten hiesige Investoren Anlagen in den USA zunehmend als riskant. Bei Aktien könnte die hohe Bewertung einiger amerikanischer Tech-Unternehmen für den Verkauf eine Rolle gespielt haben: In der Tat waren gerade zum Jahresende Gewinnmitnahmen deutscher Aktionäre zu beobachten. Bei Anleihen haben unter anderem die kontrovers geführte Diskussion über den künftigen Kurs der Geldpolitik in den USA und die deutliche Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro hiesige Anleger verunsichert. In umgekehrter Richtung fragten ausländische Anleger vor allem deutsche Schuldverschreibungen nach, vorzugsweise Anleihen der öffentlichen Hand. Damit unterstrichen sie ihr ungebrochenes Vertrauen in Deutschland als Emittenten sicherer Vermögenswerte (safe assets). Zugleich erhöhte das 2025 aufgelegte deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung das Angebot an deutschen Schuldtiteln und belebte seinerseits den grenzüberschreitenden Handel mit diesen Papieren. Mit Käufen deutscher Aktien und Investmentzertifikate hielten sich Ausländer hingegen zurück, obwohl die Börsenwerte im vergangenen Jahr eine gute Rendite abwarfen und der C-DAX Performanceindex im Jahresverlauf um 22 % zulegte. 15

Der übrige Kapitalverkehr wird stark von Zahlungsströmen beeinflusst, die im Zusammenhang mit Transaktionen in anderen Teilen der Zahlungsbilanz stehen. So führen Exporterlöse aus dem Warenhandel typischerweise zunächst zu Netto-Kapitalexporten im übrigen Kapitalverkehr. Grenzüberschreitende Wertpapierkäufe gehen ebenfalls mit Transaktionen im übrigen Kapitalverkehr einher. Die Summe aller dieser Einzelbuchungen führte 2025 zu Netto-Kapitalexporten im übrigen Kapitalverkehr. Die TARGET-Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB, deren Veränderungen ebenfalls im übrigen Kapitalverkehr gebucht werden, waren dagegen leicht rückläufig.

Tabelle 5.3: Kapitalbilanz
in Mrd €
Position2023r)2024r)2025r)
Saldo der Kapitalbilanz1)

+ 188,1 

+ 249,4 

+ 263,2 

1. Direktinvestitionen

+ 23,7 

+ 22,8 

+ 11,4 

Inländische Anlagen im Ausland2)

+ 107,7 

+ 80,2 

+ 97,5 

Ausländische Anlagen im Inland2)

+ 84,1 

+ 57,4 

+ 86,1 

2. Wertpapieranlagen

– 7,6 

+ 20,4 

+ 51,7 

Inländische Anlagen in Wertpapieren ausländischer Emittenten2)

+ 154,5 

+ 217,8 

+ 281,1 

Aktien3)

– 4,9 

+ 3,8 

+ 0,9 

Investmentfondsanteile4)

+ 29,4 

+ 111,3 

+ 119,9 

Kurzfristige Schuldverschreibungen5)

+ 6,5 

+ 8,9 

– 11,1 

Langfristige Schuldverschreibungen6)

+ 123,5 

+ 93,8 

+ 171,4 

Ausländische Anlagen in Wertpapieren inländischer Emittenten2)

+ 162,1 

+ 197,4 

+ 229,4 

Aktien3)

– 14,1 

– 5,2 

– 15,6 

Investmentfondsanteile

– 2,2 

– 1,0 

+ 0,8 

Kurzfristige Schuldverschreibungen5)

+ 9,2 

– 15,1 

+ 48,2 

Langfristige Schuldverschreibungen6)

+ 169,2 

+ 218,6 

+ 196,1 

3. Finanzderivate7)

+ 35,4 

+ 42,9 

+ 38,6 

4. Übriger Kapitalverkehr8)

+ 135,8 

+ 164,7 

+ 160,7 

Monetäre Finanzinstitute9)

+ 97,4 

+ 107,4 

+ 87,3 

Unternehmen und Privatpersonen10)

+ 64,2 

+ 61,4 

+ 83,4 

Staat

+ 8,4 

– 7,3 

– 6,1 

Bundesbank

– 34,1 

+ 3,2 

– 3,9 

5. Währungsreserven 

+ 0,9 

– 1,4 

+ 0,9 

1 Zunahme an Netto-Auslandsvermögen: + / Abnahme an Netto-Auslandsvermögen:  -.  2 Zunahme: +. 3 Einschließlich Genussscheine. 4 Einschließlich reinvestierter Erträge. 5 Kurzfristig: ursprüngliche Laufzeit bis zu einem Jahr. 6 Langfristig: ursprüngliche Laufzeit von mehr als einem Jahr oder keine Laufzeitbegrenzung. 7 Saldo der Transaktionen aus Optionen und Finanztermingeschäften sowie Mitarbeiteraktienoptionen. 8 Enthält insbesondere Finanz- und Handelskredite sowie Bargeld und Einlagen. 9 Ohne Bundesbank. 10 Enthält finanzielle Kapitalgesellschaften (ohne die Monetären Finanzinstitute) sowie nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften, private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck.

3.2 Direktinvestitionen

Zu Jahresbeginn 2025 äußerten sich deutsche Industrieunternehmen noch eher zurückhaltend zu ihren Plänen für Auslandsinvestitionen. 16 Dabei verwiesen sie nicht nur auf die unsichere wirtschaftliche Entwicklung im In- und Ausland. Auch geopolitische Faktoren und zunehmende Handelshemmnisse erschwerten die Investitionsentscheidungen. Eine eher defensive Grundhaltung zeigte sich zudem darin, dass nur 30 % der befragten Unternehmen das Motiv der Markterkundung als wichtigsten Grund für ihr Auslandsengagement nannten. Dagegen stand für 35 % der Befragten eine mögliche Kostensenkung im Vordergrund. Somit lag dieses Ziel erstmals seit 2008 gleichauf mit dem Aufbau von Vertrieb und Kundendienst.

In diesem von Unsicherheit geprägten Umfeld führten die grenzüberschreitenden Direktinvestitionsströme aus und nach Deutschland 2025 zu Netto-Kapitalexporten von 11½ Mrd €, nach 23 Mrd € im Jahr davor. Hinter dem Rückgang standen allerdings gestiegene Bruttoströme auf beiden Seiten der Bilanz. Die deutschen Direktinvestitionsströme ins Ausland lagen im Ergebnis etwas über dem Vorjahresergebnis, das einen langjährigen Tiefstand markiert hatte. Stärker legten die ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland zu, nach schwachen Zuflüssen in den Jahren zuvor. Möglicherweise erwarten ausländische Investoren, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren wieder an Schwung gewinnt. 

Unternehmen mit Sitz in Deutschland stellten verbundenen Konzerneinheiten im Ausland im vergangenen Jahr 97½ Mrd € an zusätzlichen Direktinvestitionsmitteln zur Verfügung. Das waren 17½ Mrd € mehr als 2024. Sie stockten ihr Beteiligungskapital an ausländischen Unternehmen um 78 Mrd € auf. Allerdings entfielen davon nur 11 Mrd € auf das Beteiligungskapital im engeren Sinne. Diese Neuinvestitionen können Hinweise auf die zukünftige Ausrichtung von Unternehmen geben. Hingegen spielten reinvestierte Gewinne (als weiterer Bestandteil des Beteiligungskapitals) mit 65 Mrd € eine herausgehobene Rolle. Auch über konzerninterne Kredite stellten hiesige Unternehmen verbundenen Unternehmen im Ausland per saldo zusätzliche Mittel bereit (19½ Mrd €).

Direktinvestitionen in der deutschen Zahlungsbilanz
Direktinvestitionen in der deutschen Zahlungsbilanz

Partnerländer der Europäischen Union zogen 2025 ein Drittel der deutschen Direktinvestitionsströme ins Ausland an. Dies unterstrich erneut die Bedeutung dieser Region für die deutschen Wirtschaftsbeziehungen. Allerdings standen innerhalb der Europäischen Union mit den Niederlanden und Luxemburg zwei Länder an der Spitze der Statistik, die vor allem als Holdingstandorte bekannt sind. Ein erheblicher Teil der Finanzmittel, die in diese Länder fließen, werden von dort aus an Konzernteile in anderen Ländern weitergeleitet. 17

Außerhalb der Europäischen Union flossen im vergangenen Jahr die meisten deutschen Direktinvestitionsströme in die USA (29 Mrd €), das Vereinigte Königreich (18½ Mrd €) und China (3½ Mrd €). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die regionale Struktur der deutschen Direktinvestitionsströme damit etwas verschoben. So waren die USA 2024 mit 37 Mrd € noch vor der Europäischen Union mit Abstand das wichtigste Ziel deutscher Direktinvestoren gewesen. Dagegen haben sich deutsche Unternehmen in China, gemessen an den gesamten Direktinvestitionsströmen, 2025 wieder stärker engagiert als in den beiden vorausgegangen Jahren.

Beteiligungskapital im engeren Sinne zogen deutsche Unternehmen allerdings aus China ab. Die deutliche Diskrepanz zwischen den deutschen Direktinvestitionsströmen nach China insgesamt und der Auflösung von Beteiligungskapital im engeren Sinne liegt an den hohen reinvestierten Gewinnen: Die Töchter deutscher Unternehmen erwirtschafteten in den vergangenen Jahren hohe Gewinne, die großenteils im Land bleiben. Diese Mittel werden in der Leistungsbilanz als einbehaltene Gewinne den Vermögenseinkommen zugerechnet und in der Kapitalbilanz als reinvestierte Gewinne erfasst. Abgesehen von diesen vor Ort erwirtschafteten Gewinnen zogen deutsche Direktinvestoren 2025 Finanzmittel aus China ab; dies betraf auch konzerninterne Kredite. Das auf den ersten Blick widersprüchliche Bild hoher Gewinne deutscher Unternehmen in China auf der einen Seite und ausbleibender Neuinvestitionen auf der anderen Seite könnte in Verbindung mit zunehmenden geopolitischen Spannungen stehen. Sie veranlassen Unternehmen, ihre Investitionen stärker als in der Vergangenheit zu diversifizieren oder in politisch näherstehende Länder zu verlagern. 18

In den USA hielten sich deutsche Unternehmen mit Direktinvestitionen in Beteiligungskapital zurück, vermutlich auch aus Unsicherheit über den weiteren wirtschaftspolitischen Kurs jenseits des Atlantiks. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die frisch zugeführten Direktinvestitionsmittel (ohne reinvestierte Gewinne) von 14½ Mrd € auf 5 Mrd € zurück, auch die Investitionen in Beteiligungskapital insgesamt war rückläufig. Allerdings blieben die USA in dieser Kategorie wie auch bei den gesamten Direktinvestitionen das wichtigste Ziel deutscher Unternehmen außerhalb der Europäischen Union.

Aus dem Ausland flossen 2025 im Ergebnis 86 Mrd € an Direktinvestitionsmitteln nach Deutschland, sowohl über Beteiligungskapital als auch über den konzerninternen Kreditverkehr. Das war spürbar mehr als im Jahr davor (57½ Mrd €), aber immer noch weniger als zu Beginn des Jahrzehnts. Nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie waren die Direktinvestitionszuflüsse nach Deutschland kontinuierlich gesunken. Die Belebung im vergangenen Jahr hat diese Entwicklung zunächst gestoppt, kann aber noch nicht als Trendwende interpretiert werden. Jeweils knapp 40 % der zugeflossenen Mittel stellten ausländische Mütter über Beteiligungskapital im engeren Sinne und den konzerninternen Kreditverkehr bereit, ein gutes Fünftel entfiel auf reinvestierte Gewinne. 

Bei der Herkunft ausländischer Direktinvestitionsströme nach Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Zielländern deutscher Direktinvestitionsströme – der Europäischen Union als wichtigster Herkunftsregion folgten das Vereinigte Königreich und die USA. Die Hälfte der ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland (43 Mrd €) stammten 2025 von Unternehmen aus Partnerländern der Europäischen Union. Dabei dominierten grenzüberschreitende Mittelzuflüsse aus Dänemark, den Niederlanden und Frankreich. Außerhalb der EU stellten Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich (26½ Mrd €) und den USA (12 Mrd €) die meisten Direktinvestitionsmittel zur Verfügung. Den Zuflüssen ausländischer Direktinvestitionen nach Deutschland standen Mittelrückflüsse in einige Länder gegenüber, so nach Belgien und Irland. Dies lag daran, dass hier die Tilgungen zuvor gewährter Kredite im konzerninternen Kreditverkehr dominierten.

Der Markt für grenzüberschreitende Unternehmensfusionen und -übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A) mit deutscher Beteiligung belebte sich 2025 etwas. In Deutschland ansässige Firmen erwarben 2025 grenzüberschreitend mehr ausländische Unternehmen als im Vorjahr. Dies galt sowohl für die Anzahl der Transaktionen als auch für das Volumen der abgeschlossenen Übernahmen. 19 Die grenzüberschreitenden Übernahmen durch ausländische Investoren stiegen 2025 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht an; dies galt auch hier für das Volumen und die Zahl der Vereinbarungen. 20

Bei Unternehmensübernahmen ist das Segment Wagniskapital trotz des geringen Volumens von besonderem Interesse, in Deutschland und Europa aber noch vergleichsweise unterentwickelt. Wagniskapital oder Venture Capital (VC) bezeichnet die Finanzierung junger, innovativer Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Gemessen am Volumen machen grenzüberschreitende VC-Finanzierungen (Deals) zwar nur einen kleinen Teil des gesamten M&A Volumens aus. Sie sind aber ein Indikator für die Fähigkeit eines Standorts, innovativen Unternehmen günstige Rahmenbedingungen zu bieten und benötigtes Risikokapital bereitzustellen. Im internationalen Vergleich liegen Deutschland und Europa im Bereich der Wagniskapitalfinanzierung deutlich hinter anderen Ländern – insbesondere den USA – zurück. 21 Die Europäische Kommission sieht deshalb ein vorrangiges Ziel darin, den europäischen Markt für Venture Capital im Rahmen der Savings and Investment Union (SIU) auszubauen. 22 Eine Untersuchung der Bundesbank zeigt, dass deutsche Unternehmen zwar bei Direktinvestitionen weltweit gesehen eine wichtige Rolle spielen. Beim Thema internationale Venture Capital-Finanzierung spiegelt sich dies aber nicht entsprechend wider. Hier besteht Nachholbedarf.

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Venture Capital Deals mit deutscher Beteiligung

Der vorliegende Beitrag zeigt, dass sich deutsche Unternehmen, die in der Vergangenheit an grenzüberschreitenden Verträgen zur Bereitstellung von Wagniskapital beteiligt waren, in Größe und Struktur systematisch von anderen Unternehmen unterscheiden. Junge und innovative Start-ups benötigen Wagniskapital (Venture Capital, VC), um nach der Gründung wachsen und im Wettberweb bestehen zu können (Scale-up-Phase). Gerade im Vergleich zu den USA und dem Vereinigten Königreich ist der europäische Markt für die Bereitstellung von Wagniskapital (VC-Deals), insbesondere in der kapitalintensiven Scale-up-Phase, unterentwickelt. Die europäische Savings and Investment Union (SIU) soll die Rahmenbedingungen für VC-Deals in Europa verbessern. Die auf gemeinsame deutsch-französische Initiative eingesetzte FIVE-Taskforce gab wichtige Empfehlungen, wie Europa den Markt für heimische und internationale Investoren attraktiver machen kann. 1 Die vorliegende Studie der Bundesbank hat externe Daten zu VC-Deals von Moody's mit eigenen Informationen zu Direktinvestitionen verknüpft und ausgewertet, welche Eigenschaften deutsche Unternehmen aufwiesen, die in der Vergangenheit an grenzüberschreitenden Geschäften beteiligt waren. 2

VC-Deals sind in das statistische Rahmenwerk von Zahlungsbilanzstatistik und Bestandsstatistik deutscher Direktinvestitionen schwierig einzuordnen. Dies liegt zum einen daran, dass Informationen aus der Zahlungsbilanzstatistik und der Direktinvestitionsstatistik nicht zwischen Wagniskapital und anderem Beteiligungskapital unterscheiden. Zum anderen stimmt der Zeitpunkt des abgeschlossenen VC-Deals nicht zwangsläufig mit dem Zeitpunkt überein, zu dem Kapital tatsächlich bereitgestellt und in der Zahlungsbilanz beziehungsweise bei den Direktinvestitionen erfasst wird. Dieses Zuordnungsproblem besteht nicht nur bei VC-Deals, sondern auch bei anderen Übernahmen oder Fusionen (Mergers and Acquisitions, M&A). Als Datengrundlage für VC-Deals dient Moody's Orbis M&A zwischen 2002 und 2025. Bei ungefähr 6 400 der erfassten abgeschlossenen VC-Deals war mindestens ein deutsches Unternehmen entweder als Investor oder als Ziel (oder beides) beteiligt. Die Information, ob ein deutsches Unternehmen in diesem Zeitraum an einem VC-Deal beteiligt war, wird mit der Mikrodatenbank Direktinvestitionen (MiDi) der Bundesbank verknüpft. 

Die Daten von Moody's Orbis M&A verdeutlichen, dass deutsche Unternehmen am meisten im Inland, den USA und in der Europäischen Union (EU) investierten. Schaubild 5.21 zeigt die Entwicklung von VC-Deals, bei denen (mindestens) ein deutsches Unternehmen als Kapitalgeber fungierte. 3 Die Anzahl der Deals ist im Ergebnis seit 2010 angestiegen. Deutsche Unternehmen investierten vorwiegend in deutsche Unternehmen, gefolgt von Firmen in den USA, in der EU (ohne Deutschland) und im Vereinigten Königreich. Das niedrigere Niveau 2022 und 2023 könnte auf höhere geldpolitische Zinsen im Euroraum, in den USA und im Vereinigten Königreich zurückzuführen sein. Potenzielle Anleger dürften während dieser Zeit höhere Renditen auf den Anleihemärkten erzielt haben. Das Niveau grenzüberschreitender VC-Deals deutscher Investoren ist im Vergleich zum Gesamtvolumen deutscher M&A-Aktivitäten eher niedrig. 4

VC-Deals mit deutschen Unternehmen als Investoren
VC-Deals mit deutschen Unternehmen als Investoren

Bei VC-Deals mit deutschen Unternehmen als Ziel zeigt sich von der Entwicklung her ein ähnliches Bild, allerdings mit Unterschieden in den Niveaus. Schaubild 5.22 beschreibt die VC-Deals, bei denen ein deutsches Unternehmen Ziel war. 5 Die Entwicklung verläuft wie in Schaubild 5.21 mit ähnlicher regionaler Aufteilung und einer steigenden Anzahl der Deals. Obwohl die Anzahl der Deals weniger als halb so hoch ist wie bei VC-Deals, bei denen deutsche Unternehmen als Investoren agierten, sind die aggregierten Werte der Deals ungefähr doppelt so hoch. Somit ist der durchschnittliche Wert der VC-Deals erheblich größer.

VC-Deals mit deutschen Unternehmen als Ziel
VC-Deals mit deutschen Unternehmen als Ziel

Deutsche Investoren in VC-Deals kommen überwiegend aus der Finanzbranche, während deutsche Start-ups als Ziele von VC-Deals häufig im IT-Sektor aktiv sind. Von den 1 398 deutschen Unternehmen, die zwischen 2002 und 2025 anhand der Orbis M&A-Daten in VC-Deals investierten, waren 64 % in „Erbringung von Finanzdienstleistungen“ und 13 % in „Mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verbundene Tätigkeiten“ als Primärsektor tätig. Somit sind hauptsächlich Finanzunternehmen als Investoren aktiv. Im gleichen Zeitraum gab es 1 971 deutsche Unternehmen, die Ziel eines VC-Deals waren. Von diesen waren 38 % den „Informationsdienstleistungen“, 18 % dem „Verlagswesen“, 10 % der „Forschung und Entwicklung“, 7 % der „Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie“ und 5 % der „Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen“ zugehörig. Hier steht also vor allem IT im Vordergrund.

Eine Verknüpfung von Orbis M&A und der MiDi-Datenbank ist grundsätzlich möglich, doch bilden die VC-Deals das über Direktinvestitionen bereitgestellte Beteiligungskapital nur begrenzt ab. An den zwischen 2002 und 2023 in Orbis M&A abgeschlossenen grenzüberschreitenden VC-Deals waren 617 deutsche Unternehmen als Investoren beteiligt. 6 Für 204 dieser deutschen Unternehmen liegt ein Identifikator in der MiDi Datenbank vor, inklusive der Information, in welchem Land das deutsche Unternehmen investiert hat. Allerdings hatten nur 18 Unternehmen, die gemäß Orbis M&A Wagniskapital in einem Land investierten, dort laut MiDi im selben Jahr auch ein Tochterunternehmen. Ähnliches gilt für die VC-Deals, bei denen ein deutsches Unternehmen Ziel eines ausländischen Investors war. Für die ökonometrischen Untersuchungen wurden daher alle 33 verknüpften Unternehmen betrachtet, die zum Zeitpunkt eines VC-Deals überhaupt eine Tochtergesellschaft im Ausland hatten. Der Standort der ausländischen Tochterunternehmen beziehungsweise der ausländischen Muttergesellschaft spielte bei dieser Auswertung keine Rolle. Der VC-Deal muss allerdings grenzüberschreitend sein, das heißt, Deals von deutschen Unternehmen, welche in deutsche Unternehmen investieren, können nicht berücksichtigt werden.

Panelregressionen untersuchen, ob sich deutsche Unternehmen, die Teil eines grenzüberschreitenden VC-Deals waren, systematisch von solchen unterscheiden, die an keinem VC-Deal beteiligt waren. Die folgende Regressionsgleichung wird mit einem Kleinste-Quadrate-Schätzer (OLS) geschätzt 7 :

$$ Kennziffer_{it} = \beta VC-Deal_{it} + \alpha_{s} + \delta_{t} + \varepsilon_{it} $$

Dabei steht \( Kennziffer_{it} \) für eine ökonomische Kennziffer des deutschen Unternehmens \( i \) im Jahr \( t \). Die binäre Variable \( VC-Deal_{it} \) nimmt den Wert eins an, wenn Unternehmen \( i \) zum Zeitpunkt \( t \) Teil eines grenzüberschreitenden VC-Deals war. Diese Information wird von den Orbis M&A Daten an die MiDi Datenbank verknüpft. Die fixen Effekte \( \alpha_{s} \) und \( \delta_{t} \) berücksichtigen sektorspezifische und zeitspezifische fixe Effekte. 8 Die Standardfehler werden auf Unternehmensebene berechnet, um robuste Schätzungen zu gewährleisten.

Deutsche Muttergesellschaften, die in grenzüberschreitenden VC-Deals aktiv waren, sind tendenziell größer, gemessen anhand der Bilanzsumme und der Anzahl an Mitarbeitern, und international vergleichsweise stark außerhalb der EU aktiv. Schaubild 5.23 präsentiert die Ergebnisse (von \( \beta \)) verschiedener Regressionsmodelle, wobei jedes Modell eine andere abhängige (meist logarithmierte) Variable verwendet. 9 Alle Spezifikationen enthalten sektorspezifische und jahresspezifische fixe Effekte. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich eher große deutsche Unternehmen, gemessen anhand der Bilanzsumme und der Anzahl an Mitarbeitern, in VC-Deals engagieren. Diese deutschen Muttergesellschaften sind im Vergleich zu anderen deutschen Konzernen, die keine VC-Deals abgeschlossen haben, außerdem eher in Ländern und Tochtergesellschaften außerhalb der EU aktiv. Die (schwach) negativ signifikanten Gewinne deuten darauf hin, dass grenzüberschreitende VC-Deals deutscher Unternehmen nicht primär von einer besonders hohen laufenden Profitabilität im Ausland getragen werden. Vielmehr könnten strategische Motive, Innovationsdruck und Wachstumsorientierung eine Rolle spielen.

Unterschiede von deutschen Muttergesellschaften, die Teil eines grenzüberschreitenden VC-Deals waren
Unterschiede von deutschen Muttergesellschaften, die Teil eines grenzüberschreitenden VC-Deals waren

Deutsche Tochtergesellschaften, die Ziel von grenzüberschreitenden VC-Deals waren, weisen zwar eine höhere Eigenkapitalquote auf, sind aber tendenziell kleiner, und die ausländischen Muttergesellschaften kommen eher von außerhalb der EU. Schaubild 5.24 liefert die analogen geschätzten Koeffizienten zu Schaubild 5.23, nun allerdings für deutsche Tochtergesellschaften, welche das Ziel von grenzüberschreitenden VC-Deals sind. Die ausländischen Muttergesellschaften scheinen eher aus einem Land außerhalb der EU zu kommen. Sie engagieren sich in eher kleinen Unternehmen, die Wachstumspotenzial haben. Das Beteiligungskapital in diesen deutschen Tochtergesellschaften ist bei niedrigerer Bilanzsumme höher als bei deutschen Unternehmen, die nicht Teil eines VC-Deals sind. Die Investitionsziele weisen also eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote auf. Interessant ist auch, dass sie überdurchschnittlich hohe Gewinne erzielen. Dieser Befund ist insofern überraschend, als Start-ups in der Gründungsphase häufig noch Verluste machen. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass in der nachfolgenden Wachstumsphase die profitabelsten Unternehmen die besten Chancen haben, einen Investor zu finden. 

Unterschiede von deutschen Tochtergesellschaften, die Teil eines grenzüberschreitenden VC-Deals waren
Unterschiede von deutschen Tochtergesellschaften, die Teil eines grenzüberschreitenden VC-Deals waren

Sowohl die deskriptiven Entwicklungen als auch die Regressionsergebnisse liefern empirische Evidenz, dass deutsche Unternehmen, die in der Vergangenheit an VC-Deals beteiligt waren, vergleichsweis stark außerhalb der EU präsent sind. Partnerländer in der EU haben zwar bei den VC-Deals über die Zeit an Bedeutung gewonnen, aber heimische VC-Deals sowie VC-Deals mit den USA dominieren weiterhin den Markt. Im Durchschnitt aller in der MiDi meldepflichtigen deutschen Unternehmen liegen hauptsächlich Beteiligungsbeziehungen mit anderen Ländern innerhalb der EU vor. Deutsche Unternehmen, die in der Vergangenheit in grenzüberschreitende VC-Deals involviert waren, weisen dabei aber eine überdurchschnittliche Kapitalverflechtung mit Drittländern außerhalb der EU auf. Die Ergebnisse bestätigen, dass die EU trotz intensiver Direktinvestitionsbeziehungen deutscher Unternehmen in der Region bei der Wagniskapitalfinanzierung noch Nachholbedarf hat.

3.3 Wertpapierverkehr

Das Eurosystem setzte die bereits im Vorjahr eingeleitete Phase einer schrittweisen geldpolitischen Lockerung 2025 fort. Sowohl die EZB als auch die Fed senkten die Leitzinsen im Verlauf des Jahres in mehreren kleinen Schritten. Im Eurosystem fiel der Zinssatz der Einlagenfazilität in der ersten Jahreshälfte bis zur Jahresmitte von 3 % auf 2 % und blieb in der zweiten Jahreshälfte unverändert. Das wirtschaftliche Umfeld war von Unsicherheiten geprägt. Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte sowie die Frage nach der weiteren Inflationsentwicklung beeinflussten die Erwartungen an Wachstum und Geldpolitik.

Der grenzüberschreitende Wertpapierverkehr Deutschlands führte 2025 per saldo zu Netto-Kapitalexporten von 51½ Mrd €, nach 20½ Mrd € im Jahr zuvor. Dabei setzte sich der bereits im Vorjahr beobachtete intensive grenzüberschreitende Handel mit langfristigen Schuldverschreibungen fort, während Dividendentitel im Vergleich dazu eine geringere Bedeutung hatten.

Wertpapierverkehr in der deutschen Zahlungsbilanz
Wertpapierverkehr in der deutschen Zahlungsbilanz

Deutsche Anleger erwarben ausländische Wertpapiere für 281 Mrd €. Hiervon entfielen allein 171½ Mrd € auf Anleihen, die überwiegend in Euro denominiert waren (144½ Mrd €). Besonders gefragt waren Titel aus Frankreich, Italien und Österreich. Allerdings trennten sich hiesige Anleger, möglicherweise aus Sorge um die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank und der damit verbundenen Unsicherheit bezüglich ihres geldpolitischen Kurses, von US-amerikanischen Anleihen. In diesem Zusammenhang dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro im vergangenen Jahr 11,6 % an Wert verlor. Angesichts der gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten schichteten deutsche Investoren auch Anleihen aus anderen Drittstaaten, insbesondere China, zugunsten des Euroraums um. Sie kauften des Weiteren Investmentzertifikate (120 Mrd €). Diese bieten insbesondere Privatanlegern im Vergleich zu Einzelaktien eine breitere Diversifikation und senken auf diese Weise das Gesamtrisiko. Zudem erwarben hiesige Investoren in geringem Umfang Aktien (1 Mrd €), wobei sie sich von US-amerikanischen Aktien trennten. Gründe hierfür könnten neben der Unsicherheit über den weiteren wirtschaftspolitischen Kurs in den USA auch Gewinnmitnahmen sein. Insbesondere Technologieaktien hatten in den letzten Monaten des Jahres stark an Wert gewonnen. Zudem gaben deutsche Anleger ausländische Geldmarktpapiere (11 Mrd €) ab. Hier könnten Liquiditätsumschichtungen zugunsten längerfristiger Anlagen eine Rolle gespielt haben.

Auch ausländische Anleger erhöhten ihr Engagement in deutschen Wertpapieren deutlich. Die Transaktionen beliefen sich auf per saldo 229½ Mrd € und lagen damit spürbar über dem Vorjahreswert von 197½ Mrd €. Im Fokus standen dabei vor allem Anleihen (196 Mrd €), überwiegend von öffentlichen Emittenten. Während bis Ende 2022 das Eurosystem einen erheblichen Teil der Nachfrage stellte, nahmen mit dem Abbau der geldpolitischen Wertpapierportfolios seit Frühjahr 2023 zunehmend ausländische Anleger Bundesanleihen in ihre Portfolios auf. Dies unterstreicht die herausragende Rolle dieser Papiere als sichere Anlagewerte (safe assets). Darüber hinaus emittierte die Bundesregierung 2025 zusätzliche Schuldverschreibungen, um den erhöhten Finanzierungsbedarf im Zusammenhang mit den neu beschlossenen Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung zu decken. Damit stieg auf dem Kapitalmarkt auch das Angebot. Auf der Suche nach einer sicheren Anlage erwarben Gebietsfremde zudem deutsche Geldmarktpapiere (48 Mrd €). In deutlich geringerem Umfang nahmen ausländische Investoren deutsche Investmentzertifikate in ihre Portfolios auf (1 Mrd €). Im Gegensatz dazu trennten sie sich von deutschen Aktien (15½ Mrd €), was die erhöhte Risikoaversion und die Präferenz für sichere Anlagen widerspiegelt.

Die Finanzderivate, die in der Zahlungsbilanz nur in einer Position ausgewiesen werden, führten zu Netto-Kapitalexporten in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr. Sie beliefen sich auf 38½ Mrd €, nach 43 Mrd € in den zwölf Monaten zuvor. Zu den Mittelabflüssen trugen vor allem Optionsgeschäfte bei. Sie waren für rund drei Viertel des Gesamtsaldos der Derivate verantwortlich. Das verbleibende Viertel entfiel überwiegend auf Termingeschäfte. Dazu zählte auch der Terminhandel mit Gas, der nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 zeitweise eine große Rolle gespielt hatte, inzwischen aber etwas an Bedeutung verloren hat.

3.4 Übriger Kapitalverkehr

Der übrige Kapitalverkehr verzeichnete im Jahr 2025 Netto-Kapitalexporte von 160½ Mrd € und damit von ähnlicher Höhe wie im Vorjahr. 23 Dabei stiegen die Nettoforderungen von Monetären Finanzinstituten (ohne Bundesbank) sowie Unternehmen und Privatpersonen, während der Staat und die Bundesbank in geringer Höhe Netto-Kapitalimporte auswiesen. Positionen im übrigen Kapitalverkehr unterliegen generell starken Schwankungen. Das gilt vor allem für die Forderungen und Verbindlichkeiten von Geschäftsbanken. Deren Transaktionen gehen häufig mit einer Bilanzverlängerung oder -verkürzung der einzelnen Institute einher. Dennoch ist es wichtig, auch ihre Aktiva und Passiva gesondert im Blick zu halten. Sie können wichtige Informationen zu den zugrunde liegenden Zahlungsströmen und möglichen Veränderungen der Finanzinfrastruktur geben. Beispiele hierfür sind die starke Zunahme der Bruttotransaktionen nach dem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der EU oder die Abwicklung der Wertpapierkäufe des Eurosystems über TARGET. 24

Übriger Kapitalverkehr in der deutschen Zahlungsbilanz
Übriger Kapitalverkehr in der deutschen Zahlungsbilanz

Die Netto-Kapitalexporte der Monetären Finanzinstitute (ohne Bundesbank) gegenüber dem Ausland beliefen sich im vergangenen Jahr auf 87½ Mrd €. Dabei stiegen die Forderungen aus Bargeld und Einlagen gegenüber ausländischen Instituten besonders deutlich. Hier spielten wie schon im Vorjahr Forderungen gegenüber gruppenangehörigen Banken eine besondere Rolle. Solchen Dispositionen liegen häufig betriebswirtschaftliche Entscheidungen bezüglich des Liquiditätsmanagements zugrunde. Auch durch die Vergabe von Finanzkrediten an Unternehmen und Privatpersonen nahmen die Auslandsforderungen der Geschäftsbanken zu. In umgekehrter Richtung erhöhten ausländische Akteure die Einlagen bei hiesigen Instituten. Dahinter standen sowohl Einlagen von Banken im Ausland als auch von im Ausland ansässigen Unternehmen und Privatpersonen.

Über die Konten der Bundesbank kam es im vergangenen Jahr zu Netto-Kapitalimporten von 4 Mrd €. Die Forderungen und Verbindlichkeiten der Bundesbank gegenüber dem Ausland verringerten sich 2025 in ähnlicher Größenordnung. Die TARGET-Forderungen gegenüber der EZB sanken um 23 Mrd € und damit weniger als 2024 (47 Mrd €). Der Abbau der geldpolitischen Wertpapierportfolios seit Frühjahr 2023 reduzierte die deutschen TARGET-Forderungen nicht so deutlich, wie sie zuvor beim Aufbau der Bilanz unter den Ankaufprogrammen angestiegen waren. 25 Eine Ursache hierfür liegt im Verhalten von Anlegern im Markt für Euro-Staatsanleihen. So traten in anderen Ländern des Euroraums häufig inländische Geschäftsbanken an die Stelle der nationalen Zentralbank und erwarben einen Großteil der neu emittierten Staatsanleihen. Anders als bei Käufen von Investoren aus Drittländern, die häufig über Deutschland abgewickelt werden, fließt in diesem Fall keine Zentralbankliquidität aus Deutschland ab. Hinzu kommt, dass Anleger aus dem Euroraum in großem Stil Bundesanleihen erwarben und der Bundesbank im Gegenzug Zentralbankgeld zufloss. Dies erhöhte für sich genommen den deutschen TARGET-Saldo. 

3.5 Währungsreserven

Die Währungsreserven der Bundesbank stiegen 2025 transaktionsbedingt um 1 Mrd €. Dahinter standen vor allem Käufe ausländischer, überwiegend auf US-Dollar lautender Wertpapiere. Die Bestände an Währungsreserven werden auch durch die bilanziellen Anpassungen beeinflusst, die gemäß internationalen Standards nicht in der Zahlungsbilanz zu erfassen sind. Aus der Neubewertung ergab sich 2025 eine Zunahme um 117 Mrd €. Darin schlug sich der gegenüber dem Vorjahr gestiegene Goldpreis nieder. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Wert der deutschen Währungsreserven 482 Mrd €.

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