Klimapolitik ist kostspielig für Unternehmen: Evidenz aus dem CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU
Ist die Klimapolitik der EU momentan kostspielig für Unternehmen? Die wissenschaftliche Literatur hat bislang keine eindeutige empirische Evidenz aufgezeigt. Neue Forschungsergebnisse, die die jüngste Entscheidung der EU zur Einführung des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus auswerten, deuten darauf hin, dass die CO₂-Bepreisung in Europa sich inzwischen bemerkbar macht.
Konzentration des Bankenmarkts ohne eindeutige Wirkung auf die Stärke der geldpolitischen Transmission
Die Konzentration des Bankenmarkts beeinflusst potenziell die Kreditzinssätze. Eine neue Studie (Bredl, 2025), die im Rahmen des ChaMP-Forschungsnetzwerkes erstellt wurde, untersucht diesen Zusammenhang genauer. Dabei liegt der Fokus auf der Konzentration regionaler Bankenmärkte sowie auf dem Kreditgeschäft mit kleinen Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass die regionale Konzentration keine eindeutige Wirkung auf die Weitergabe geldpolitischer Impulse hat.
Welche Bedeutung hat Finanzstabilität bei den geldpolitischen Beratungen des Federal Open Market Committee?
Seit der internationalen Finanzkrise 2007 bis 2009 ist Finanzstabilität für Zentralbanken wichtiger geworden. In diesem Beitrag untersuchen wir, wie das Federal Open Market Committee der Federal Reserve Finanzstabilität in seine geldpolitischen Beratungen einbezieht, um seine Mandatsziele zu sichern. Wir zeigen, dass Diskussionen zur Finanzstabilität, während der Niedrigzinsphase von 2009 bis 2015, in der der US-Leitzins an der effektiven Zinsuntergrenze lag, zu einer geldpolitischen Straffung beitrugen. Die geldpolitische Kommunikation orientiert sich dabei an den Mandatszielen.
| Dimitrios Kanelis, Lars H. Kranzmann, Pierre L. Siklos
Seit der Finanzkrise werden Finanzzyklen, also mittel- bis längerfristige Schwankungen bei der Kreditvergabe und den Vermögenspreisen, sowohl in der Forschung als auch in der wirtschaftspolitischen Debatte verstärkt betrachtet. In diesem Zusammenhang spielt die Geldpolitik eine zentrale Rolle, da sie im Rahmen ihres Primärziels zur Stabilisierung von Finanzzyklen beitragen kann, etwa indem sie Entwicklungen am Immobilienmarkt bei der Festlegung des Zinssatzes berücksichtigt. Rückblickend hätte eine entsprechende Geldpolitik in den USA den Boom und anschließenden Einbruch des US-Häusermarkts in den 2000er-Jahren – und damit auch die weitreichenden Folgen für die dortige Realwirtschaft – deutlich abfedern können.
Gewährung von Zentralbankkrediten gegen Sicherheiten von geringerer Bonität kann Bedingungen am Geldmarkt verbessern
Wird für die Refinanzierung über Zentralbankkredite ein breiteres Spektrum an Sicherheiten zugelassen, besteht für Banken ein Anreiz, anstelle von Staatsanleihen vormals nicht notenbankfähige Vermögenswerte von geringerer Bonität als Sicherheit zu wählen. Banken könnten dann leichter Staatsanleihen als Sicherheit in privatwirtschaftlichen Repogeschäften nutzen und so dazu beitragen, eine dortige Knappheit von Vermögenswerten zu mindern. Diese Hypothese wird in einer neuen Studie (Greppmair, Paludkiewicz, Steffen, 2024) untersucht.
| Stefan Greppmair, Karol Paludkiewicz, Sascha Steffen
Geldpolitischer Kurs zentral für Wechselkursentwicklung
Wie wirkt die Geldpolitik auf den Wechselkurs? Wegen der mittelbaren Auswirkungen des Wechselkurses auf die Inflation ist diese Frage für Zentralbanken von großer Bedeutung. Sie ist deshalb in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur umfangreich untersucht worden. Dennoch besteht keine Einigkeit darüber, wie geldpolitische Impulse sich im Zeitablauf auswirken und wie wichtig sie insgesamt für den Wechselkursverlauf sind. Eine kürzlich erschienene Studie kommt zu neuen Erkenntnissen: Geldpolitische Impulse entfalten ihren vollen Einfluss ohne Zeitverzögerung und könnten wichtiger für den Wechselkurs sein als bisher gedacht.
Deglobalisierungsschocks, grenzüberschreitende Kreditströme und positive Effekte von internen Kapitalmärkten am Beispiel des Brexit-Referendums
Mit dem Ausgang des Brexit-Referendums im Juni 2016 erhöhte sich abrupt die politische und ökonomische Unsicherheit. In einer neuen Studie zeigen wir, dass deutsche Banken ihre Kreditvergabe an Unternehmen im Vereinigten Königreich (UK) in Folge des Referendums verringerten. Durch den Kreditangebotsschock sanken Beschäftigung und Investitionen dieser Firmen. Dabei konnten multinationale Unternehmen im UK diesen Rückgang der externen Kredite durch ihre internationalen Strukturen abfedern, indem sie interne Kapitalmärkte stärker nutzten. Unsere Studie zeigt zum einen, dass der Ausgang des Brexit-Referendums die Wirtschaft im UK auch über indirekte Kanäle belastete. Zum anderen hebt sie die Rolle multinationaler Unternehmen hervor, welche die Folgen besser verkraften konnten.
| Björn Imbierowicz, Arne Nagengast, Esteban Prieto, Ursula Vogel
Zentralbankkommunikation gemäß KISS-Strategie kann Inflationserwartungen senken
Um auf die sprunghaft gestiegenen Inflationsraten nach der Pandemie besser reagieren zu können, haben Zentralbanken als zusätzliches geldpolitisches Instrument verstärkt die Kommunikation über den Inflationsausblick genutzt. Im vorliegenden Beitrag werden neue umfragebasierte Ergebnisse vorgestellt, die darauf hindeuten, dass die EZB-Kommunikation ihrer Inflationsprojektionen die Inflationserwartungen der privaten Haushalte deutlich senken kann. Diese Effekte fallen insbesondere dann stark aus, wenn die Zentralbank gemäß einer KISS-Strategie (keep it sophisticatedly simple) einfach und verständlich kommuniziert.
Geopolitische Risiken belasten den Außenhandel des Euroraums und der USA
In den letzten Jahren nahmen geopolitische Spannungen zu. Dies beeinflusst nicht nur unmittelbar die betroffenen Länder, sondern den gesamten internationalen Handel. In einer neuen Studie zeigen wir, dass steigende geopolitische Risiken in Handelspartnerländern Warenimporte verteuern und dämpfen und Lieferketten beeinträchtigen. Zudem dürften sie eine Fragmentierung des Welthandels fördern. Besonders bedeutend sind dabei Risiken im Zusammenhang mit China.
Skalenerträge von Unternehmen: Neue Evidenz basierend auf europäischen Unternehmensdaten
Research Brief | 73. Ausgabe – Februar 2025: Die Größenvor- oder -nachteile von Unternehmen, ökonomisch als Skalenerträge bezeichnet, sind in vielen ökonomischen Modellen zentral. Steigende Skalenerträge, bei denen Stückkosten mit der Produktionsmenge sinken, könnten Produktivitätsunterschiede zwischen Europa und den USA erklären. Wir präsentieren neue Ergebnisse zu den Skaleneigenschaften europäischer Unternehmen: Die meisten weisen konstante Skalenerträge auf, nicht wenige verfügen jedoch auch über steigende Skalenerträge.
Wie beeinflussen Informationsvorteile und Regulatorik die Immobilienaktivitäten der Banken im europäischen Ausland?
Research Brief | 72. Ausgabe – Januar 2025: Ein wesentlicher Teil von Krediten großer Banken im Euroraum ist mit Immobilien besichert. In einer neuen Studie untersuchen wir insbesondere, ob Banken während des Niedrigzinsumfeldes vermehrt in ausländische Kredite, welche mit Immobilien besichert sind, investiert haben. Unsere Ergebnisse zeigen, dass regulatorische Unterschiede zwischen dem Heimatland der Bank und möglichen Zielländern für die Suche nach Rendite von Bedeutung sind.
Wie der deutsche Erdgasmarkt auf Angebots- und Nachfrageschocks reagiert
Research Brief | 71. Ausgabe – November 2024: Der Überfall Russlands auf die Ukraine löste 2022 eine Energiekrise aus, die die deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen stellte und eine breite Debatte über die wirtschaftlichen Konsequenzen des markanten Erdgaspreisanstiegs anstieß. In einer neuen Studie untersuchen wir die Ursachen und Folgen dieser Krise und zeigen auf, wie sich Angebotsschocks und eine sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Erdgaseinspeicherung auf Erdgaspreise und Industrieproduktion in Deutschland auswirkten.
An easy way out – finanzielle Repression als leichter Weg aus den Schulden?
Research Brief | 70. Ausgabe – Oktober 2024: Finanzielle Repression soll, durch eine künstliche Senkung der Rendite auf Staatsanleihen dem Staat helfen, die Verschuldung etwa nach Krisen über die Zeit wieder abzubauen. Allerdings hängt ihre Wirkung auf die Schuldenquote auch davon ab, wie sich die finanzielle Repression auf die Gesamtwirtschaft auswirkt, da sie ebenfalls private Investitions- und Sparentscheidungen beeinflusst. Auf Grund dieser gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge kann eine finanzielle Repression per saldo zu einer steigenden Staatsschuldenquote führen. Eine neue Studie legt nahe, dass dies für die USA nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall war.
Wie die Ausgestaltung von Eigenmittelanforderungen das Verhalten von Banken beeinflussen kann
Research Brief | 69. Ausgabe – September 2024: Global systemrelevante Banken müssen aufgrund ihrer Größe und Vernetzung im Bankensektor zusätzliche Kapitalpuffer-Anforderungen erfüllen. Die erforderliche Pufferhöhe ist von risikorelevanten Positionen der Banken an einem bestimmten Stichtag abhängig. Eine neue Studie zeigt, dass global systemrelevante Banken ihre Risikopositionen zum maßgeblichen Meldestichtag stärker als andere Banken reduzieren – und zwar doppelt so stark. Dadurch kann die Pufferhöhe zu gering ausfallen, um das zusätzliche Risiko global systemrelevanter Banken abzudecken.
Auswirkungen der Transition zu einer klimaneutralen Wirtschaft
Research Brief | 68. Ausgabe – August 2024: Transitionsrisiko beschreibt das Risiko, das sich aus dem Übergang der Wirtschaft hin zu Netto-Null-Emissionen ergibt. Unter Anwendung einer innovativen Methodik stellen wir fest, dass große unvorhergesehene Anstiege von Transitionsrisiko vor allem mit politischen Ereignissen zusammenhängen und erhebliche makroökonomische Folgen haben können. Interessanterweise erzeugen derartige Ereignisse nicht alle gleichermaßen Inflationsdruck, was die weit verbreitete Vorstellung einer „Greenflation“ infrage stellt. Unsere Ergebnisse verdeutlichen zudem die wichtige Rolle länderspezifischer Besonderheiten. Sie implizieren, dass die Transition zu einer klimaneutralen Wirtschaft auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen kann. Insgesamt ist zwar eine internationale Koordination in der Klimapolitik unabdingbar, doch unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig es ist, politische Maßnahmen an die wirtschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder anzupassen.
Die Effekte staatlicher Stützungsmaßnahmen wie der Gaspreisbremse
Research Brief | 67. Ausgabe – Juli 2024: Die Energiepreise schnellten in Folge des russischen Angriffskriegs in die Höhe. Staatliche Stabilisierungsmaßnahmen wie die Gaspreisbremse sollten die gesamtwirtschaftliche Entwicklung stützen. Unsere Studie vergleicht die Wirkung zweier fiskalpolitischer Stabilisierungsmaßnahmen für Unternehmen: Subventionen in Form mengenbeschränkter Preisgarantien und produktionsunabhängige direkte Transfers. Es zeigt sich: Die Vorteilhaftigkeit der Maßnahmen hängt von der Verfügbarkeit des Gutes ab.
Wird der digitale Euro die Finanzstabilität stärken? Ja, innerhalb gewisser Grenzen
Research Brief | 66. Ausgabe – Juni 2024: In diesem Artikel beleuchten wir die Auswirkungen eines digitalen Euro auf die Finanzstabilität. Unseren Umfrageergebnissen zufolge sind deutsche Haushalte offen für den digitalen Euro. Dies lässt darauf schließen, dass der Zugang zu digitalem Zentralbankgeld aus Verbrauchersicht durchaus Vorteile bietet. Die Nachfrage nach dem digitalen Euro löst jedoch Sorgen vor starken Einlagenabflüssen aus dem Bankensektor aus, mit möglichen Konsequenzen für die Finanzstabilität. Wir untersuchen diese Frage in einem neuen makroökonomischen Modell und kommen zu dem Schluss, dass der digitale Euro – bei einer angemessenen Haltegrenze, also der maximale Betrag an digitalen Euros, den eine Person halten darf – die Finanzstabilität sogar stärken und die Wohlfahrt verbessern kann.
Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Arbeitsproduktivität
Research Brief | 65. Ausgabe – Mai 2024: Der digitale Wandel schafft Möglichkeiten, Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse effizienter zu gestalten. Um die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Arbeitsproduktivität zu quantifizieren, wird häufig auf Investitionen in digitale Technologien geschaut. Dieser Blickwinkel vernachlässigt, dass digitale Vorprodukte, wie Mikrochips oder integrierte Software, ebenso einen wichtigen Transmissionskanal für die Effizienzgewinne durch Digitalisierung darstellen. In einer neuen Studie haben Forscherinnen und Forscher der Bundesbank untersucht, wie sich Effizienzgewinne in den Digitalbranchen auf die Arbeitsproduktivität in Deutschland, Frankreich und den USA ausgewirkt haben.
Recht auf Teilzeitarbeit erhöht Arbeitseinkommen von Müttern
Research Brief | 64. Ausgabe – April 2024: Flexible Arbeitszeitregelungen können Eltern helfen, familiäre und berufliche Anforderungen miteinander zu vereinbaren. In diesem Zusammenhang untersucht eine neue Studie, wie sich das gesetzliche Recht auf Teilzeitarbeit auf das Arbeitsangebot und das Arbeitseinkommen von anspruchsberechtigten Müttern auswirkt.
Wie Haushaltsscannerdaten bei der Inflationsprognose helfen
Research Brief | 63. Ausgabe – Januar 2024: Die Prognose der Inflationsrate für den jeweils laufenden Monat („Nowcasting“) ist für Zentralbanken und Marktteilnehmer von hoher Bedeutung, insbesondere in turbulenten Zeiten. In einer neuen Studie untersuchen Forscherinnen und Forscher, ob sich der Nowcast der monatlichen Inflationsrate in Deutschland mithilfe Millionen granularer, wöchentlicher Scannerdaten von privaten Haushalten und Techniken des Maschinellen Lernens (ML) verbessern lässt.
Welche Rolle spielen Energiepreise für die Inflationserwartungen von Haushalten und Unternehmen?
Research Brief | 62. Ausgabe – November 2023: Erwarten Haushalte und Unternehmen eine höhere Inflationsrate in der Zukunft, wenn sie selbst kürzlich höhere Energiepreise zahlen mussten? Ein neues Forschungspapier zeigt, dass Haushalte ihre Inflationserwartungen erhöhen, wenn sie höhere Energiepreise zahlen müssen. Dieser Effekt ist nur bei weniger gut informierten Haushalten vorhanden und kann bei Unternehmen in dieser Studie nicht festgestellt werden. Höhere Inflationserwartungen können individuelle Konsumentscheidungen beeinflussen und damit auch die aggregierte Nachfrage.
Transmission der Zinserhöhungen hängt von der Höhe der Zentralbankreserven von Banken ab
Research Brief | 61. Ausgabe – Oktober 2023: Banken mit umfangreichen Zentralbankreserven erzielen im jüngsten Zinserhöhungszyklus der Europäischen Zentralbank (EZB) Erträge aus ihrer Reservehaltung. Dies könnte dazu führen, dass sich die geldpolitische Straffung weniger stark auf das Kreditangebot dieser Banken auswirkt, als dies bei anderen Banken der Fall ist. Diese Hypothese wird in einer neuen Studie (Fricke, Greppmair, Paludkiewicz, 2023) mithilfe des neuen AnaCredit-Datensatzes – eines euroraumweit harmonisierten Kreditregisters – untersucht.
Kaufen oder mieten? Wie Eigenkapitalanforderungen für private Haushalte die Entscheidungen bei der Eigenheimfinanzierung beeinflussen
Research Brief | 60. Ausgabe – August 2023: Manche Privathaushalte bringen nur wenig Eigenkapital in einen kreditfinanzierten Immobilienerwerb ein. Kommt es dann zum Kreditausfall, können bei den Kreditgebern Verluste anfallen. Betrifft das Problem viele Kreditgeber, gefährdet dies möglicherweise die Finanzstabilität. Mindestanforderungen an das von Haushalten einzubringende Eigenkapital können eventuell entstehende Verluste begrenzen. Jedoch würden dadurch einige Haushalte keinen Kredit mehr in der gewünschten Höhe erhalten. Eine Untersuchung der Bundesbank zeigt, dass ein Großteil der davon betroffenen kaufinteressierten Haushalte bereit ist, in diesem Fall eine günstigere Immobilie zu kaufen oder mehr Eigenkapital anzusparen, um zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen. Die Auswirkungen auf den Eigentumserwerb dürften also in der mittleren Frist geringer sein als kurzfristig.
Kreditrisikomodelle von Banken: Anreize bei der Implementierung und Auswirkungen auf das Risikomanagement
Research Brief | 59. Ausgabe – Juli 2023: Interne Risikomodelle spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung einer adäquaten Eigenmittelausstattung von Banken. Sie werden bankaufsichtlich besonders streng überwacht, da die Banken Modellierungsspielräume haben. Eine neue Studie untersucht die Anreize für Banken bei der Implementierung von internen Risikomodellen, analysiert deren Auswirkungen auf das Risikomanagement und erklärt mögliche Konsequenzen eines neuen Regulierungsvorschlags zur Anwendung dieser Modelle.
Wie der US-Dollar als Leitwährung die Handelspolitik der USA einschränkt
Research Brief | 58. Ausgabe – Mai 2023: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China in den Jahren 2018 und 2019 ließ die handelspolitische Unsicherheit steigen und führte so zu einer deutlichen Aufwertung des US-Dollars (USD). Die naheliegende Ursache dafür ist die Sonderrolle von USD-Anlagen im globalen Finanzsystem, in die sich Investoren in Zeiten hoher Unsicherheit flüchten. Die in den Jahren 2018 und 2019 so ausgelöste USD-Aufwertung ermöglichte es chinesischen Exporteuren, ihre Preise in US-Dollar zu senken. In Folge wurde die Wirkung der damals von den USA zusätzlich erhobenen Importzölle auf chinesische Produkte deutlich eingeschränkt.
Die Effektivität grüner Sicherheitenpolitik als klimapolitisches Instrument
Research Brief | 57. Ausgabe – April 2023: Die Debatte um Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels erstreckt sich zuletzt auch auf Instrumente von Zentralbanken. Dabei wird unter anderem die Vorzugsbehandlung grüner Anleihen in geldpolitischen Operationen der Zentralbank diskutiert. Ein solches Instrument würde die Finanzierungskonditionen emissionsarmer Unternehmen verbessern und somit einen Anreiz für klimafreundliche Investitionen setzen. Eine neue Modellanalyse geht den klimapolitischen und makroökonomischen Folgen einer solchen grünen Sicherheitenpolitik nach und kann lediglich geringe Effekte auf grüne Investitionen identifizieren.
Negativzinspolitik führte zu negativer Verzinsung von Unternehmenseinlagen und zu höheren Gebühren
Research Brief | 56. Ausgabe – März 2023: Die Negativzinspolitik des Eurosystems schuf für Banken einen Anreiz, ebenfalls negative Einlagenzinsen von ihren Kunden zu verlangen. Meine Analyse zeigt, dass deutsche Banken tatsächlich zeitweise negative Zinsen für Einlagen von Unternehmen verlangten. Allerdings galt dies vor allem für Banken, die sich stark über Einlagen privater Haushalte finanzierten. Diese Banken waren sehr zurückhaltend darin, auch Einlagen privater Haushalte negativ zu verzinsen, und dürften daher einen besonders hohen Margendruck erfahren haben. Um ihn zu mildern, verlangten vor allem diese Banken zudem höhere Gebühren.
Geringere TARGET2-Zahlungsströme durch EU-Sanktionen gegen Russland
Research Brief | 55. Ausgabe – Februar 2023: Die Europäische Union hat in den vergangenen Jahren verschiedene Arten von Finanzsanktionen gegen russische Banken verhängt. Eine neue Studie untersucht, ob diese Maßnahmen die Zahlungsströme in TARGET2 beeinflusst haben.
Das Wechselkurssystem ist wichtig für die Effekte der Bundesbank-Geldpolitik auf europäische Nachbarländer von 1974 bis 1998
Research Brief | 54. Ausgabe – Dezember 2022: Historisch hohe Inflationsraten im Euroraum haben dazu geführt, dass der EZB-Rat begonnen hat, die Leitzinsen anzuheben. Die Effekte auf die Wirtschaft im Inland und die Übertragungseffekte auf das Ausland könnten maßgeblich davon abhängen, ob die Wechselkurse flexibel oder fest sind. Eine neue empirische Studie zeigt, dass sich die Geldpolitik der Bundesbank zu D-Mark-Zeiten deutlich stärker auf die Wirtschaft europäischer Nachbarländer mit festen Wechselkursen zur D-Mark übertragen hat als auf solche mit flexiblen Wechselkursen.
Privatpersonen in Deutschland haben während der Pandemie finanzielle Verluste erlitten
Research Brief | 53. Ausgabe – September 2022: Eine Befragung der Bundesbank zeigt, dass in Deutschland lebende Privatpersonen während der Pandemie unterschiedliche Arten von finanziellen Verlusten erlitten. Vor allem Personen mit niedrigerem Einkommen berichteten von Einbußen bei Löhnen und Gehältern, die deutlich länger anhielten als andere finanzielle Verluste, wie beispielsweise Kursverluste bei Wertpapieren. Letztere wurden vor allem zu Beginn der Pandemie häufig berichtet, wurden aber laut Angaben der Befragten später zumindest teilweise wieder ausgeglichen. Insbesondere die dauerhafteren Lohn- und Gehaltseinbußen veränderten die Konsum- und Sparentscheidungen der Haushalte. Eine verändertes Spar- und Konsumverhalten kann sich wiederum auf die Transmission geldpolitischer Maßnahmen auswirken.
Über die Wiederauffüllung von Verbriefungsportfolios und die Rolle von Reputation und Transparenz im Verbriefungsmarkt
Research Brief | 52. Ausgabe – August 2022: Bei einer Verbriefung wird ein klar definiertes und nicht veränderliches Kreditportfolio aus der Bilanz einer Bank gelöst und in marktfähige Wertpapiere umgewandelt – so das allgemeine Verständnis der Funktionsweise von Verbriefungen. Entgegen dieser Auffassung kann sich die Zusammensetzung von verbrieften Kreditportfolios jedoch während der Laufzeit der Wertpapiere ändern. Eine neue Studie erklärt die Gründe hierfür und untersucht die Auswirkungen der Wiederauffüllung von Verbriefungsportfolios auf deren Qualität. Die Reputation der verbriefenden Banken und die Transparenz im Verbriefungsmarkt werden als wesentliche Bestimmungsgründe für die Auswahl der Kredite, die zur Wiederauffüllung von Verbriefungsportfolios verwendet werden, identifiziert.
Research Brief | 51. Ausgabe – August 2022: Werden Finanzmarktpreise hauptsächlich durch unerwartete Nachrichten getrieben oder durch andere Faktoren, die nichts mit wirtschaftlichen Fundamentaldaten zu tun haben, etwa Stimmungsänderungen der Marktteilnehmer? In den meisten wissenschaftlichen Modellen spielen Nachrichten über wirtschaftliche Fundamentaldaten eine dominierende Rolle. In empirischen Untersuchungen ist die Erklärungskraft solcher Nachrichten jedoch oft recht gering. Eine neue Studie untersucht dieses Problem anhand einer umfangreichen, mit Zeitstempeln versehenen, Ereignisdatenbank und findet, dass etwa die Hälfte aller hochfrequenten Marktbewegungen auf Nachrichten zurückgeführt werden kann.
Wieviel Devisen muss eine Notenbank kaufen, um einen Mindestwechselkurs durchzusetzen?
Research Brief | 50. Ausgabe – Juli 2022: Die Durchsetzung eines Mindestwechselkursregimes mittels Devisenkäufen lockert die monetären Bedingungen im Inland und kann so direkten Einfluss auf die Inflationsrate nehmen. Derartige Devisenkäufe gehen aber mit einer riskanten Ausweitung der Bilanzsumme der Notenbank einher. Ein neues Modell kann nun voraussagen, mit welcher Ausweitung eine Notenbank rechnen muss, wenn sie am Devisenmarkt einen Mindestwechselkurs durchsetzen will.
Effekte einer international koordinierten CO2-Bepreisung auf Wirtschaft und Wohlfahrt
Research Brief | 49. Ausgabe – Juni 2022: Der Klimawandel stellt eine weltweite, große Herausforderung dar. Deswegen ist internationale Kooperation in der Klimapolitik wichtig. Dies zeigt auch eine neue Studie. Sie untersucht die makroökonomischen Effekte, die von einer CO2-Bepreisung ausgehen. Dabei werden verschiedene Szenarien betrachtet, in denen Regionen, wie Europa und Nordamerika allein oder gemeinsam einen CO2-Preis einführen, jeweils mit und ohne Grenzausgleichssteuer.
Der Kinderbonus in der Corona-Pandemie: Umverteilung statt Fiskalimpuls
Research Brief | 48. Ausgabe – Juni 2022: In den Jahren 2020 und 2021 erhielten Eltern in Deutschland als Reaktion auf die Corona-Pandemie den sogenannten Kinderbonus, mehrere Transferzahlungen vom Staat in Höhe von insgesamt 450 Euro pro Kind. Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Kinderbonus die Konsumausgaben insgesamt nur geringfügig erhöht hat. Der Kinderbonus sollte daher weniger als Fiskalimpuls, sondern eher als Umverteilungsinstrument von der Allgemeinheit hin zu Familien angesehen werden.
Können Menschen durch Vermittlung von Informationen motiviert werden, gegen den Klimawandel anzukämpfen?
Research Brief | 47. Ausgabe – Mai 2022: Ist die Sorge über den Klimawandel groß genug, um private Akteure zu einer Verhaltensänderung und Inkaufnahme zusätzlicher Kosten zu bewegen? Wie lassen sich Einzelne dazu motivieren, gegen den Klimawandel aktiv zu werden? Eine von der Deutschen Bundesbank im Zeitraum von April 2020 bis Dezember 2021 durchgeführte Umfrage macht deutlich, dass die Menschen sich mehr um die Veränderung des Klimas als um die Lage der Wirtschaft sorgen. Während der Pandemie wurde diese Besorgnis zumeist nur noch von der Angst vor dem Coronavirus übertroffen. Dabei zeigen Personen, die den Klimawandel als schwerwiegendes Problem einstufen, auch eine höhere Bereitschaft, zusätzliche Kosten als Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel auf sich zu nehmen. Diese Bereitschaft lässt sich weiter erhöhen durch Vermittlung von Informationen, die Wege zur Reduktion von CO2-Emissionen aufzeigen.
Warum Notenbanken ein positives Inflationsziel ansteuern sollten
Research Brief | 46. Ausgabe – Mai 2022: Die Höhe der Inflationsrate hat Einfluss auf den relativen Preis einzelner Produkte und damit auf deren Nachfrage. Anhand neuer Mikropreisdaten untersuchen wir, wie hoch die optimale Inflationsrate sein müsste, damit die relative Produktnachfrage nicht verzerrt wird. Anders als oft in diesem Kontext argumentiert, ist diese Rate in einem großen Teil des Euroraums nicht null, sondern deutlich positiv.
Der Beitrag der EU-Zuwanderung zur Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts im vergangenen Jahrzehnt
Research Brief | 45. Ausgabe – März 2022: Mitte der 2010er-Jahre wuchsen die Löhne in Deutschland vergleichsweise schwach, die Beschäftigung dagegen überraschend stark. Eine neue Studie untersucht, welchen Beitrag die Zuwanderung im Rahmen der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit, insbesondere aus den mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten, zu diesen Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt geleistet hat.
Über die Identifizierung von Indikatoren für systemisches Risiko
Research Brief | 44. Ausgabe – Dezember 2021: Nach der globalen Finanzkrise war man sich schnell einig, dass systemisches Risiko – ein zentrales Konzept in der Finanzstabilität – in Zukunft eingedämmt werden sollte. Bis heute ist sich die Fachwelt jedoch uneinig darüber, wie man systemisches Risiko überhaupt messen kann. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler dafür eine Vielzahl unterschiedlichster Indikatoren vorgeschlagen. Dies erschwert das Handeln politischer Entscheidungsträger. Unsere Studie schlägt einen analytischen Ansatz vor, dieses unübersichtliche Universum von Indikatoren zur Messung von systemischem Risiko besser zu strukturieren.
Die Auswirkungen des neuen Inflationsziels der EZB auf die Inflationserwartungen der privaten Haushalte
Research Brief | 43. Ausgabe – November 2021: Unterscheiden sich die Inflationserwartungen privater Haushalte in Deutschland unter der bisherigen Zielformulierung der EZB von „unter, aber nahe 2 Prozent“ von denen unter dem neuen Inflationsziel von „symmetrisch 2 Prozent“? Neue Befragungsergebnisse aus dem Bundesbank Online Panel Households (BOP-HH) zeigen, dass das neue Inflationsziel mit moderat höheren Inflationserwartungen für die kommenden zwei bis drei Jahre einhergeht. Die Unterschiede fallen deutlicher aus, wenn die Befragten auch über die Möglichkeit des Überschreitens des Inflationsziels im Rahmen der neuen geldpolitischen Strategie informiert werden.
Banken mit niedrigem Gewinn gehen verstärkt Risiken im Niedrigzinsumfeld ein
Research Brief | 42. Ausgabe – Oktober 2021: Banken vergeben langfristige Kredite und finanzieren diese mit kurzfristigen Kundeneinlagen. An dieser Fristentransformation verdienen die Banken, weil langfristige Zinsen in der Regel höher sind als kurzfristige Zinsen. Gleichzeitig sind Banken dadurch dem Risiko ausgesetzt, dass die Zinsen ansteigen und sie für Kundeneinlagen schon in der kurzen Frist mehr bezahlen müssen, während sie nur für neue Kredite die höheren Zinsen bekommen. Im Niedrigzinsumfeld der vergangenen Jahre ist die Prämie aus der Übernahme des Zinsänderungsrisikos tendenziell gesunken. Gleichzeitig haben Banken mit einem niedrigen Gewinn das Ausmaß der Fristentransformation und damit dieses Risiko erhöht. Dies weist möglicherweise auf eine Suche nach Rendite (search for yield) hin.
Leerverkäufer antizipieren fiskalischen Spielraum von Staaten während der Corona-Pandemie
Research Brief | 41. Ausgabe – August 2021: Der Ausbruch der Corona-Pandemie hatte beispiellose Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Dabei mussten die Staaten rasch fiskalpolitisch handeln. Doch großzügige staatliche Hilfsprogramme setzen eine hohe Bonität des Staates voraus. Wie berücksichtigen Finanzmarktakteure den unzureichenden fiskalpolitischen Spielraum in ihren Investitionsentscheidungen? Eine neue Studie untersucht diese Frage, indem sie die Entwicklung der Leerverkaufspositionen in den ersten Monaten der Corona-Pandemie in Europa analysiert.
Das Verarbeitende Gewerbe gibt am Rohölmarkt den Takt vor
Research Brief | 40. Ausgabe – Mai 2021: Oft heißt es, dass die Industrie in ölimportierenden Ländern unter steigenden Ölpreisen besonders stark leide. Wie eine neue Studie zeigt, geht es aber gerade dem Verarbeitenden Gewerbe in Zeiten hoher Ölpreise häufig gut. Das liegt daran, dass diese Branche, global gesehen, eine treibende Kraft hinter Ölpreisbewegungen ist. Die positive Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes stützt somit die wirtschaftliche Lage ölimportierender Länder in Zeiten steigender Rohölpreise. Umgekehrt gehen von der Industrie oft negative Effekte aus, wenn die Rohölpreise fallen.
Geldpolitik spielte wichtige Rolle in der Weltwirtschaftskrise
Research Brief | 39. Ausgabe – März 2021: Die Ursachen der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 sind intensiv erforscht worden. Wirtschaftshistorikerinnen und -historiker attestieren der Politik der Notenbanken dabei eine bedeutende Rolle, die empirische Analysen häufig so nicht bestätigen. Eine neue Studie untersucht diesen Einfluss ebenfalls empirisch, berücksichtigt dabei aber explizit die Funktionsweise des damaligen Weltwährungssystems, des internationalen Goldstandards.
Wie institutionelle Investmentfonds auf der Suche nach Rendite Zinsschwankungen verstärken
Research Brief | 38. Ausgabe – Januar 2021: Institutionelle Fonds verwalten den Großteil des Anlagevolumens aller deutschen Investmentfonds. Dieser Research Brief dokumentiert, dass institutionelle Fonds stark prozyklisch agieren: Sie investieren aktiv in Anleihen mit höheren Renditen, längerer Laufzeit und niedrigerem Rating, wenn sich Renditedifferenzen verringern. Wir zeigen, dass so Zinsschwankungen verstärkt werden und beleuchten Gründe für das prozyklische Anlageverhalten.
Effekte des EZB-Anleihekaufprogramms auf Wirtschaftsleistung und Preise im Euroraum
Research Brief | 37. Ausgabe – Dezember 2020: Der EZB-Rat beschloss Anfang 2015 ein Wertpapierkaufprogramm, um über eine Senkung der längerfristigen Zinssätze einen Anstieg der Inflationsrate zu erreichen. Der Research Brief untersucht, wie das Programm auf die Preisentwicklung und die Wirtschaftsleistung in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gewirkt hat.
Banken als Investoren in Staatsanleihen während der Krise – Zentralbankfinanziertes Renditestreben oder Risikoabbau?
Research Brief | 36. Ausgabe – November 2020: Sind deutsche Banken während der Finanzkrise besonders hohe Risiken eingegangen, indem sie in riskante Staatsanleihen investierten? Eine neue Studie untersucht das Verhalten deutscher Banken zwischen den Jahren 2008 und 2014 und zeigt, insbesondere staatlich gestützte und vergleichsweise kapitalschwache deutsche Banken bauten Risiken ab. Dieses Resultat steht im Kontrast zu den Ergebnissen vergleichbarer Studien zu Banken aus Peripherieländern des Euroraums.
Wie beeinflusst die Covid-19-Pandemie die Konsumabsichten der privaten Haushalte?
Research Brief | 35. Ausgabe – November 2020: Dieser Research Brief beleuchtet, wie sich die Covid-19-Pandemie in ihrer Anfangsphase auf die Konsumabsichten und die Ausgabenneigung der Verbraucherinnen und Verbraucher ausgewirkt hat. Eine Online-Befragung der Bundesbank zeigt, dass die privaten Haushalte zurückhaltender mit ihren geplanten Ausgaben geworden sind, während die durchschnittliche marginale Ausgabenneigung auf hohem Niveau geblieben ist.
Die Erwartungen der privaten Haushalte und unbeabsichtigte Folgen der Ankündigung wirtschaftspolitischer Maßnahmen
Research Brief | 34. Ausgabe – November 2020: Durch die Ankündigung wirtschaftspolitischer Maßnahmen können die Erwartungen der privaten Haushalte bezüglich der künftigen Entwicklung ihrer persönlichen wie auch der gesamtwirtschaftlichen Lage beeinflusst werden. Im vorliegenden Research Brief zeigen wir, dass die Privathaushalte ihre Erwartungen mit Blick auf die wirtschaftliche Situation nach unten angepasst haben und die wirtschaftliche Unsicherheit in der Anfangsphase der Covid-19-Pandemie gestiegen ist. Darüber hinaus wird dargelegt, dass private Haushalte ihr künftiges Einkommen und das Wirtschaftswachstum erstaunlicherweise pessimistischer einschätzen, wenn sie über die stabilisierenden geld- und finanzpolitischen Maßnahmen informiert wurden.
Wie die Fehlbewertung einer Währung (nicht) berechnet werden sollte
Research Brief | 33. Ausgabe – Juni 2020: Welches ist der angemessene Wechselkurs, der weder inländischen noch ausländischen Anbietern einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil verschafft? Eine neue Studie untersucht, ob die aktuell verwendeten Schätzverfahren gut geeignet sind, um diese Frage zu beantworten. Es stellt sich heraus, dass sie es oft nicht sind.
Höhere Löhne reduzieren Handelsungleichgewichte nicht nennenswert
Research Brief | 32. Ausgabe – März 2020: Können Lohnerhöhungen in Deutschland dazu beitragen, internationale Handelsungleichgewichte zu verringern? Eine neue Studie gibt eine Antwort auf diese Frage und zeigt basierend auf einem allgemeinen Gleichgewichtsmodell, dass Lohnerhöhungen in Deutschland zwar den deutschen Handelsbilanzüberschuss reduzieren. Die quantitativen Effekte sind jedoch relativ gering und hängen von der geldpolitischen Reaktion der Europäischen Zentralbank ab.
Erwartungen von Haushalten und Unternehmen und Zentralbankkommunikation
Research Brief | 31. Ausgabe – Februar 2020: In den vergangenen Jahren sind viele Notenbanken dazu übergegangen, nicht nur die aktuelle Geldpolitik öffentlich zu kommunizieren, sondern auch ihre wahrscheinliche zukünftige Entwicklung. Wie wirksam diese Kommunikation ist, hängt jedoch davon ab, wie stark sie die Inflationserwartungen von Haushalten und Unternehmen beeinflussen kann. In Modellen wird in der Regel angenommen, dass die Erwartungen sehr stark auf diese Ankündigungen reagieren. Eine neue theoretische Studie zeigt, dass die Effekte auf Inflation und Produktion deutlich geringer sein dürften, wenn die Erwartungsbildung in größerem Einklang mit umfragebasierten Studien modelliert wird.
Gründe für die niedrige Wohneigentumsquote in Deutschland
Research Brief | 30. Ausgabe – Januar 2020: In Deutschland ist die Wohneigentumsquote innerhalb der OECD am zweitniedrigsten. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Wohnungspolitik, die hierzulande Anreize für das Mieten schafft. Neue Studien zeigen, dass eine veränderte Politik die Wohneigentumsquote erhöhen und die Vermögensungleichheit verringern könnte.
Preistrends im Produktlebenszyklus und Geldpolitik
Research Brief | 29. Ausgabe – Oktober 2019: Preise von Konsumgütern hängen systematisch vom Produktalter ab. Eine neue Studie analysiert diese Abhängigkeit und zeigt, dass sie eine wichtige Rolle für die gesamtwirtschaftliche Inflation und die optimale Inflationsrate spielt.
Zusammenhänge zwischen Wechselkursen: Wie maschinelles Lernen zu neuen Erkenntnissen führt
Research Brief | 28. Ausgabe – September 2019: Sind die Wechselkurse bestimmter Währungen stärker miteinander verbunden als andere? Antworten auf diese Frage können ökonometrische Methoden geben. Eine neue Studie zeigt, wie dabei maschinelles Lernen nützliche Erkenntnisse liefert.
Über den Leitindikator zur Ermittlung des antizyklischen Kapitalpuffers unter Basel III
Research Brief | 27. Ausgabe – Juli 2019: Die globale Finanzkrise hat gezeigt, dass es nicht ausreicht, lediglich die Stabilität einzelner Banken zu überwachen. Vielmehr kommt es zusätzlich auf die Stabilität des gesamten Bankensektors an. Der antizyklische Kapitalpuffer, ein Schlüsselinstrument des Basel-III-Regelwerks, soll genau dazu einen Beitrag leisten. Eine neue Analyse zeigt allerdings, dass eine allzu strikte Orientierung an dem im Baseler Regelwerk vorgesehenen Leitindikator dazu führen könnte, dass Aufseher den antizyklischen Kapitalpuffer vor künftigen Finanzkrisen zu spät oder gar nicht aktivieren.
Wie Ankündigungen des EZB-Rats die Finanzmärkte beeinflussen
Research Brief | 26. Ausgabe – Juni 2019: Wenn geldpolitische Sitzungen des EZB-Rats die Finanzmärkte bewegen, scheint der Grund offensichtlich: Der Rat hat die Marktteilnehmer überrascht, beispielsweise indem er den Leitzins ändert oder eine Änderung in Aussicht stellt. Jede Marktreaktion wäre aus dieser Sicht die Folge unerwarteter Ankündigungen zur Geldpolitik. Gemessen daran reagieren unterschiedliche Finanzmarktpreise – beispielsweise Anleiherenditen und Aktienkurse – auf ein und dieselbe Ankündigung des EZB-Rats jedoch oftmals widersprüchlich. Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, dass diese vermeintlich widersprüchlichen Marktreaktionen darauf zurückzuführen sind, dass manche Ankündigungen des EZB-Rats auch Rückschlüsse auf die Konjunkturerwartungen des Rats zulassen.
Research Brief | 25. Ausgabe – Mai 2019: Regulatorische Anforderungen an Banken stehen häufig in der Kritik, die Kreditvergabe und somit mittelbar die Realwirtschaft zu belasten. Eine neue Analyse untersucht im Rahmen eines theoretischen Partialmodells, welche direkten Effekte von einer Liquiditätsdeckungsquote auf das Kreditangebot von Banken ausgehen könnten.
Wie wirkt eine Umschichtung von Lohnsteuern zu Immobiliensteuern auf die Gesamtwirtschaft?
Research Brief | 24. Ausgabe – Januar 2019: In letzter Zeit wurden in Europa Steuerreformen diskutiert, die die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsbedingungen verbessern und gleichzeitig den Staatshaushalt nicht belasten sollen. Ein Vorschlag ist, die Steuer- und Abgabenlast auf den Arbeitslohn zu senken und zugleich die Steuern auf Grund und Immobilien zu erhöhen. Eine neue Studie nutzt ein modernes DSGE-Modell und untersucht, wie in diesem Modellrahmen eine solche Umschichtung auf die gesamte Wirtschaft wirkt und, wie Immobilienbesitzer und Mieter davon betroffen sind.
Teurer Brexit? Die potenziellen Kosten der Deliberalisierung des Dienstleistungshandels
Research Brief | 23. Ausgabe – Dezember 2018: Die Folgen des Brexit sind in vielen Bereichen noch nicht absehbar. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union zu einer Deliberalisierung des Dienstleistungshandels führen wird. Wie sich diese Entwicklung auf einzelne Länder der Europäischen Union auswirken könnte, untersucht eine neue Studie.
Höhere Eigenkapitalanforderungen reduzieren Kreditvergabe nicht
Research Brief | 22. Ausgabe – November 2018: Nach der Finanzkrise 2008/2009 haben viele Länder die Kapitalanforderungen für Banken erhöht, um die in der Krise offengelegten strukturellen Schwächen im Bankensystem zu reduzieren und damit die Finanzstabilität zu sichern. Eine neue Studie für die USA untersucht die gesamtwirtschaftlichen Effekte einer Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen für Banken.
Wie sich die Anleihekäufe des Eurosystems auf den Repomarkt auswirken
Research Brief | 21. Ausgabe – September 2018: Deutsche Staatsanleihen sind auf dem europäischen Repomarkt in den vergangenen Jahren knapp geworden. Eine neue Analyse untersucht, welche Auswirkungen das geldpolitische Ankaufprogramm des Eurosystems auf den Repomarkt hat und zeigt, dass Wertpapierleihe durch die Zentralbank helfen kann, Verknappungen entgegenzuwirken.
Wie Zinserwartungen im Niedrigzinsumfeld auf die Geldpolitik reagieren
Research Brief | 20. Ausgabe – August 2018: Im Niedrigzinsumfeld stützt sich die expansive Geldpolitik des Eurosystems verstärkt auf Sondermaßnahmen und die Kommunikation über die zukünftige Entwicklung der Leitzinsen. Eine neue Studie prüft, wie diese Maßnahmen entlang der Zinsstrukturkurve gewirkt haben und wie sich die Markterwartungen während der Niedrigzinsphase entwickelten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Eurosystem die Zinserwartungen der Marktteilnehmer auch an der Zinsuntergrenze durch unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen beeinflussen kann.
Zwei Stresstests zur Untersuchung der Widerstandsfähigkeit deutscher Banken bei einem Rückgang der Immobilienpreise
Research Brief | 19. Ausgabe – Juni 2018: Sollten die seit dem Jahr 2010 stark gestiegenen Wohnimmobilienpreise einbrechen, wären deutsche Kreditinstitute vor möglichen Verlusten gewappnet, die durch Ausfälle von Wohnimmobilienkrediten entstehen könnten. Das zeigen die Ergebnisse zweier aktueller Stresstests, die Bundesbank-Fachleute für die Risikonanalyse entwickelt haben.
Research Brief | 18. Ausgabe – April 2018: "Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen." Diese geflügelten Worte treffen auch auf Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung zu. Eine neue Studie geht der Frage nach, ab welchem Zeithorizont Prognosen keine Aussagekraft mehr besitzen.
Kapitalanforderungen in Krisenszenarios – von der Einzelbanksicht zur systemweiten Perspektive
Research Brief | 17. Ausgabe – Februar 2018: Wie viel Eigenkapital sollten einzelne Banken und das gesamte Bankensystem in Zeiten, in denen die Wirtschaft unter makroökonomischem Stress steht, halten? Ist Eigenkapital zwischen den Kreditinstituten optimal verteilt, um potentielle systemische Risiken abzufangen? Eine neue Studie beantwortet diese Fragen in einem ganzheitlichen Aufsichtsrahmenwerk.
Höhere Investitionen im Ausland lassen Investitionen im Inland steigen
Research Brief | 16. Ausgabe – November 2017: Ein Euro kann immer nur einmal ausgegeben werden: Nach diesem Motto heißt es oft, dass Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland geringere Investitionen dieser Unternehmen in Deutschland bedeuten. Eine neue Studie prüft diese These und untersucht, wie Investitionen im In- und Ausland zusammenhängen.
Wie Uneinigkeit in den Inflationserwartungen die Transmission der Geldpolitik beeinflussen kann
Research Brief | 15. Ausgabe – September 2017: Führt eine weniger expansive Geldpolitik, beispielsweise eine Zinserhöhung, zu einem Rückgang der Inflation und Inflationserwartungen? Viele empirische und theoretische Arbeiten bejahen diese Frage. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass weniger expansive Geldpolitik in Zeiten großer Uneinigkeit in den Inflationserwartungen zu steigender Inflation und wachsenden Inflationserwartungen führen kann.
Wie Unternehmensproduktivität die optimale Inflationsrate beeinflusst
Research Brief | 14. Ausgabe – August 2017: Die Produktivität vieler Unternehmen verändert sich im Laufe der Zeit. Dies hat Auswirkungen auf die optimale Inflationsrate, d. h. die Preissteigerungsrate, die die relativen Güterpreise am wenigsten verzerrt. Unsere Schätzungen für die USA legen nahe, dass die optimale Inflationsrate durch Produktivitätsveränderungen auf Unternehmensebene positiv beeinflusst wird, aber seit Mitte der 80er Jahre gefallen ist.
Wirkt die gemeinsame Geldpolitik unterschiedlich auf die Länder des Euro-Raums?
Research Brief | 13. Ausgabe – Juni 2017: Die Geldpolitik des Eurosystems ist an der makroökonomischen Entwicklung der gesamten Wirtschafts- und Währungsunion ausgerichtet. Wirkt sie in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich? Und wenn ja, wie groß sind die Unterschiede? Unsere empirische Studie zur Zinspolitik untersucht diese Fragen für Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, die vier größten Volkswirtschaften im Euro-Raum.
Sparverhalten im Niedrigzinsumfeld – Ergebnisse der PHF-Sommerbefragung 2016
Research Brief | 12. Ausgabe – April 2017: Die privaten Haushalte in Deutschland rechnen noch auf längere Sicht mit niedrigen Zinsen. Als Reaktion darauf beabsichtigen viele von ihnen ihr Sparverhalten anzupassen. Das sind zwei wichtige Ergebnisse der Sommerbefragung 2016 im Rahmen der Studie "Private Haushalte und ihre Finanzen" (PHF).
Wie Geldpolitik in unruhigen Zeiten an den Finanzmärkten wirkt
Research Brief | 11. Ausgabe – März 2017: Nach der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 verfolgten die Notenbanken in den USA und anderen Industrieländern eine stark expansive Geldpolitik mit dem Ziel die Wirtschaft zu stimulieren. Aber wie wirksam ist diese Politik gewesen? Eine neue Studie untersucht, wie effektiv expansive Geldpolitik in solchen turbulenten Zeiten sein kann.
Research Brief | 10. Ausgabe – Februar 2017: Eine neue EU-Verordnung wirft erstmals Licht auf die bisher verborgenen Aktivitäten von Leerverkäufern. So müssen Leerverkaufspositionen veröffentlicht werden, wenn diese eine bestimmte Schwelle überschreiten. Wie reagieren Marktteilnehmer auf die neue Transparenz? Eine neue Studie geht dieser Frage nach.
Wie sich Finanzschocks auf die Inflation auswirken
Research Brief | 9. Ausgabe – Januar 2017: In der Finanzkrise brach die Nachfrage in den USA und anderen Industrieländern dramatisch ein. Trotzdem kam es nicht zu einer Deflation. Die Ursachen dafür sind nach wie vor nicht vollständig geklärt. Eine neue Studie untersucht, inwiefern Finanzschocks die Inflationsentwicklung beeinflussen.