Konjunktur in Deutschland Monatsbericht – Mai 2026
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Konjunktur in Deutschland Monatsbericht – Mai 2026
Monatsbericht
1 Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn robust
Die deutsche Wirtschaftsleistung erhöhte sich zu Jahresbeginn überraschend deutlich. Gemäß der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes stieg das reale BIP gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt 1 um 0,3 %. Bereits im Quartal zuvor war die Wirtschaftsleistung um 0,2 % gestiegen. Damit zeigte sich die deutsche Wirtschaft vor dem Hintergrund vieler Belastungsfaktoren robuster als bislang erwartet. 2 Steigende staatliche Konsumausgaben dürften zu dem Plus beigetragen haben. 3 Zudem erwies sich die Industrie als recht widerstandsfähig: Die Industrieproduktion ging im ersten Quartal zwar zurück, die preisbereinigten Industrieumsätze stiegen jedoch etwas an, und die Warenexporte legten merklich zu. Offenbar gelang es der deutschen Wirtschaft wieder etwas besser, an der wachsenden globalen Nachfrage zu partizipieren. Dabei könnten aber auch vorübergehende Effekte im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten eine Rolle gespielt haben. So könnten etwa Vorzieheffekte in Erwartung von Knappheiten und steigenden Preisen gestützt haben. Auch die steigende Aktivität im Bereich der Verteidigungsindustrie stützte wohl die Industrie. Dagegen war die Kapazitätsauslastung in der Industrie insgesamt weiter schwach und belastete die privaten Ausrüstungsinvestitionen. Auch die Dienstleister trugen zum BIP-Anstieg bei, darunter aber wohl vor allem die konsumfernen Branchen. Denn die verschlechterte Lage am Arbeitsmarkt, ein nachlassendes Lohnwachstum und insbesondere die im Gefolge des Krieges im Nahen Osten seit März kräftig erhöhten Verbraucherpreise dürften den privaten Konsum gedämpft haben. In der Bauwirtschaft führte die ungünstige Witterung zu einem vorübergehenden Rückschlag bei der Produktion.
2 Warenexporte legten deutlich zu; Investitionen waren wohl schwach
Die Industrieumsätze und vor allem die Warenexporte zeigten sich robust. Die preis- und saisonbereinigten Umsätze in der Industrie lagen im ersten Quartal etwas über dem Vorquartal. In der Chemieindustrie und in der Kraftfahrzeugindustrie stiegen die Umsätze gegenüber dem Vorquartal sogar deutlich. Kräftig erhöhten sich die Umsätze zudem im Sonstigen Fahrzeugbau und bei den Herstellern von Waffen und Munition. Beide Bereiche enthalten auch Rüstungsgüter. Positive Impulse erhielt die Industrie von einer anziehenden Nachfrage aus dem In- und Ausland. Letztere zeigte sich in den preisbereinigten Warenexporten, die sich im ersten Quartal spürbar erhöhten. Getrieben wurde der Anstieg durch die zuvor noch rückläufigen Exporte in die Drittstaaten außerhalb des Euroraums, insbesondere in die USA. Hier dürften auch Stabilisierungseffekte nach den zollbedingten Einbußen im Vorjahr eine Rolle gespielt haben. Die Industrieproduktion zeigte sich im Mittel des ersten Quartals deutlich schwächer als im Vorquartal. Sie sank im März im Vormonatsvergleich das vierte Mal in Folge. Auffällig war hier wiederum die Chemieindustrie, die im ersten Quartal ihre Produktion gegen den Trend spürbar steigern konnte. Umsätze aus nicht industriellen Tätigkeiten wie Dienstleistungen sind im Produktionsindex weitgehend nicht enthalten. Diese haben für die Unternehmen jedoch an Bedeutung gewonnen, was zur unterschiedlichen Entwicklung von Umsätzen und Produktion beiträgt. 4 Das ist insbesondere in der Kraftfahrzeugindustrie der Fall, deren Umsatz im ersten Quartal kräftig stieg, während die Produktion sank. Industrieumsätze und Industrieproduktion klafften im ersten Quartal allerdings außergewöhnlich stark auseinander.
Die schwache Kapazitätsauslastung lastete nach wie vor auf den gewerblichen Ausrüstungsinvestitionen. Gemäß Umfragen des ifo Instituts unterschritt die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe im Januar und April weiterhin deutlich ihren langjährigen Durchschnitt. Den bis Februar verfügbaren Daten zufolge wurden zwar mehr Investitionsgüter importiert. Auf schwache Investitionen deuten jedoch die gesunkenen gewerblichen Kraftfahrzeugzulassungen und die preisbereinigten Inlandsumsätze der Investitionsgüterproduzenten hin.
Bauproduktion und -investitionen wurden durch eine ungünstige Witterung gedämpft. Die Bauproduktion ging im ersten Quartal zurück. Insbesondere im Tiefbau und im Hochbau sank sie deutlich. Dahinter stehen schwache Werte im Januar und Februar und eine spürbare, wenngleich nicht vollständige Erholung im März. Umfrageergebnisse des ifo Instituts deuten darauf hin, dass eine für die Bautätigkeit ungünstige Witterung im Januar und Februar zu den schwachen Werten beitrug. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe und die Baugenehmigungen signalisieren dagegen eine tendenziell gestiegene Nachfrage im Bau. Im Einklang mit der Produktion dürften auch die Bauinvestitionen gesunken sein.
Die Dienstleister legten wohl insgesamt zu, während sich der private Konsum schwach zeigte. Die bis Februar verfügbare Produktion im Dienstleistungssektor (ohne Handel) erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal. Insbesondere im Bereich Verkehr und Lagerei und in der Information und Kommunikation stieg die Produktion kräftig. Auch die preisbereinigten Umsätze im Großhandel erhöhten sich. Die Kraftfahrzeugzulassungen deuten dagegen auf einen rückläufigen Kraftfahrzeughandel hin. Die Indikatoren für den privaten Konsum und die konsumnahen Dienstleistungsbereiche waren insgesamt schwach. Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel sanken gegenüber dem Vorquartal, in dem sie gestiegen waren. Das Gleiche gilt für die preisbereinigten Umsätze im Gastgewerbe. Auch die privaten Kraftfahrzeugzulassungen sanken gemäß Angaben des VDA nach einem vorherigen Anstieg kräftig.
3 Arbeitsmarkt weiter verschlechtert
Der Arbeitsmarkt konnte vom recht kräftigen Wirtschaftswachstum im Winterquartal nicht profitieren. Die Erwerbstätigkeit nahm sogar etwas mehr ab als noch im Herbst. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ging nunmehr zurück. Und die Arbeitslosigkeit stieg nach längerer Stabilität zuletzt wieder an. Darüber hinaus senden die Frühindikatoren keine Anzeichen einer bevorstehenden Verbesserung.
Die Zahl der Erwerbstätigen sank im ersten Quartal des laufenden Jahres. Im Durchschnitt der Monate Januar bis März waren saisonbereinigt 45,86 Millionen Personen erwerbstätig. Das waren 61 000 Personen oder 0,1 % weniger als im Herbst. Zusätzlich wurden die Vormonate etwas nach unten korrigiert. Im Ergebnis folgt die Erwerbstätigkeit bereits seit einem Dreivierteljahr einem spürbaren Abwärtspfad. Neben den bereits seit längerem im Trend rückläufigen Selbstständigen und ausschließlich geringfügig entl0hnten Beschäftigten erreichte der Rückgang zuletzt auch den Kern der Arbeitnehmerschaft, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die wirtschaftlich bedingte Kurzarbeit, die angesichts der vielen strukturellen Herausforderungen als Instrument eher ungeeignet ist, sank zu Jahresbeginn auf ein nur noch moderat erhöhtes Niveau. Die aktuellen Hochrechnungen reichen allerdings erst bis Februar.
Der Beschäftigungszuwachs in den Dienstleistungssektoren reichte nicht mehr aus, um die Stellenverluste der Industrie zu kompensieren. Der erhebliche Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe beschleunigte sich zwar nicht. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Dienstleistungsbereich stieg jedoch weniger stark. Dazu trug zum einen bei, dass sich die Beschäftigungssituation in Handel und Logistik verschlechterte. Dabei beziehen sich die Daten erst auf die Monate bis Februar, also vor Beginn des Krieges im Nahen Osten, der diese Bereiche zusätzlich in Mitleidenschaft ziehen dürfte. Zum anderen schwächte sich der Stellenaufbau in den öffentlich finanzierten Dienstleistungen vorerst ab. Dazu gehören das Gesundheits- und Sozialwesen, der Bereich öffentliche Verwaltung und Verteidigung sowie der Bildungs- und Erziehungsbereich – hier sank die Beschäftigung zuletzt sogar etwas. Inwieweit dies eine dauerhafte Tendenz ist, bleibt abzuwarten. Die Beschäftigtenzahl im Baugewerbe dürfte in erster Linie witterungsbedingt leicht gesunken sein. Die Vorhaben zur Erneuerung der Infrastruktur haben noch nicht zu vermehrten Einstellungen geführt.
Die registrierte Arbeitslosigkeit blieb im Winter nahezu unverändert, stieg jedoch im April spürbar an. Im Durchschnitt des ersten Quartals 2026 waren saisonbereinigt rund 9 000 Personen mehr arbeitslos als im Herbst. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 %. Im April sprang die Arbeitslosigkeit spürbar auf 3,01 Millionen Personen und überschritt damit in saisonbereinigter Rechnung das erste Mal seit 2011 die Drei-Millionen-Marke. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 6,4 %. Dieser Anstieg betraf in erster Linie das Versicherungssystem des SGB III, welches stark auf aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen reagiert. Die gesamte Unterbeschäftigung stieg weniger stark. Nach dem Konzept der Bundesagentur für Arbeit (BA) zählen dazu auch Personen in Sprach- und Integrationskursen sowie in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Somit ist der plötzliche Anstieg der Arbeitslosigkeit zu einem gewissen Teil auch auf geringere Teilnehmerzahlen in aktiven arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zurückzuführen. Diese Teilnehmer zählen wegen fehlender Verfügbarkeit für die Stellenvermittlung nicht als arbeitslos.
Das Arbeitsangebot dürfte zu Jahresbeginn bereits zurückgegangen sein. Die Beschäftigung verringerte sich deutlich stärker als die Arbeitslosigkeit zunahm. Die Zahl der Erwerbspersonen dürfte damit gesunken sein. Offenbar reichten die zunehmende Erwerbsbeteiligung und die Zuwanderung nicht mehr aus, den demografisch verursachten Rückgang des Arbeitsangebots auszugleichen. Zwar verringert dies in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Druck auf die Arbeitslosigkeit. Schwerer dürfte jedoch wiegen, dass im Strukturwandel Nachwuchskräfte und Wachstumschancen fehlen. Auch deshalb koexistieren Beschäftigungsabbau und Fachkräfteengpässe. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit lag im Februar 2026 um 289 000 niedriger als zwölf Monate zuvor. Die Zahl ausländischer Beschäftigter nahm im gleichen Zeitraum nur noch um 193 000 zu. 5 Die Nettozuwanderung ging 2025 – hier liegen nunmehr vorläufige Daten zur Außenwanderung vor – kräftig zurück. Sie halbierte sich nahezu von 430 000 Personen im Jahr 2024 auf 222 000 im abgelaufenen Jahr. Dabei verringerte sich zwar in erster Linie die Zuwanderung im Zusammenhang mit Fluchtmigration. Aber auch als Zielland für arbeitsmarktorientierte Zuwanderung hat Deutschland an Attraktivität eingebüßt. Der Wanderungssaldo mit den anderen EU-Mitgliedstaaten war bereits 2024 negativ gewesen. Die Abwanderung vergrößerte sich 2025 weiter. Darüber hinaus wurde das Kontigent zur Erwerbsmigration aus den Westbalkanstaaten 2025 mutmaßlich nicht ausgereizt. Die Zuwanderung aus dieser Region ging gegenüber dem Vorjahr zurück. Die wichtigsten Herkunftsstaaten außerhalb der Fluchtmigration waren im vergangenen Jahr Indien und Vietnam.
Die Frühindikatoren verharren weiterhin auf teilweise sehr niedrigem Niveau, sodass kurzfristig keine Aussicht auf eine Arbeitsmarkterholung besteht. Das ifo Beschäftigungsbarometer verringerte sich im April von seinem zuvor schon sehr niedrigen Stand aus noch einmal erheblich. Es erreichte nun den tiefsten Stand seit der Covid-Pandemie. Das Barometer ermittelt die Einstellungspläne der gewerblichen Wirtschaft für die nächsten drei Monate. Dabei überwiegen im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel bereits seit längerem die Personalabbaupläne. Auffällig ist, dass sich nach Beginn des Krieges im Nahen Osten in einigen Dienstleistungssektoren wie Logistik, Gastgewerbe oder IT die Beschäftigungspläne erheblich verdüsterten. Im Baugewerbe blieben die Aussichten neutral. Das IAB-Beschäftigungsbarometer, welches zusätzlich die öffentlich finanzierten Dienstleistungsbereiche wie Gesundheit, Bildung und Verwaltung mit in den Blick nimmt, befindet sich auf der neutralen Schwelle. Dies markiert für diesen Indikator jedoch ebenfalls den Tiefststand seit der Pandemie. Die Zahl der bei der BA gemeldeten offenen Stellen nahm saisonbereinigt wiederum leicht ab. Damit erwies sich der von einzelnen Meldern getragene Anstieg zu Jahresbeginn lediglich als Zwischenhoch. Der Zugang an neuen sozialversicherungspflichtigen Stellenofferten bei der BA ist stabil auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. Der Kurzfristindikator für die Arbeitslosigkeit – das IAB-Barometer Arbeitslosigkeit – ist zwar im April leicht gestiegen, befindet sich jedoch weiter unterhalb der neutralen Schwelle. Die Arbeitslosigkeit könnte demnach zunächst weiter steigen.
4 Löhne im Wintervierteljahr schwächer gestiegen
Die Tarifverdienste stiegen im ersten Quartal 2026 zwar schwächer als zuvor, aber immer noch recht stark an. Einschließlich der Nebenvereinbarungen nahmen sie im Winter um 2,8 % gegenüber dem Vorjahr zu, nach 2,9 % im Herbst. Die Grundvergütungen, aus denen die Sonder- und Einmalzahlungen herausgerechnet werden, erhöhten sich im Winter mit 3,2 % gegenüber dem Vorjahr zwar weiterhin stark, aber deutlich schwächer als im Herbst (4,1 %). Die älteren Tarifabschlüsse mit höheren Stufenanhebungen laufen nach und nach aus. Ihr Einfluss nimmt daher ab.
Die jüngsten Tarifabschlüsse fielen niedriger aus als in den Vorquartalen. Beispielsweise vereinbarten die Tarifparteien in der Chemischen Industrie mit 1 % pro Jahr einen sehr moderaten Lohnanstieg. Ausschlaggebend dafür war die Absicht, in der aktuellen Branchenkrise Arbeitsplätze zu sichern. Die vereinbarten Lohnsteigerungen führen für die Branchenbeschäftigten voraussichtlich 2026 und 2027 zu Reallohnverlusten.
Bisher ist nicht zu beobachten, dass die durch den Nahost-Krieg gestiegene Inflation zu deutlich höheren Lohnforderungen führt. Die Lohnforderungen der Gewerkschaften betragen aktuell zwischen 6 % und 11 % für zwölf Monate Laufzeit. Im derzeit verhandelnden Einzelhandel unterscheiden sich die Lohnforderungen je nach Region. Ver.di fordert meist 7 % mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten beziehungsweise einen Mindestbetrag von zumeist 225 €. In einigen Regionen fordert Ver.di einen höheren Mindestbetrag. In Baden-Württemberg werden beispielsweise pauschal 300 € monatlich mehr gefordert. Das entspricht im Eckentgelt einem Plus von fast 11 %. Im Groß- und Außenhandel werden ähnliche Lohnerhöhungen wie im Einzelhandel angestrebt.
Die Effektivverdienste könnten im Winter leicht schwächer als im Vorquartal gestiegen sein. Die Nominallöhne erhöhten sich zwar nach der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes im ersten Vierteljahr 2026 mit 4,1 % gegenüber dem Vorjahr ähnlich kräftig wie im Schlussquartal 2025. Gemäß den weniger stark gestiegenen Rentenversicherungseinnahmen könnte der Zuwachs der Effektivverdienste dennoch etwas schwächer ausfallen als im Vorquartal. 6 Davon unbenommen wird der Anstieg der Effektivverdienste weiterhin den der Tarifverdienste übertreffen.
Aus heutiger Sicht dürften sich die Lohnsteigerungen in den kommenden Monaten nicht beschleunigen. Denn der gesamtwirtschaftliche Ausblick hat sich eingetrübt, und die Wirtschaft erholt sich voraussichtlich nicht so schnell wie erwartet. Daher ist es für die Gewerkschaften schwieriger geworden, deutlich höhere Löhne durchzusetzen, ohne Arbeitsplätze zu gefährden. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass sie ihre Lohnforderungen zu einem späteren Zeitpunkt nach oben anpassen. Das gilt insbesondere, falls sich der Krieg im Nahen Osten länger hinzieht und in der Folge die Inflationsrate stärker zunimmt oder länger auf hohem Niveau bleibt als gegenwärtig erwartet.
5 Inflationsrate bleibt aufgrund des anhaltenden Krieges in Nahost erhöht
Die Verbraucherpreise zogen im Wintervierteljahr vor allem wegen höherer Energiepreise merklich an. Im Durchschnitt der Monate Januar bis März 2026 erhöhten sie sich gemessen am HVPI saisonbereinigt um 0,7 %, nach 0,6 % im Vorquartal. Maßgeblich hierfür war der kräftige Anstieg der Energiepreise zum Quartalsende im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl verteuerten sich im März deutlich, vor allem wegen der höheren Rohölpreise. Außerdem wurden zu Jahresbeginn der CO₂-Preis im Rahmen des nationalen Emissionshandels angehoben sowie höhere Vorgaben zur Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) wirksam. Preisdämpfend wirkten dagegen die niedrigeren Übertragungsnetzentgelte und der Wegfall der Gasspeicherumlage. Der Preisauftrieb bei Dienstleistungen ließ im Vergleich zum Vorquartal zwar etwas nach, blieb im historischen Vergleich aber überdurchschnittlich. Dies steht im Einklang mit dem nachlassenden, aber weiterhin erhöhten Zuwachs der Lohnkosten. Zudem stiegen zum Jahreswechsel die Preise für einzelne administrierte Dienstleistungen merklich, insbesondere bei sozialen Einrichtungen und Versicherungen. Schließlich zogen Mieten an, und der Preis für das Deutschlandticket wurde von 58 € auf 63 € erhöht. Die Nahrungsmittelpreise stiegen im ersten Quartal 2026 lediglich moderat. Gesunkene vorgelagerte Agrar- und Erzeugerpreise wirkten entlastend, auch wenn sie zuletzt teilweise wieder anzogen. Deutlich verteuerten sich hingegen einzelne frische Lebensmittel wie Eier. 7 Industriegüter ohne Energie verteuerten sich im ersten Quartal nur etwas. In der Vorjahresbetrachtung blieb die Inflationsrate im ersten Quartal 2026 unverändert bei 2,3 %. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) sank hingegen etwas von 2,7 % auf 2,5 %.
Nach dem deutlichen Anstieg im März erhöhte sich die Inflationsrate im April noch etwas weiter auf 2,9 %. 8 Vor allem Energie verteuerte sich nochmals kräftiger. Ausschlaggebend waren weiterhin die Kraftstoff- und Heizölpreise. Sie zogen aufgrund des anhaltenden Krieges im Nahen Osten und der deshalb erneut gestiegenen Rohölnotierungen weiter kräftig an. Ein dämpfender Effekt der veränderten rechtlichen Regelungen zur Preissetzung von Tankstellen (12-Uhr-Regel) auf die Kraftstoffpreise ließ sich bisher nicht eindeutig feststellen. Nahrungsmittel und Industriegüter ohne Energie verteuerten sich ähnlich stark wie im Vormonat. Während bei Letzteren die Produzentenpreise im März gegenüber dem Vorjahr gestiegen waren, waren die Importpreise weiter zurückgegangen. Bei Dienstleistungen zogen die Preise zwar in einigen Bereichen merklich an, zum Beispiel für kraftfahrzeugbezogene Dienstleistungen, etwa Fahrzeugreparaturen und Kraftfahrzeugversicherungen. Gleichzeitig dämpfte jedoch ein Basiseffekt durch die im Vergleich zum Vorjahr spätere Lage von Ostern den Preisauftrieb deutlich. Entsprechend sank die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel etwas von 2,5 % im März auf 2,3 % im April.
Die Inflationsrate dürfte in den kommenden Monaten erhöht bleiben. Der Ausblick hängt allerdings maßgeblich vom weiteren Verlauf des Nahost-Kriegs ab und ist daher sehr unsicher. Das Risiko ist aufwärtsgerichtet. Maßgeblich hierfür sind die seit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten stark gestiegenen Energierohstoffpreise. In den Verbraucherpreisen für Kraftstoffe und Heizöl schlugen sie sich bereits erheblich nieder. Im Mai und Juni dürfte die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel die Inflationsrate vorübergehend um etwa ¼ Prozentpunkt reduzieren, ein Jahr später aber einen gleichermaßen erhöhenden Basiseffekt haben. Beim Gas dürften die höheren Großhandelspreise dagegen wegen längerfristiger Beschaffungs- und Vertragsstrukturen erst verzögert bei den privaten Haushalten ankommen. Zudem ist zu erwarten, dass die höheren Energie-, Produktions- und Transportkosten nach und nach auch auf die Preise für Nahrungsmittel, Industriegüter ohne Energie sowie einzelne Dienstleistungen durchwirken. Umfang und Dauer dieser indirekten Effekte sind allerdings mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Sie hängen, ebenso wie die direkten Effekte über gestiegene Energiepreise, maßgeblich vom weiteren Verlauf des Krieges sowie von den Entwicklungen an den Märkten für Energierohstoffe ab. Darüber hinaus birgt ein merklicher Anstieg der Inflationsrate grundsätzlich das Risiko von Zweitrundeneffekten. Dies wäre etwa der Fall, wenn sich der ursprüngliche Preisschock in höheren Löhnen oder Inflationserwartungen oder einer geänderten Preissetzung niederschlüge. Zweitrundeneffekte über Löhne treten jedoch in Deutschland normalerweise erst mit größerer zeitlicher Verzögerung und vor allem dann auf, wenn der Inflationsanstieg mit einer höheren gesamtwirtschaftlichen Nachfrage einhergeht. Die Inflationserwartungen könnten sich dagegen wegen der jüngeren Erfahrung mit sehr hohen Inflationsraten schneller anpassen.
Exkurs
Neuer Gewerbeimmobilienpreisindex für Deutschland
Die Bundesbank veröffentlichte erstmals im Mai 2026 gemeinsam mit der vdpResearch GmbH einen vierteljährlichen transaktionsbasierten Gewerbeimmobilienpreisindex (im Folgenden abgekürzt GIP). Grundlage der Indexberechnung ist die vom Kooperationspartner gepflegte Marktschwankungsdatenbank. Die Datenbank speist sich aus dem Finanzierungsgeschäft von Pfandbriefbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken. Für den Zeitraum von 2013 bis 2025 enthält die Datenbank Angaben über mehr als 300 000 Immobilientransaktionen. Mit dieser umfangreichen Sammlung von Informationen über gewerbliche Immobilienveräußerungen lässt sich ein Preisindex konstruieren, der für die Immobilienarten Büro, Einzelhandel und Mehrfamilienhäuser im Eigentum von Unternehmen 1 repräsentativ das gesamte Bundesgebiet abbildet. Die für die einzelnen Quartale vorliegenden Fallzahlen erlauben zudem eine Untergliederung in fünf regionale Teilsegmente. 2
Die Preistendenzen auf den Gewerbeimmobilienmärkten aktuell und zuverlässig beobachten zu können, ist für eine Reihe makroökonomischer und makroprudenzieller Fragestellungen von großer Bedeutung. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Nachfrage nach Büro- und Handelsflächen ebenso wie nach vermietetem Wohnraum nicht nur konjunkturell schwankt, sondern auch strukturellen Veränderungen unterliegt. Demgegenüber passt sich das Angebot aufgrund längerfristiger Planungshorizonte und ausgedehnter Bauphasen nur allmählich an geänderte Nachfragebedingungen an. Hieraus resultieren der Tendenz nach prägnante Preiszyklen. Abrupte Änderungen an den Märkten für Gewerbeimmobilien bergen wegen der Rolle von Banken, Versicherern und Fonds bei der Finanzierung ihres Baus und Erwerbs Risiken für die Finanzstabilität. 3
Mit dem GIP wird eine Informationslücke überbrückt, weil ein amtlicher Gewerbeimmobilienpreisindex in Deutschland bislang nicht verfügbar ist.Diese Lücke im Angebot offizieller Gewerbeimmobilienmarktstatistiken besteht in den meisten Ländern Europas und der Welt. Auf globaler Ebene wurde darauf im Rahmen der G 20 Data Gaps Initiative hingewiesen. 4 In Europa empfahl der für die makroprudenzielle Überwachung zuständige Europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board, ESRB) das Schließen dieser Datenlücke durch die amtliche Statistik. An die Europäische Kommission richtete der ESRB im Jahr 2019 die Empfehlung, einen Vorschlag für einen gemeinsamen Mindestrahmen für die Festlegung, Erstellung und Verbreitung einer Datenbank über Indikatoren des physischen Gewerbeimmobilienmarkts zu unterbreiten, zu denen auch Preisindizes gehören. 5 In der Folgezeit haben Eurostat und die nationalen Ämter die statistische Methodenarbeit vorangebracht und geeignete Datenquellen für solche Indikatoren untersucht. Eine europäische Verordnung als einheitliche Rechtsgrundlage für die regelmäßige vierteljährliche Erstellung amtlicher Gewerbeimmobilienpreisindizes ist bislang aber nicht verabschiedet.
Der GIP kommt den Anforderungen des ESRB für eine effektive Überwachung der vom Gewerbeimmobiliensektor ausgehenden Risiken nahe. Die bestehenden Preisindikatoren privater Datenanbieter 6 erfüllen die vom ESRB empfohlenen statistischen Qualitätskriterien 7 in Bezug auf Quelldaten, Periodizität, Abdeckung und Untergliederung nur teilweise.
Der GIP und seine Teilindizes lösen die bisherigen Angebote des vdp zu den entsprechenden Gewerbeimmobiliensegmenten ab. Der GIP beruht zum einen auf einer moderneren statistischen Methodik. Kernbestandteile des Verfahrens sind die Rohindexerstellung 8 mittels hedonischer Qualitätsbereinigung, die Glättung der Rohindizes mit dem Kalman-Filter und die Gewichtung der Teilbereiche über Kapitalwerte des Jahres 2022. 9 Er zeichnet sich somit dadurch aus, dass die Preisbeobachtungen aus der Marktschwankungsdatenbank unmittelbar für die Indexberechnung herangezogen werden, wohingegen die vdp-Preisindizes im Sinne eines Kapitalwertindex auf aggregierter Ebene aus jeweils hedonisch ermittelten Miet- und Liegenschaftszinsindizes abgeleitet waren. Zum anderen unterscheidet sich der GIP vom vdp-Preisindex durch ein anderes Gewichtungsschema und eine breitere Datenbasis. Neben der bisherigen Transaktionsdatenbank der vdpResearch GmbH gehen nunmehr auch die Angaben der Zentralen Immobiliendatenbank der S-Management Services GmbH ein. 10
Der GIP wird rund 40 Tage nach Ende des Berichtsquartals veröffentlicht, wobei mit jedem neu publizierten Indexstand auch die letzten drei Quartalswerte revidiert werden können. Der GIP ist somit genauso früh verfügbar wie die bisherigen Angebote des vdp. Revisionen sind in der statistischen Methodik begründet und vermindern das Risiko, dass der Index aufgrund von Glättung und Verkettung künstlich driftet. Testrechnungen zufolge fallen die Revisionen im Verhältnis zur generellen Schwankungsbreite der Gewerbeimmobilienpreise moderat aus. 11 Die Glättung korrigiert für Indexschwankungen, welche sich durch Anwendung der ökonometrischen Verfahren bei vergleichsweise geringer Beobachtungszahl im Zusammenspiel mit der enormen Heterogenität von Gewerbeimmobilien ergeben. Im Ergebnis werden erratische Schwankungen stark gemindert. Dies erleichtert die Abgrenzung der tatsächlichen Marktbewegungen. Am aktuellen Rand muss die Indexentwicklung wegen der auf die Glättung zurückzuführenden Revisionsanfälligkeit mit größerer Vorsicht interpretiert werden.
Die Gewerbeimmobilienpreise in Deutschland stiegen dem GIP zufolge seit der Jahresmitte 2024 mit einer durchschnittlichen Jahresrate von 2½ %, nachdem es infolge der Coronakrise in den zwei Jahren davor zu Rückgängen gekommen war. Die Preisermäßigung korrigierte den kräftigen Aufschwung während des vorangegangenen Jahrzehnts allerdings nur ansatzweise. Insgesamt steht der GIP im ersten Quartal 2026 um rund 75 % über dem Ausgangsniveau aus dem Jahr 2013. Die stärkste Preisdynamik gab es bei Mehrfamilienhäusern, gefolgt von Büroimmobilien, während sich die Preise für Einzelhandelsflächen nach einem gemäßigten Auf und Ab im Beobachtungszeitraum gegenwärtig in etwa auf dem Stand des Jahres 2013 befinden. Die Gewerbeimmobilienpreise in den Städten von überregionaler Bedeutung scheinen einen leichten Vorlauf gegenüber dem übrigen Bundesgebiet aufzuweisen.
Neben Preisindizes liefern Miet- und Renditeindizes sowie Leerstandsquoten und Indikatoren der Bautätigkeit wichtige Erkenntnisse zur Lage am Gewerbeimmobilienmarkt. Der ESRB empfiehlt für diesen Indikatorenkranz eine laufende vierteljährliche Berichterstattung. Aus ökonomischer Sicht ist es dabei besonders vorteilhaft, wenn der definitorische Zusammenhang zwischen Preis, Mieteinnahmen und Rendite einer Immobilie auch für die Aggregate gilt. 12 Miet- und Renditeindizes sind auf Basis der Marktschwankungsdatenbank grundsätzlich ebenfalls konstruierbar, wurden allerdings noch nicht entwickelt. 13
Die aktuellen Preistendenzen am Gewerbeimmobilienmarkt gemäß GIP sind auf der Website der Bundesbank dargestellt und kommentiert. Der GIP wird vierteljährlich aktualisiert. Darüber hinaus sind der GIP und die Teilindizes für Büro, Handel und Mehrfamilienhäuser im Indikatorensystem „Deutscher Gewerbeimmobilienmarkt“, der Teilindex Mehrfamilienhäuser zudem im Indikatorensystem „Deutscher Wohnimmobilienmarkt“ der Bundesbank, enthalten. Das gesamte GIP-Datenangebot ist im neuen Statistikportal der Bundesbank abrufbar. Wichtige Informationen zu Datenquellen, zur statistischen Methodik, zum Veröffentlichungsprogramm und zum Revisionsrhythmus sind in den Fragen und Antworten zusammengestellt.
6 Im zweiten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung aufgrund des Irankriegs stagnieren
Im zweiten Quartal belasten die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten die deutsche Wirtschaft wohl breiter und spürbarer. Die gestiegene Inflation und damit einhergehende Kaufkraftverluste drücken den privaten Konsum und damit die konsumnahen Dienstleister. Das Gfk Konsumklima verschlechterte sich seit Kriegsbeginn deutlich. Insbesondere die Einkommenserwartungen sanken im März und April stark, und die Preiserwartungen stiegen kräftig. Die Kaufkraftverluste dürften zudem die Nachfrage im Wohnungsbau bremsen. Die hohen Energiepreise und gestiegene Lieferengpässe belasten die Industrie und den Bau auf der Angebotsseite. Außerdem dürfte die erhöhte Unsicherheit die Industrieproduktion und die Unternehmensinvestitionen dämpfen. 9 Die infolge des Krieges gestiegenen Zinsen sind ein weiterer Belastungsfaktor für die privaten Investitionen. Von dem Krieg im Nahen Osten gehen allerdings auch Effekte aus, die für manche Teile der Industrie und ihre Exporte stabilisierend wirken. So erhöhen Vorzieheffekte in Erwartung von Knappheiten die Neuaufträge. Auch profitierten deutsche Unternehmen wohl davon, dass Konkurrenten in Asien durch die Schließung der Straße von Hormus stärker von Engpässen bei Vorprodukten betroffen sind. Diese Effekte dürften allerdings nur kurzfristig wirken. Daneben stützt die expansive Fiskalpolitik die Wirtschaftsaktivität wohl zunehmend. Insgesamt dürfte das reale BIP im zweiten Quartal daher aus heutiger Sicht in etwa stagnieren. Wie stark der Krieg die Konjunktur belasten wird, hängt jedoch entscheidend von seiner Dauer ab.
Die Industrie zeigt sich kurzfristig noch robust. Der Auftragseingang in der deutschen Industrie stieg im März 2026 saisonbereinigt mit und ohne Großaufträge kräftig gegenüber dem Vormonat. Der Anstieg war über die Regionen und Sektoren hinweg breit angelegt. Dabei könnten auch Vorzieheffekte in Erwartung von Knappheiten durch den Krieg im Nahen Osten eine Rolle gespielt haben. Auf zunehmende Probleme in den Lieferketten deuten laut ifo Institut deutlich gestiegene Materialknappheiten hin. Demnach nahmen die Engpässe insbesondere in der Chemischen Industrie und bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren zu. Insbesondere in der Chemieindustrie, die den stärksten Auftragszustrom seit mehr als vier Jahren erlebte, könnte die höhere Nachfrage auch daher rühren, dass Konkurrenten in Asien durch die Schließung der Straße von Hormus mit noch deutlich stärkeren Engpässen bei petrochemischen Vorprodukten konfrontiert sind. Gemäß Umfragen des ifo Instituts verschlechterte sich die Wettbewerbsposition der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe im Ausland außerhalb der EU im April nicht mehr ganz so stark wie im Januar. Die Wettbewerbsposition im Inland verbesserte sich sogar. Im Mittel des ersten Quartals 2026 ging der industrielle Auftragseingang gegenüber dem Vorquartal allerdings zurück. In diesem hatte es in großem Umfang Großaufträge gegeben, insbesondere im Sonstigen Fahrzeugbau und bei den Herstellern von Waffen und Munition. Ohne Großaufträge gerechnet erhöhte sich der Auftragseingang im Vorquartalsvergleich dagegen erneut, sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Im April dürfte die Industrie durch den Krieg im Nahen Osten noch nicht stark beeinträchtigt worden sein, möglicherweise überwogen sogar kurzfristig stützende Effekte. So verbesserte sich laut den Umfrageergebnissen des ifo Instituts die Geschäftslage im Verarbeitenden Gewerbe sogar deutlich gegenüber dem Vormonat und Vorquartal. Auffälligerweise verbesserten sich auch die Exporterwartungen leicht gegenüber dem Vormonat, in dem sie noch deutlich gesunken waren.
Jedoch dürfte diese Resilienz der Industrie nur kurzlebig sein. Sie dürfte die negativen Auswirkungen des Krieges nach und nach zunehmend spüren. So erlitten die im März noch verbesserten kurzfristigen Produktionspläne im April wieder einen Dämpfer, und die Unternehmen erwarten mit Blick auf einen Horizont von sechs Monaten erheblich stärkere Belastungen. Dies zeigt sich in den entsprechenden ifo Geschäftserwartungen, die sich im April nach dem starken Rückgang im März weiter kräftig eintrübten.
In diesem Beitrag wurden Daten bis zum 20. Mai 2026, 11:00 Uhr berücksichtigt.