Geldpolitik und Bankgeschäft Monatsbericht – Februar 2026

Monatsbericht

1 Geldpolitik und Geldmarktentwicklung

Auf seiner geldpolitischen Sitzung im Dezember 2025 ließ der EZB-Rat die Leitzinssätze unverändert. Die aktualisierte Beurteilung der Inflationsaussichten bestätigte erneut, dass sich die Inflation auf mittlere Sicht beim Zielwert von 2 % stabilisieren dürfte. Nach dem Basisszenario der Eurosystem-Projektionen aus dem Dezember dürfte die durchschnittliche Gesamtinflation 2026 bei 1,9 %, 2027 bei 1,8 % und 2028 bei 2,0 % liegen. Auch die meisten Messgrößen der längerfristigen Inflationserwartungen liegen nach wie vor bei rund 2 %. Die Indikatoren der zugrunde liegenden Inflation haben sich zuletzt nur wenig verändert und stehen weiterhin mit dem mittelfristigen Zielwert im Einklang.

Auch im Februar 2026 ließ der EZB-Rat die Leitzinsen unverändert. Damit liegt der Zinssatz für die Einlagefazilität, mit dem der EZB-Rat den geldpolitischen Kurs steuert, seit Juni 2025 bei 2 %. Die Beurteilung der Inflationsaussichten durch den EZB-Rat ist erneut weitgehend unverändert. Die Wirtschaft zeigt sich in einem schwierigen globalen Umfeld nach wie vor robust. Zugleich ist der Ausblick weiterhin von Unsicherheit geprägt, was insbesondere auf anhaltende globale Handelskonflikte und geopolitische Spannungen zurückzuführen ist. 

Leitzinssätze und Geldmarktzinsen im Euroraum
Leitzinssätze und Geldmarktzinsen im Euroraum

Die kurzfristigen Geldmarktsätze blieben seit der letzten Senkung der Leitzinsen im Juni 2025 weitgehend unverändert. Die Euro-Short Term Rate (€STR) notierte zuletzt bei 1,93 % und damit rund 7 Basispunkte unterhalb des Niveaus des Einlagesatzes.

Laut Umfragen kurz vor der Februar-Sitzung erwarteten Marktteilnehmer bis Ende 2026 keine Anpassung der Leitzinsen. Die Teilnehmer an der vor der Sitzung im Februar durchgeführten Eurosystem-Umfrage unter Geldmarktexperten (Survey of Monetary Analysts) erwarteten im Median unveränderte Leitzinsen im gesamten laufenden Jahr. In den Geldmarktterminsätzen ist aktuell für das laufende Jahr ebenfalls keine weitere Zinsanpassung eingepreist.

Die geldpolitischen Wertpapierbestände sind weiter rückläufig. Die Rückzahlungsbeträge und Zinserträge der Wertpapierbestände im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme, APP) und des Pandemie-Notfallankaufprogramms (Pandemic Emergency Purchase Programme, PEPP) werden weiterhin nicht wiederangelegt. Insgesamt hielt das Eurosystem am 6. Februar dem APP zugehörige Aktiva in Höhe von 2 292,2 Mrd €. Die im Rahmen des PEPP ausgewiesenen Wertpapierbestände lagen am selben Tag bei 1 408,9 Mrd €.  

Die Überschussliquidität nahm weiterhin ab. Ihr Volumen lag zuletzt bei 2 439,2 Mrd €. Für den Rückgang waren die auslaufenden Wertpapiere im APP und PEPP hauptverantwortlich.

2 Monetäre Entwicklung im Euro-Währungsgebiet

Die monetäre Dynamik im Euroraum beschleunigte sich im vierten Quartal 2025. Im Vergleich zu den Vorquartalen stockten nicht nur private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen, sondern vor allem auch finanzielle Unternehmen ihre kurzfristigen Bankeinlagen kräftig auf. Da der Zufluss zu M3 dem Niveau des Vorjahresquartals ähnelte, bewegte sich die Jahreswachstumsrate des breit gefassten Geldmengenaggregats M3 mit 2,8 % Ende Dezember seitwärts (siehe Schaubild 2.2). Auf der Entstehungsseite war die Kreditvergabe an inländische private Nichtbanken die hauptsächliche Triebfeder der monetären Dynamik. Zwar strafften die Banken laut Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey, BLS) im Durchschnitt ihre Richtlinien für Kredite an Firmenkunden sowie für Konsumenten- und sonstige Kredite. Die Verschärfungen im Firmenkundengeschäft beschränkten sich jedoch auf wenige Mitgliedsländer und betrafen dort vor allem große Unternehmen. Für den Euroraum insgesamt setzte sich die Erholung der Kreditvergabe an nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte fort, begünstigt durch eine lebhaftere Investitionstätigkeit und verbesserte Aussichten am Wohnimmobilienmarkt. 

Komponenten und Gegenposten der Geldmenge im Euroraum
Komponenten und Gegenposten der Geldmenge im Euroraum

Die Geldhaltung der inländischen Nichtbanken legte im letzten Quartal 2025 deutlich zu. Private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen zeigten weiterhin eine hohe Präferenz für hochliquide Mittel (siehe Schaubild 2.3). Insbesondere die privaten Haushalte stockten abermals kräftig täglich fällige Einlagen und kurzfristige Spareinlagen auf. Hinzu kam, dass sie – anders als in den Vorquartalen – per saldo kaum noch kurzfristige Termineinlagen abbauten. Die täglich fälligen Einlagen nichtfinanzieller Unternehmen nahmen vor dem Hintergrund der konjunkturellen Belebung und einer vermehrten Inanspruchnahme von Krediten ebenfalls spürbar zu. Darüber hinaus stockten im vierten Quartal auch finanzielle Unternehmen ihre kurzfristigen Bankeinlagen stark auf. Dabei handelte es sich teilweise um eine Reaktion auf die an den Finanzmärkten sprunghaft zugenommene Unsicherheit über die Ertragsaussichten in technologie- und KI-nahen Investitionsfeldern: Institutionelle Anleger zogen es vor, ihre Anlagemittel vorübergehend zu parken. Dies stand im Gegensatz zum Vorquartal, als ein vorübergehender Rückgang der Unsicherheit an den Finanzmärkten noch dazu geführt hatte, dass finanzielle Unternehmen ihre liquiden Mittel teilweise in rentablere Anlageformen umschichteten. 

Geldmenge M3 im Euroraum
Geldmenge M3 im Euroraum

Neben der Geldhaltung bauten Nichtbanken auch ihre längerfristigen Forderungen gegenüber Banken kräftig auf. Zum einen blieb die Nachfrage des geldhaltenden Sektors nach längerfristigen Bankschuldverschreibungen robust. Zum anderen nahmen die längerfristigen Termineinlagen deutlich zu. Ursächlich war vor allem ein Anstieg der Kreditverbriefungen im Bankensektor. Hierbei werden ausgewählte Kreditrisiken tranchiert auf eine statistisch zu den finanziellen Unternehmen zählende Zweckgesellschaft übertragen. Die Gegenbuchung erfolgt meist über eine langfristige Termineinlage der Zweckgesellschaft bei der verbriefenden Bank. Zudem führte die robuste Gewinnlage der Banken zum Jahresende zu einem deutlichen Anstieg von Kapital und Rücklagen im Bankensektor. Zusammen mit dem Anstieg der längerfristigen Verbindlichkeiten der Banken wirkte dies mindernd auf das Wachstum von M3. 

Tabelle 2.1: Konsolidierte Bilanz des MFI-Sektors im Euroraum1) 
Veränderung gegenüber Vorquartal in Mrd €, saisonbereinigt

Aktiva

2025 3. Vj.

2025 4. Vj.

Passiva

2025 3. Vj.

2025 4. Vj.

Forderungen gegenüber privaten Nicht-MFIs im Euroraum

67,6

191,5

Verbindlichkeiten gegenüber Zentralstaaten 2)

19,1

−⁠ 32,8

davon:

 

Buchkredite

47,0

173,2

Geldmenge M3

57,1

202,8

Buchkredite, bereinigt 3)

49,6

182,6

davon Komponenten:

Wertpapiere

20,6

18,4

Bargeld und täglich fällige Einlagen (M1)

91,4

160,2

 

Übrige kurzfristige Einlagen (M2-M1)

−⁠ 23,3

78,0

Forderungen gegenüber öffentlichen Haushalten im Euroraum

19,0

8,4

Marktfähige Finanzinstrumente (M3-M2)

−⁠ 11,1

−⁠ 35,4

davon:

 

Buchkredite

8,3

4,1

Geldkapital

35,5

111,4

Wertpapiere

10,7

4,3

davon:

 

Kapital und Rücklagen

−⁠ 8,5

55,4

Nettoforderungen gegenüber Ansässigen außerhalb des Euroraums

62,4

68,7

Sonstige längerfristige Verbindlichkeiten

44,0

56,0

Andere Gegenposten von M3

−⁠ 37,3

12,9

 

1 Statistisch bedingte Veränderungen (zum Beispiel statistische Brüche) und Umbewertungen ausgeschaltet. 2 Einschließlich Einlagen der Zentralstaaten beim MFI-Sektor sowie der von Zentralstaaten gehaltenen Wertpapiere, die vom MFI-Sektor begeben wurden. 3 Bereinigt um Kreditverkäufe, Kreditverbriefungen und um Positionen im Zusammenhang mit durch MFIs erbrachten fiktiven Cash-Pooling-Dienstleistungen.

Auf der Aktivseite weiteten die Monetären Finanzinstitute (MFI) ihre Kreditvergabe an Nichtbanken im Euro-Währungsgebiet kräftig aus. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von Ausleihungen an den Privatsektor; Forderungen gegenüber öffentlichen Haushalten stiegen kaum. Dabei nahmen insbesondere die Buchkredite an private Nichtbanken kräftig zu; dagegen blieb der Anstieg der Wertpapierkredite moderat. Die Ausweitung der Buchkredite betraf sowohl Unternehmen als auch private Haushalte. Am stärksten fiel sie gegenüber finanziellen Unternehmen aus. Dazu zählen Investmentfonds und sonstige Finanzintermediäre, die ihrerseits einen Teil ihrer Bilanzsumme zur Finanzierung von inländischen Unternehmen und öffentlichen Haushalten verwenden.

Buchkredite des MFI-Sektors an den nichtfinanziellen Privatsektor im Euroraum
Buchkredite des MFI-Sektors an den nichtfinanziellen Privatsektor im Euroraum

Die Buchkredite an nichtfinanzielle Unternehmen setzten im vierten Quartal ihren Erholungskurs fort; der Zuwachs fiel etwas kräftiger aus als im Vorquartal. Nach Laufzeiten betrachtet trugen vor allem langfristige Kredite den erkennbaren Aufwärtstrend; sie spiegeln die Belebung der Investitionstätigkeit im vergangenen Jahr im Euroraum wider (siehe Schaubild 2.4). Zudem vergaben die Banken spürbar mehr kurzfristige Kredite, während sie ihr Engagement im mittleren Laufzeitsegment (zwischen einem und fünf Jahren) leicht abbauten. Bis November verfügbare Daten aus der Kreditdatenstatistik AnaCredit deuten darauf hin, dass bei kurzfristigen Krediten Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor eine größere Rolle spielten als solche aus dem Verarbeitenden Gewerbe; ferner legen sie nahe, dass langfristige Kredite vor allem von Großunternehmen nachgefragt wurden. 

Die Ergebnisse des BLS für das vierte Quartal 2025 deuten auf einen gestiegenen Finanzierungsbedarf großer Unternehmen für Anlageinvestitionen hin. So stieg die Kreditnachfrage der Unternehmen laut BLS-Angaben insgesamt leicht, aufseiten großer Unternehmen jedoch etwas stärker. Nach Angaben der befragten Banken waren Anlageinvestitionen als Motiv nur bei dieser Gruppe ausschlaggebend, während bei der Nachfrage insgesamt Lagerhaltung und Betriebsmittel sowie Umfinanzierungen, Umschuldungen und Neuverhandlungen die wichtigsten Gründe für einen höheren Mittelbedarf darstellten. 

Gleichzeitig strafften die befragten Banken per saldo ihre Kreditrichtlinien gegenüber Firmenkunden, überwiegend gegenüber großen Unternehmen. Die Straffungen beschränkten sich jedoch auf einige wenige Mitgliedsländer, darunter Deutschland und Frankreich. Auch in der Unternehmensumfrage SAFE berichteten Unternehmen aus Deutschland und Frankreich von einer geringeren Verfügbarkeit von Bankkrediten. Große Unternehmen nannten im SAFE häufiger als kleine und mittlere Unternehmen zu hohe Kosten als Hürde für den Abschluss von Kreditverträgen. Als Gründe für die restriktivere Kreditangebotspolitik führten die BLS-Banken vor allem eine gesunkene Risikotoleranz und ein höheres Kreditrisiko an. Für das gestiegene Kreditrisiko waren nach ihren Angaben branchen- und firmenspezifische Faktoren sowie die allgemeine Wirtschaftslage maßgeblich; zudem wirkten in den vergangenen zwölf Monaten neue regulatorische und aufsichtsrechtliche Anforderungen restriktiv. 

Die Buchkredite an private Haushalte stiegen im vierten Quartal ebenfalls deutlich. Die Ausweitung der Wohnungsbaukredite als quantitativ bedeutendste Komponente gewann gegenüber dem Vorquartal noch einmal an Dynamik (siehe Schaubild 2.4). Zudem setzte sich der positive Trend bei den Konsumentenkrediten fort, insbesondere aufgrund der lebhaften Konsumnachfrage in Spanien. Auch sonstige Kredite an private Haushalte (darunter Kredite an Selbstständige) nahmen nach vorherigem Rückgang wieder leicht zu. 

Laut BLS erhöhte sich der Finanzierungsbedarf der privaten Haushalte für Bauvorhaben weiter, während sich die Kreditnachfrage für Konsumzwecke kaum veränderte. Haupttreiber des Nachfrageanstiegs war die laut Bankangaben verbesserte Einschätzung der Aussichten am Wohnimmobilienmarkt durch die privaten Haushalte. Dagegen wurde die Nachfrage nach privaten Konsumenten- und sonstigen Krediten laut BLS vor allem durch das günstige allgemeine Zinsniveau gestützt. Gleichzeitig ließ der dämpfende Einfluss des Verbrauchervertrauens auf die Nachfrage nach Konsumenten- und sonstigen Krediten nach. Dies deckt sich mit Ergebnissen der Konjunktur- und Verbrauchererhebungen der Europäischen Kommission, wonach sich das Verbrauchervertrauen im Euroraum im vierten Quartal von einem niedrigen Niveau aus weiter verbesserte. 

Auf der Kreditangebotsseite strafften die im BLS befragten Banken ihre Kreditrichtlinien für Konsumenten- und sonstige Kredite an private Haushalte, während sie sie im Bereich der Baufinanzierungen geringfügig lockerten. Als Hauptgrund für die Lockerung nannten die Banken einen stärkeren Wettbewerb. Die Straffung bei Konsumenten- und sonstigen Krediten begründeten sie mit ihrer geringeren Risikotoleranz und einem höheren Kreditrisiko. Maßgeblich hierfür waren eine gesunkene Kreditwürdigkeit der Haushalte und die angespannte Wirtschaftslage.

Neben der Kreditvergabe stützte auch die Netto-Auslandsposition des MFI-Sektors erneut das Geldmengenwachstum im Euroraum. Nach vorläufigen Zahlungsbilanzdaten erwarben Gebietsfremde in ähnlichem Umfang wie im Vorquartal Wertpapiere von Unternehmen und Staaten im Euroraum. Besonders gefragt waren Staatsanleihen, Aktien und Investmentfondsanteile. Hingegen investierten inländische Nicht-MFIs spürbar weniger in ausländische Wertpapiere. Verantwortlich hierfür dürfte die hohe geopolitische Unsicherheit sein. Auch der anhaltende Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums, der durch einen stabilen Außenwert des Euro begünstigt wurde, trug zum Mittelzufluss bei.

3 Einlagen- und Kreditgeschäft deutscher Banken mit inländischen Kunden

Im vierten Quartal 2025 legte das Einlagengeschäft deutscher Banken mit inländischen Kunden kräftig zu. Ähnlich wie im Euroraum stockten die Bankkunden vor allem ihre Bestände an täglich fälligen Einlagen auf. Die größten Zuflüsse verzeichneten dabei erneut die täglich fälligen Einlagen der privaten Haushalte sowie der nichtfinanziellen Unternehmen, deren Präferenz für diese Anlageform vor dem Hintergrund der eingetrübten Wirtschaftsstimmung und der erhöhten Unsicherheit ungebrochen blieb (siehe im Hinblick auf private Haushalte auch den Exkurs "Steigende Liquiditätspuffer der privaten Haushalte in Deutschland" sowie das Schaubild 2.5). 

Einlagen privater Haushalte bei deutschen Banken
Einlagen privater Haushalte bei deutschen Banken
Exkurs

Steigende Liquiditätspuffer der privaten Haushalte in Deutschland

Die weiterhin dynamische Entwicklung kurzfristiger Bankeinlagen deutscher Haushalte wirft die Frage nach den Gründen für den fortgesetzten Anstieg der Liquiditätshaltung auf. Während der Corona-Pandemie bauten die privaten Haushalte hohe Bankguthaben auf. 1 Wäre dieser Einlagenanstieg vor allem auf eingeschränkte Konsummöglichkeiten zurückzuführen gewesen, hätte es nach Aufhebung der Beschränkungen, insbesondere bei einem Nachholen des zurückgehaltenen Konsums, zu einem Abbau der aufgebauten Zusatzliquidität kommen sollen. Nach dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen verlangsamte sich der weitere Einlagenaufbau zunächst auch deutlich, blieb jedoch positiv und nahm in der Folge wieder zu (siehe Schaubild 2.5). Um zu ergründen, worauf die weiterhin hohe Geldvermögensbildung der Haushalte in kurzfristigen Bankeinlagen zurückzuführen ist, wurden im September 2025 im Bundesbank-Online-Panel-Haushalte (BOP‑HH) einige Sonderfragen zur Verwendung und Entwicklung der Bankeinlagen deutscher Haushalte gestellt. 2

Am aktuellen Rand halten die im BOP-HH befragten Haushalte im Durchschnitt einen Einlagenpuffer, der ein Vielfaches ihrer regelmäßigen monatlichen Ausgaben beträgt. Statt die Befragten direkt nach der Höhe ihrer Einlagen zu fragen, wurde deren Reichweite erhoben – also wie lange ein Haushalt seine laufenden Ausgaben ausschließlich aus den vorhandenen Einlagen decken könnte. 3 Fast 40 % der Befragten gaben an, dass sie ihre Ausgaben sechs Monate oder länger mit ihren Einlagen decken könnten. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit dem hohen Bestand der kurzfristigen Einlagen deutscher Haushalte. 

Knapp ein Viertel der befragten Haushalte erhöhte seine  an der Höhe der regelmäßigen monatlichen Ausgaben gemessenen  Einlagen seit Anfang 2023. Die Frage nach der Reichweite wurde als kategoriale Variable für den aktuellen Rand (September 2025) und für den Zeitraum Anfang 2023 gestellt, als die pandemiebedingten Restriktionen aufgehoben waren. Um die Veränderung zwischen den beiden Zeitpunkten sichtbar zu machen, wird für jeden Haushalt die Differenz der beiden Angaben berechnet: Ein positiver (negativer) Wert steht für eine längere (kürzere) Reichweite. Für 23 % der Haushalte erhöhte sich die Reichweite weiter, bei 16 % verringerte sie sich. Bei der Mehrheit der Haushalte (61 %) blieb die Reichweite indes unverändert (Wert 0).

Änderungen der Reichweite der Bankeinlagen
Änderungen der Reichweite der Bankeinlagen

Einkommenszuwächse sind der wichtigste Grund für die seit Anfang 2023 gestiegene Reichweite der Bankguthaben, gefolgt vom gezielten Aufbau von Notfallreserven. Die häufige Nennung des Faktors „Einkommenszuwächse“ ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Nominallöhne im betrachteten Zeitraum stärker gestiegen sind als die Inflation, wodurch die vorangegangenen Reallohnverluste ausgeglichen wurden. Zudem geben knapp 40 % der befragten Haushalte an, bewusst mehr Geld für Notfälle zurückgelegt zu haben. Vorsorge für Notsituationen (Vorsichtssparen) zählt im Allgemeinen zu den wichtigsten Sparmotiven und erfolgt typischerweise auf Basis besonders liquider Anlagen, wie Giro- oder Tagesgeldkonten. Bereits in der Vermögensbefragung der Deutschen Bundesbank (2025b) gehörte dieser Faktor zu den drei bedeutendsten Sparmotiven privater Haushalte. Die aktuellen Ergebnisse deuten darauf hin, dass Vorsichtssparen angesichts geopolitischer Konflikte und allgemein erhöhter wirtschaftspolitischer Unsicherheit als Faktor für den Aufbau von Bankeinlagen privater Haushalte wichtiger geworden sein könnte. 4  

Gründe für längere Reichweite der Guthaben
Gründe für längere Reichweite der Guthaben

Erstmals seit fünf Quartalen zeigten die Bankkunden auch wieder ein verstärktes Interesse an marktnah verzinsten kurzfristigen Termineinlagen. Maßgeblich hierfür war zum einen, dass die zu den öffentlichen Haushalten zählenden Sozialversicherungen diese Anlageform wählten, um Mittel aus Rücklagen, Darlehen und Zuschüssen kurzfristig anzulegen. Zum anderen stockten auch finanzielle Unternehmen ihre kurzfristigen Termingelder merklich auf und sicherten sich so den Renditevorsprung gegenüber täglich fälligen Einlagen (siehe Schaubild 2.6). 

Zinssätze für Bankeinlagen in Deutschland
Zinssätze für Bankeinlagen in Deutschland

Das Wachstum des Kreditgeschäfts deutscher Banken mit inländischen Kunden hat sich im vierten Quartal 2025 erkennbar verlangsamt. Hintergrund war, dass die Kredite an den öffentlichen Sektor spürbar geringere Zuflüsse verzeichneten, weil die Banken ihre Bestände an heimischen Staatsanleihen nicht weiter aufstockten, sondern per saldo leicht reduzierten. Darüber hinaus schwächte sich die Kreditvergabe an den inländischen Privatsektor im Vergleich zum Vorquartal leicht ab. Die Buchkredite an den Privatsektor erfuhren im vierten Quartal per saldo zwar einen leicht höheren Zufluss als im Vorquartal, die Kreditvergabe an nichtfinanzielle Unternehmen blieb aber weiterhin schwach.

Tabelle 2.2: Banken in Deutschland: Kredit- und Einlagenentwicklung1)
Veränderung gegenüber Vorquartal in Mrd €, saisonbereinigt

Position

2025

3. Vj.

4. Vj.

Einlagen von inländischen Nicht-MFIs2)

 

täglich fällig

34,7

52,5

mit vereinbarter Laufzeit

 

bis zu 2 Jahren

−⁠ 20,3

15,1

über 2 Jahre

2,9

1,8

mit vereinbarter Kündigungsfrist

 

bis zu 3 Monaten

−⁠ 4,0

−⁠ 3,4

über 3 Monate

0,1

−⁠ 1,6

Kredite

 

Kredite an inländische öffentliche Haushalte

 

Buchkredite

6,9

7,0

Wertpapierkredite

6,5

−⁠ 0,6

Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen

 

Buchkredite3)

12,2

15,9

darunter:

 

an private Haushalte4)

10,3

10,7

an nichtfinanzielle Unternehmen5)

4,6

−⁠ 1,9

Wertpapierkredite

2,9

−⁠ 1,1

Banken einschließlich Geldmarktfonds. Quartalsendstände, statistisch bedingte Veränderungen (zum Beispiel statistische Brüche) und Umbewertungen ausgeschaltet. Unternehmen, private Haushalte (sowie private Organisationen ohne Erwerbszweck) und öffentliche Haushalte (ohne Bund). Bereinigt um Kreditverkäufe und -verbriefungen. Private Organisationen ohne Erwerbszweck. Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und Quasi-Kapitalgesellschaften.

Den größten Beitrag zum Buchkreditgeschäft mit dem inländischen Privatsektor leisteten nach wie vor die Ausleihungen an private Haushalte. Die Zuflüsse zu den Wohnungsbaukrediten – dem treibenden Faktor in diesem Segment – fielen im vierten Quartal 2025 ähnlich stark aus wie im Vorquartal. Damit setzte sich die seit Sommer 2024 zu beobachtende allmähliche Erholung dieses Kreditsegments fort. Die Jahresrate stieg weiter leicht auf 2,5 % zum Ende des vierten Quartals. 

Die allmähliche Erholung der Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten spiegelt mehrere Faktoren wider. Neben dem bestehenden hohen Bedarf an Wohnraum stützten die noch vergleichsweise niedrigen Preise für Bestandsimmobilien weiterhin die Nachfrage nach Baufinanzierungen: 1 Nach Angaben der im BLS befragten Banken erhöhte sich die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten im Jahresendquartal, weil die privaten Haushalte die Aussichten am Wohnimmobilienmarkt – einschließlich der voraussichtlichen Entwicklung der Preise für Wohneigentum und der erwarteten Renditen – positiver einschätzten. Ein weiterer Faktor waren die kräftig gestiegenen Realeinkommen der privaten Haushalte. Vom allgemeinen Zinsniveau gingen dagegen – anders als in den Vorquartalen – keine positiven Impulse auf die Nachfrage nach Baufinanzierungen mehr aus (siehe Schaubild 2.7). Für das erste Quartal 2026 rechnen die BLS-Banken mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. 

Die im BLS befragten Banken in Deutschland haben ihre Richtlinien für Wohnungsbaukredite im Berichtsquartal erneut gestrafft. Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu der für den Euroraum insgesamt berichteten Lockerung. Die deutschen BLS-Banken begründeten die restriktivere Gestaltung im Wesentlichen damit, dass ihre Risikotoleranz gesunken und das Kreditrisiko im Geschäft mit privaten Haushalten gestiegen sei. Dagegen lockerten die Banken in der Gesamtbetrachtung die Kreditbedingungen etwas. So verringerten die Banken wettbewerbsbedingt die Margen unabhängig von der Bonität der Kreditnehmer.

Bei den Konsumentenkrediten setzte sich die leichte Erholungsdynamik aus den Vorquartalen fort. Die kräftig gestiegenen Löhne erweiterten den Spielraum für zusätzliche Konsumausgaben. Die sonstigen Kredite, zu denen auch Kredite an Selbstständige zählen, wurden dagegen zum wiederholten Mal abgebaut. Passend dazu gaben die im BLS befragten Banken an, dass die Kreditnachfrage durch die Anschaffungsneigung der privaten Haushalte weiterhin gestützt wurde, während das verschlechterte Verbrauchervertrauen dämpfend wirkte. Über beide Geschäftsfelder hinweg schätzten die im BLS befragten Banken die Nachfrage als unverändert ein.

Die BLS-Banken setzten die Straffung der Richtlinien für Konsumenten- und sonstige Kredite wie geplant fort. Als Hauptgründe gaben sie – wie auch bei den privaten Wohnungsbaukrediten und den Unternehmenskrediten – eine gesunkene Risikotoleranz und ein gestiegenes Kreditrisiko an. Die restriktivere Gestaltung der Richtlinien im Kreditgeschäft mit privaten Haushalten aus Risikoerwägungen passt zu den laut ifo Institut rückläufigen Beschäftigungserwartungen der Unternehmen in Deutschland. 

Bankkonditionen in Deutschland für Buchkredite an private Haushalte
Bankkonditionen in Deutschland für Buchkredite an private Haushalte

Eine nachhaltige Belebung des Kreditgeschäfts mit nichtfinanziellen Unternehmen blieb im vierten Quartal aus. Die Buchkredite an nichtfinanzielle Unternehmen verzeichneten im vierten Quartal per saldo einen erkennbaren Abbau, nach einem merklichen Anstieg im Vorquartal. Zwar nahmen die länger laufenden Ausleihungen an nichtfinanzielle Unternehmen erneut spürbar zu. Der Zuwachs in diesem Segment konnte jedoch den deutlichen Abbau bei den kurz- und mittelfristigen Ausleihungen nicht vollständig kompensieren (siehe Schaubild 2.8). Während der Zuwachs bei den langfristigen Ausleihungen vor allem von den Kreditgenossenschaften und Sparkassen getragen wurde, verteilte sich der Abbau bei den kürzeren Fristen über nahezu alle Bankengruppen. Neben den großen Banken verzeichneten insbesondere auch Banken mit Sonder-, Förder- und sonstigen zentralen Unterstützungsaufgaben größere Abflüsse. Insofern dürfte der Nettorückgang in diesem Kreditsegment im vierten Quartal auch mit der Tilgung staatlicher Hilfskredite zusammenhängen, die im Jahr 2022 an Energieversorger vergeben wurden.

Buchkredite deutscher Banken an den inländischen nichtfinanziellen Privatsektor
Buchkredite deutscher Banken an den inländischen nichtfinanziellen Privatsektor

Das schwache Firmenkundengeschäft der Banken spiegelt das nach wie vor schwierige Umfeld für Unternehmen in Deutschland wider. Trotz zuletzt leichter konjunktureller Aufhellung bleibt die Unsicherheit der Unternehmen mit Blick auf die internationale Handelspolitik und die geopolitische Lage bestehen. Dies dämpft die Wachstumsperspektiven der Unternehmen; ihre Stimmung trübte sich laut ifo Geschäftsklimaindex zum Jahresende wieder ein. Entsprechend blieb die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen und somit auch ihre Kreditnachfrage vergleichsweise gering. 

Die Kreditnachfrage der Unternehmen entwickelte sich nach Einschätzung der BLS-Banken heterogen. Laut BLS-Angaben für das zweite Halbjahr 2025 verzeichneten die befragten Banken insbesondere im Wohnimmobiliensektor Zuwächse, während die Nachfrage im Baugewerbe (ohne Immobilien) rückläufig war. Im Gewerbeimmobiliensektor stieg die Nachfrage zum ersten Mal seit Mitte 2022 wieder an. Eine weitgehend unveränderte Nachfrage verzeichneten die Banken im Handel, im Dienstleistungssektor und im Verarbeitenden Gewerbe. Für die kommenden sechs Monate erwarten die Banken einen Anstieg der Kreditnachfrage in den meisten wichtigen Wirtschaftssektoren. 

Die BLS-Banken gestalteten ihre Kreditvergabepolitik gegenüber Firmenkunden im vierten Quartal 2025 erneut restriktiver. Die befragten Bankmanager begründeten dies mit dem gestiegenen Kreditrisiko und ihrer gesunkenen Bereitschaft, Risiken zu tolerieren. Die aktuelle Straffung der Kreditrichtlinien betraf erneut vor allem große Unternehmen. Laut BLS-Angaben für das gesamte zweite Halbjahr 2025 fielen die Straffungen gegenüber dem Immobiliensektor, dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe (ohne Immobilien) am stärksten aus. Aber auch für alle übrigen erfragten Sektoren kam es zu Straffungen. Gleichzeitig stieg die Ablehnungsquote bei Unternehmenskrediten erneut an, die Zunahme war jedoch geringer als im vorangegangenen Quartal. Auch ihre Kreditbedingungen strafften die im BLS befragten Banken erneut. Sie gaben an, die Kreditzinsen per saldo erhöht und ihre Margen risikounabhängig ausgeweitet zu haben. Die Banken berichteten zudem, dass die NPL-Quote einschließlich weiterer Indikatoren für die Kreditqualität im vierten Quartal 2025 restriktiv auf die Richtlinien für Unternehmenskredite gewirkt hätten. 

Die im BLS befragten Banken gaben an, dass sich ihre Refinanzierungsbedingungen im vierten Quartal 2025 insgesamt kaum verändert haben. Sie berichteten lediglich von einer marginal verbesserten Refinanzierung über Schuldverschreibungen. Geringfügig schlechter beurteilten sie dagegen den Zugang zu Kundeneinlagen. Für die kommenden drei Monate erwarten die Banken in Deutschland im Wesentlichen gleichbleibende Refinanzierungsbedingungen.

Bankkonditionen in Deutschland für Buchkredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften
Bankkonditionen in Deutschland für Buchkredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften

Im Zuge neuer regulatorischer und aufsichtlicher Aktivitäten stärkten die Banken 2025 ihre Eigenkapitalposition weiter. Dies erfolgte vor allem über einbehaltene Gewinne. Zudem gaben die Banken an, dass die regulatorischen und aufsichtlichen Aktivitäten restriktiv auf die Richtlinien in allen Kreditsegmenten gewirkt hätten. Für die kommenden zwölf Monate planen die Banken ihre Eigenkapitalposition weiter zu stärken. Zudem rechnen sie vor dem Hintergrund der regulatorischen und aufsichtlichen Aktivitäten mit einer Zunahme ihrer risikogewichteten Aktiva. Hier dürften sich insbesondere die neuen Vorschriften zur Ermittlung der risikogewichteten Aktiva des Basel III-Reformpakts niederschlagen. Mit Blick auf die Kreditrichtlinien erwarten die Banken auch in den kommenden zwölf Monaten restriktive Auswirkungen regulatorischer und aufsichtlicher Aktivitäten, unter anderem aufgrund der ab dem 20. November 2026 anzuwendenden Vorschriften der Richtlinie (EU) 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge. 

Die Mehrheit der im BLS befragten Banken sah sich im vergangenen Jahr durch ihre Kreditvergabe an Unternehmen nur in geringem Ausmaß den Auswirkungen handelspolitischer Veränderungen und der damit zusammenhängenden Unsicherheit ausgesetzt. Dies wirkte sich laut Angaben der Banken vor allem in einer Verschlechterung der NPL-Quote und anderer Indikatoren der Kreditqualität sowie in einer niedrigeren Risikotoleranz aus. Auf die Kreditrichtlinien für Unternehmenskredite hatten Handelshemmnisse und die damit einhergehende Unsicherheit insgesamt einen restriktiven Effekt. Den Einfluss auf die Kreditnachfrage beurteilten die Banken als geringfügig dämpfend. Für das Jahr 2026 rechnen die Banken unter dem Strich damit, dass sie von den Auswirkungen der Handelshemmnisse und der damit einhergehenden Unsicherheit noch etwas geringer betroffen sein werden als in den vergangenen zwölf Monaten.

Literaturverzeichnis

Beckmann, E. und T. Schmidt (2020), Bundesbank online pilot survey on consumer expectations , Bundesbank Technical Paper, No 01/2020.

Deutsche Bundesbank (2025a), Dokumentation zur Studie zu Erwartungen von Privatpersonen (BOP-HH) – Fragebogen für Welle 69 .

Deutsche Bundesbank (2025b), Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023, Monatsbericht, April 2025.

Deutsche Bundesbank (2025c), Geldpolitik und Bankgeschäft, Monatsbericht, August 2025.

Deutsche Bundesbank (2022a), Perspektiven der deutschen Wirtschaft für die Jahre 2022 bis 2024 , Monatsbericht, Juni 2022.

Deutsche Bundesbank (2022b), Eine verteilungsbasierte Vermögensbilanz der privaten Haushalte in Deutschland – Ergebnisse und Anwendungen , Monatsbericht, Juli 2022.

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